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Kino: Boy meets Boy – made in Hollywood

Greg Barlanti nähert sich in «Love, Simon» dem Thema Homosexualität unter Teenagern in einer Highschool-Comedy. Der feinfühlige Film macht alles richtig.
Irene Genhart

Irgendwann musste sie kommen: Die Hollywood-Highschool- Comedy, die nicht um hetero- sexuelle Liebestrubel kreist, sondern um ein schwules Coming-out. Gedreht hat «Love, Simon», wie der Film sinnfällig heisst, Greg Berlanti. Der Italoamerikaner hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht als Autor und Produzent angesagter TV-Serien wie «Dawson’s Creek», «Brothers & Sisters» und «Supergirl». Er hat auch Regie geführt, das erste Mal im Jahr 2000 mit «The Broken Hearts Club: A Romantic Comedy», einer romantischen Komödie um einen schwulen Restaurantbesitzer aus West-Hollywood und seine Freunde. Berlanti lebt offen homosexuell, seit 2013 fest liiert, vor zwei Jahren ist er dank einer Leihmutter Vater geworden.

Berlanti ist also der richtige Mann für diesen Film. Clever und feinfühlig nimmt er sich des in den letzten Jahren etwas abgeleierten Genres der romantischen Highschool-Comedy an. Im Zentrum steht, einnehmend gespielt von Nick Robinson («Jurassic World»), Simon Spier – ein «ganz normaler» 17-Jähriger, wie er sich selbst nicht ohne eine gesunde Portion Selbstironie beschreibt. Simon hat verständnisvolle Eltern und eine jüngere Schwester, die ihre Familie gern mit gewagten kulinarischen Erfindungen überrascht. Er fährt, seit er zum letzten Geburtstag ein eigenes Auto bekommen hat, jeden Morgen mit seinen besten Freunden zur Schule: Leah und Nick, die er seit Kindstagen kennt, zudem die vor kurzem nach Creekwood, Atlanta, gezogene Abby.

Greg Berlanti hat in dem Film alles richtig gemacht

Seit seinem 13. Lebensjahr hat Simon ein Geheimnis. Er weiss, dass er schwul ist, doch er hat bisher mit niemandem darüber gesprochen: Es gibt keinen Grund, über Liebe und Gefühle zu reden, solange sie nicht konkret sind. Doch nun taucht auf dem Highschool-Chat der Post eines «Blue» auf, dem es offensichtlich ähnlich geht wie Simon. Er antwortet per Mail unter dem Pseudonym Jacques – und ärgert sich später masslos: Wer wählt in einer Umgebung, in der alle coole Namen tragen und Blue wie die Verheissung einer rosigen Zukunft klingt, einen französischen Namen als Pseudonym?

Nick Robinson in der Hauptrolle als Simon Spier. (Bild: PD)

Nick Robinson in der Hauptrolle als Simon Spier. (Bild: PD)

Zwischen Blue und Simon bahnt sich ein virtuelles Techtelmechtel an, das in der Realität begleitet wird von einem neckischen Ratespiel: Da sich die beiden immer wieder über den Weg laufen, macht sich die Regie bis zum grossartig rührseligen Happy End einen Spass daraus, in Simons (und der Zuschauer) Augen mal den einen, mal den andern Mitschüler unter Verdacht zu stellen.

«Love, Simon» – zugrunde liegt dem Film der Roman «Simon vs. The Homo Sapiens Agenda» von Becky Albertalli – macht alles richtig. Er zeigt nicht Figuren, sondern Charaktere. Er lässt diese altersgerecht durch Gefühlsstürme gehen, sich manchmal daneben benehmen, um sie in der nächsten Sekunde als liebenswerte Charmebolzen zu zeigen. Und der Film steckt voller toller Regieeinfälle, zu deren lustigsten Simons Traum gehört, in dem alle seine Freunde ihr heterosexuelles Coming-out erleben.

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