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BRUNO MARS: Mutlose Musikshow

Der Abräumer der Grammy Awards 2018 heisst Bruno Mars. Der 32-jährige Hawaiianer räumt sechs Preise ab, darunter den für das Album des Jahres.
US-Sänger Bruno Mars mit seinen sechs Grammys. (Bild: EPA)

US-Sänger Bruno Mars mit seinen sechs Grammys. (Bild: EPA)

Es war ein Jubiläumsjahr für die Grammys:Die 60. Ausgabe der Awards ging am Sonntagabend in New York über die Bühne. Abräumer des Abends war Bruno Mars, der mit echtem Namen Peter Gene Hernandez heisst. Ganze sechs Preise nahm der R & B-Künstler mit nach Hause: Sein Album «24K Magic» wurde in den Kategorien Aufnahme und Album des Jahres zum Sieger gekürt, das Lied «That’s What I Like» zum Song des Jahres. Dazu kamen Auszeichnungen zur besten Darbietung, zum besten Album und zum besten Song im R & B-Genre.

Drei Singles seines letzten Albums schafften es 2017 in die Top 10 der Hot-100-Hit­parade des US-amerikanischen «Billboard»-Magazins.Das Album selbst schaffte es, trotz grossem kommerziellem Erfolg, in den USA bisher aber nicht auf die Nummer 1. In der Kategorie Album des Jahres waren Mars und Rapper Childish Gambino die einzigen Nominierten, welche die Charts keine Woche anführten. Rapper Kendrick Lamar stand drei Wochen an der Spitze der Charts, während Lorde und Jay-Z je eine Woche lang Platz eins belegten. Ein Massstab für die Preisverleihung ist das aber nicht.

Trotzdem wird bereits Kritik laut: Die Grammys seien dieses Jahr etwas mutlos gewesen. Von den fünf nominierten Alben beinhalteten drei davon Songs, die ein Licht auf die Missstände werfen, die für viele schwarze US-Bürger noch zum Alltag gehören. Eine Auszeichnung in diese Richtung hätte ihren Botschaften mehr Gewicht verliehen.

Dabei waren die Grammys dieses Jahr politisch gefärbt: Der britische Moderator James Corden rekrutierte mehrere Musiker für einen Sketch, in dem sie Passagen aus dem Trump-Enthüllungsbuch «Fire & Fury» vorlasen. Den Schluss machte Hillary Clinton selbst in einem etwas deplatziert wirkenden Gastauftritt, der an der Show aber mit tosendem Beifall gefeiert wurde. Auch die «Time’s Up»-Bewegung war ein Thema. Viele Gäste der Show trugen weisse Rosen als Zeichen der Solidarität. Soulsängerin Janelle Monáe forderte auf der Bühne ein Ende der männ­lichen Vorherrschaft in der Musikindustrie. Ihre Rede erreichte aber nicht den feurigen Ton, den Oprah Winfrey zuvor an den Golden Globes erreicht hatte.

Viel mehr Zeit wurde stattdessen für Selbstbeweihräucherung verwendet. Vielleicht ist Bruno Mars deswegen doch der richtige Gewinner für die Show – denn auch er feierte sich selbst. Als er seinen letzten Preis mit aufgesetzter Sonnenbrille entgegennahm, forderte er die Produzenten auf: «Spielt mein Lied noch mal, zu viele Balladen heute.»

Federico Gagliano

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