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Sie bekamen schon Blumen von der thailändischen Prinzessin

Das Swiss Piano Trio wird zwanzig Jahre alt. Gegründet wurde es vom Thurgauer Pianisten Martin Lucas Staub. Auf allen Kontinenten erfolgreich unterwegs, aber auch in der Region stets präsent, ist das Trio nicht zuletzt die Folge einer Liebesgeschichte.
Martin Preisser
Musikalisch und privat ein Paar: Angela Golubeva und Martin Lucas Staub vom Swiss Piano Trio in der Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell. Der Musiker ist dort seit 2009 musikalischer Leiter der Konzertreihen. (Bild: Sabrina Stübi)

Musikalisch und privat ein Paar: Angela Golubeva und Martin Lucas Staub vom Swiss Piano Trio in der Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell. Der Musiker ist dort seit 2009 musikalischer Leiter der Konzertreihen. (Bild: Sabrina Stübi)

Gerne erinnern sich Angela Golubeva und Martin Lucas Staub an einen Auftritt in Thailand, als zwischen der Bühne und den Publikumsreihen die Schwester des thailändischen Königs auf einem Thron Platz nahm. Die Prinzessin wollte dem Swiss Piano Trio am Schluss Blumen überreichen.

«Und so bekamen wir vorher einen Crashkurs in Hofzeremoniell», erzählen die beiden. Die Prinzessin erwies sich als echte Musikliebhaberin und redete eine ganze Viertelstunde mit den Schweizer Künstlern.

Zwanzig Jahre gibt es das Schweizer Klaviertrio, das weltweit sehr erfolgreich unterwegs ist. Es ist auch eine Liebesgeschichte, die zur Gründung des Trios führte.

Der aus Münchwilen stammende Pianist Martin Lucas Staub hat sich in die ukrainische Geigerin Angela Golubeva verliebt, die in der Schweiz für ein Konzert zu Gast war, das ihr zukünftiger Ehemann damals mitorganisierte. «Auf der Bühne bewegen wir uns aber nicht als Paar», sagen die beiden.

Gibt es in der Schweiz überhaupt gute Pianisten?

17 Jahre prägte auch der Cellist Sébastien Singer die Trio-Geschichte mit, heute ist Joël Marosi der Cellist im Ensemble. Obwohl sie zusammen eine gemeinsame Spielkultur pflegen, waren - wenigstens am Anfang - die Rollen klar verteilt. «Ich habe uns immer für den Perfektionismus angetrieben, Martin sorgte für den richtigen Schwung und die Emotion», sagt Angela Golubeva.

Ihr Geigenprofessor hatte zuerst Zweifel, ob es in der Schweiz überhaupt hervorragende Pianisten gebe. Und auch am internationalen Klavierwettbewerb in Caltanisetta nahm man das Trio aus der Schweiz erst einmal nicht ganz ernst, bis sie den ersten Preis davontrugen. Erste Preise an internationalen Wettbewerben holte das Trio immer wieder.

Martin Lucas Staub wollte von Anfang an nicht Solist, sondern bewusst Trio-Pianist werden. «Gemeinsame Spielkultur und ein unverwechselbarer Klang entwickeln sich nicht, wenn drei Solisten sich zu einem Trio zusammensetzen, sondern nur, wenn alle drei bewusst kammermusikalisch denken», sagt der 49-jährige Musiker.

Der Erfolg des Swiss Piano Trios basiert nicht zuletzt darauf, dass alle drei Musiker für jeden Komponisten immer wieder auf der Suche nach der jeweiligen Sprache sind, um diese dann in einem Guss formulieren. Durchdacht und spontan, Schwung und doch grosse Texttreue, das sind Attribute, welche die Musikkritik dem Trio immer wieder attestiert.

Gemeinsam musizieren, das helfe auch der Partnerschaft, sagt Angela Golubeva.

«Wir können viele Erinnerungen gemeinsam teilen, wir bringen viel gegenseitiges Verständnis auf. Der Nachteil ist: Wir reden manchmal zu viel über den Beruf.»

Gemeinsames Denken und Atmen, das stete Feilen an der Klangbalance: Daraus resultieren auch die packenden und taufrischen Interpretationen sämtlicher Klaviertrio-Werke von Beethoven, die das Swiss Piano Trio beim deutschen Label Audite vorgelegt hat.

«Beethoven ist eine intensive Schule, er verzeiht nichts. Und für jedes seiner Klaviertrios von den frühen bis zu den reifen muss man einen jeweils eigenen Zugang und eine jeweils spezifische Klangfarbe finden», sagt Martin Lucas Staub.

Engagement für zeitgenössische Musik

Das Trio hat sich neben dem klassisch-romantischen Repertoire auch immer um Zeitgenössisches gekümmert. Etwa um Daniel Schnyder, der zum 20. Geburtstag des Ensembles ein Klaviertrio mit dem Titel «Die Teufelsbrücke» komponiert hat. Uraufgeführt wurde es - passend zum Titel - in Andermatt. In Planung ist auch eine Uraufführung eines Klaviertrios des Schweizers Martin Schlumpf, der sich in diesem Werk auf Beethoven bezieht.

«Wir scheinen als Musiker offensichtlich nicht unzufrieden unterwegs zu sein», sagt Martin Lucas Staub. So freut er sich, dass der gemeinsame Sohn Christian mit 15 Jahren schon ein talentierter Pianist ist, der Berufsmusiker werden will. Gerade hat er beim internationalen Jugendwettbewerb Crescendo in Florenz einen ersten Preis gewonnen.

Eigenes Festival in der Ostschweiz gegründet

Zum 10-jährigen Bestehen des Swiss Piano Trios gründete das Trio 2008 das Festival Kammermusik Bodensee auf Schloss Girsberg. In den Jahren danach fanden die Konzerte an verschiedenen Spielstätten statt, wie auf der MS Sonnenkönigin oder im Schloss Arenenberg. Seit 2016 wird das Musikfestival im Konferenzzentrum Lilienberg in Ermatingen abgehalten. Martin Lucas Staub schwärmt noch heute vom schwimmenden Konzertsaal auf dem Schiff. «Wenn sich Sponsoren fänden, würde ich die Idee gerne wieder aufnehmen», sagt der ­Pianist, der seit 2009 zudem die Konzertreihen der Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell organisiert. Am diesjährigen Kammermusikfestival (31.8. bis 2.9.2018) tritt das Swiss Piano Trio mit musikalischen Freunden auf.

Informationen zum Festival Kammermusik Bodensee: kammermusikbodensee.com

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