Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Blue-Balls-Programm ist komplett – Irin RuthAnne ist das diesjährige «Face»

An einer Medienkonferenz hat das Blue Balls Festival (19. bis 27. Juli) sein «Face» präsentiert. Es ist die 34-jährige RuthAnne aus Irland.
Michael Graber
Das Blue-Balls-Plakat wird im Hotel Schweizerhof präsentiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 25. April 2019)

Das Blue-Balls-Plakat wird im Hotel Schweizerhof präsentiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 25. April 2019)

Grundsätzlich ist die jährliche Pressekonferenz etwa gleich überraschungsarm wie die immergleichen Feuerwerke über dem Luzerner Seebecken. Varianz gibt es in Nuancen. Beim Feuerwerk bedeutet dies: hier etwas mehr Goldregen, dort noch ein Böller mehr. Beim Festival bedeutet dies, dass die spektakulärste Änderung der Wechsel der Biermarke ist. Künftig trinkt man während der Festivalzeit Chopfab statt Heineken.

Darüber will Festivaldirektor Urs Leierer aber eigentlich gar nicht sprechen. Das tue er dann zu einem anderen Zeitpunkt, sagt er. Bald will er mal vor den Medien erklären, wie das so gehe, ein Festival im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu machen. Wie fast immer, wenn Leierer über dieses Thema spricht, wird der sonst schon eher impulsive Mensch noch etwas impulsiver. Heute aber, so fügt er an, wolle er über Kunst sprechen.

Irin mit genügend Schalk

Zumindest eine Künstlerin ist im Hotel Schweizerhof dann auch tatsächlich anwesend: Ruth-Anne Cunningham respektive Ruth­Anne heisst sie, kommt aus Irland und hat bisher vor allem Hits für andere geschrieben. So war sie etwa bei «Work Bitch» von Britney Spears Mitautorin und hatte auch bei «Too Little Too Late» von Jojo ihre songschreibenden Finger im Spiel.

(Bild: Urs Flüeler/Keystone, 25. April 2019)

(Bild: Urs Flüeler/Keystone, 25. April 2019)

Die 34-Jährige will künftig vermehrt selber in den Fokus rücken und macht dies mit gefühlvollem, druckvollem Pop, der ihrer schönen Stimme viel Platz lässt. Es sei «wunderschön hier in der Schweiz», sagt sie, bevor sie durchaus freudig feststellt, dass neben ihr noch mehrere Iren im Hauptprogramm des Blue Balls sind. «Das gibt ein richtig irisches Festival», sagt sie mit erfrischendem Schalk, der sich durch all ihre wenigen Wortbeiträge zieht. «Ich freue mich wirklich sehr auf RuthAnne», sagt Festivaldirektor Leierer. Und RuthAnne wird man in den nächsten Tagen oft begegnen: Sie ist das «Face» des Blue Balls. Dieses wird auf zahlreichste Plakate gedruckt, die für das Festival werben. Mit ihrem musikalischen Profil passt sie durchaus ins Gesamtpaket des Festivals (siehe Playlist).

Man setze «Qualität statt Hypes», schreibt das Festival etwas gar selbstbewusst im Programmheft. Man wolle nicht ­irgendwelchen Trends hinterherhecheln, sondern wähle nach «Qualität, Handwerk und dem Niveau der Live-Performance aus». Das ist natürlich dick aufgetragen, stimmt aber im Kern durchaus: Das Blue Balls hat seine Linie längst gefunden. Was aber natürlich auch an den (begrenzten) Kapazitäten der beiden KKL-Säle liegt.

Stilechter Südstaaten-Country

Der zweite Böller, den Urs Leierer an der Pressekonferenz neben RuthAnne zünden konnte, ist die Bekanntgabe des Rahmenprogramms. Sämtliche KKL-Musiker sind bereits bekannt. Im Falle von Xavier Naidoo und Samy Deluxe sogar bereits ausverkauft. Aber die KKL-Konzerte seien eigentlich ja «nur die Spitze des Eisbergs», sagte Leierer. Weit mehr Musiker spielen auf den Bühnen vor dem KKL, dem Pavillon und vor und im Hotel Schweizerhof. Schon alleine wegen der schieren Fülle an neuen Namen, ist es schwierig, auf die Schnelle den Durchblick zu bekommen.

Bei einer ersten Durchsicht fallen besonders zwei Namen auf. Erstens: Am 20. Juli spielen die Zürcherinnen Steiner & Madlaina um 20 Uhr am Pavillon. Das unfassbar charmante Frauenduo macht facettenreichen Pop mit mal deutschen, mal englischen, mal schweizerdeutschen Texten. Soeben war ihr Konzert im Erdgeschoss der Luzerner Schüür restlos ausverkauft. Das hat ganz Potenzial, bald zu gross für die Pavillon-Bühne zu werden. Zweitens: Die Luzerner Countryhelden Ophelia’s Iron Vest bespielen dreimal die Bühne vor dem «Schweizerhof» (22. bis 24. Juli). Man kann sich auf grossartige Banjomusik mit ebenso grossartigen Ansagen dazwischen freuen. Stilechter macht keine andere Band aus der Schweiz Südstaatenmusik.

Die Irische Songwriterin RuthAnne. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Irische Songwriterin RuthAnne. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ansonsten kann man sich dar­auf freuen, vieles zu entdecken in diesen neun Tagen. Das Meiste ist sicherlich spannender, als es die Feuerwerke je waren.

Das Blue Balls Festival findet vom 19. bis zum 27. Juli in Luzern statt. Das komplette Programm und Tickets: www.blueballs.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.