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BLUE BALLS: Shura – via Youtube zum Festivalgesicht

Das Blue Balls bleibt sich bei der Ausgabe 2016 treu: wenig grosse ­Namen, viele Entdeckungen. Diesmal haben es auch Luzerner ins KKL geschafft.
Shuras (23) Album kommt pünktlich zum Blue Balls Festival auf den Markt. (Bild: PD/Universal Music)

Shuras (23) Album kommt pünktlich zum Blue Balls Festival auf den Markt. (Bild: PD/Universal Music)

Michael Graber

Ein Rad, das läuft, muss man nicht unbedingt neu erfinden. Man muss einfach schauen, dass es weiterdreht. Etwa so verhält es sich mit dem Blue Balls Festival. Wie Festivaldirektor Urs Leierer auch an der traditionellen Programmpräsentation sagte: «In den letzten Jahren haben wir nicht viel verändert. Wir haben das Konzept beibehalten.» Und so war dann auch die einzige wirkliche Überraschung, die Leierer präsentieren konnte, das diesjährige Blue Balls Face.

Das Gesicht des Festivals heisst Shura, ist 23 Jahre alt und stammt aus Manchester. Der Fotograf Mark Peckmezian hat Shura wunderbar neckisch in Szene gesetzt. In dieser Pose wird die Britin in den nächsten Wochen von Hunderten Plakaten schauen und dann am 22. Juli das Festival im Luzerner Saal eröffnen. Sie macht charmanten Electro-geschwängerten Pop. Pünktlich zum Auftritt in Luzern erscheint auch ihr Debütalbum, bisher hat sie Singles und Youtube-Videos veröffentlicht. An den dortigen Klickzahlen werden heute ja oft Musiker gemessen: Shura kommt mit «Touch» auf sehr respektable 25 Millionen Views. Bisher hat das Blue Balls mit der Wahl des Faces fast immer einen sehr guten Riecher bewiesen. Im letzten Jahr war es James Bay, der jetzt so richtig am Durchstarten ist und einer der Headliner des Gurten-Festivals ist.

Wiederentdecken

Den Rest des Hauptprogramms hatten die Festivalmacher in den letzten Wochen tröpfchenweise bekannt gegeben. Auch bei den KKL-Acts bleibt sich das Festival treu: wenig ganz grosse Namen, dafür viel zu entdecken – und wiederzuentdecken. So kommen etwa die Franzosen von Air in den Luzerner Saal (22. Juli nach Shura). Sie haben vor allem um die Jahrtausendwende mehrere prägende sphärische Electronica-Alben veröffentlicht. In die gleiche Kategorie fallen auch The Corrs. Die vier irischen Geschwister sind nach zehn Jahren Pause wieder auf die Bühne zurückgekehrt und kommen am 28. Juli ins KKL.

Daneben gibt es mehrere Künstler, die nicht zum ersten Mal am Blue Balls spielen: KT Tunstall, Keb’Mo (beide 23. Juli), Seal (27. Juli) und Laura Mvula (30. Juli). Fast ein bisschen überraschend gibt es in diesem Jahr keine Show von den Söhnen Mannheims, die sonst Stammgäste am Vierwaldstättersee waren. Bereits ausverkauft ist einzig die Show von Superstar Katie Melua (28. Juli).

Mimiks und Emm

Deutlich unbekannter sind Acts wie Ibeyi (22. Juli), Sóley (24. Juli) und Ala.ni (26. Juli). Gerade in diesem Segment kann man am Blue Balls viele lohnende Konzerte hören – der Entdeckermut wird meist belohnt. Rapfans kommen beim deutschen Kool Savas (29. Juli) auf ihre Kosten. Besonders erfreulich: Da spielt im Vorprogramm die 2041-Truppe – alles Luzerner Rapper aus dem Umfeld von Mimiks und Emm.

Bekannt wurde gestern auch das Rahmenprogramm am Pavillon, im «Schweizerhof» und vor dem KKL. Vor allem der Pavillon hatte sich in den letzten Jahren zum heimlichen Star des Festivals gemausert mit vielen spannenden musikalischen Acts wie Julia Holter, Hiatus Kaiyote und Bombino, die durchaus auch mal etwas sperriger sein konnten. Dieses Jahr ist etwas konventioneller programmiert worden, was aber der Qualität keinen Abbruch tut.

Besonders empfohlen die grandiose Zürcherin Verena von Horsten (23. Juli), die mit ihrem dunklem Pop derzeit für viel Furore sorgt. Das Luzerner Fähnchen halten auf der Muschelbühne am See Hej Francis! (29. Juli). Am gleichen Abend kann man Gaia im «Schweizerhof» erleben. Die Luzerner können mit ihrem Synth-Pop gehörig Druck erzeugen und sind so ein bisschen die derzeitigen Lieblinge der lokalen Szene.

Film, Foto und Kunst

Aber es muss ja nicht immer «nur» Musik sein: Das Blue Balls hält sich auch bei seinem restlichen Angebot an die letzten Jahre: Nach den Konzerten werden live auf der Bühne Bilder gemalt (beim Pavillon und vor dem KKL). Jeden Abend findet eine Talkshow mit Hannes Hug statt (Tickets werden vor dem KKL verteilt). Zudem gibt es einen Film («Blur – New World Towers») und eine Fotoausstellung. Der Festival-Pin kostet übrigens weiterhin 20 Franken. Beste Voraussetzungen also, dass das Rad Blue Balls kräftig weiterdrehen kann.

Hinweis

Das ganze Programm unter www.blueballs.ch

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