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George W. Bush - der Hobbymaler

Der amerikanische Ex-Präsident George W. Bush malt – am liebsten Hundebilder. Im Internet türmen sich echte und falsche Bilder. Und (wenig) überraschend: Der ehrgeizige Hobbymaler hegt Ambitionen

Sabine Altorfer
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6 Bilder
George W. Bush zeigt seine eigenen Bilder
Bush zeichnete sich selber unter der Dusche
Goerge W. Bushs Hund Barney

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Ein Künstler betritt die Weltbühne! Ein Künstler? Wir stutzen: Denn den Mann, der hier konzentriert an einer Landschaft pinselt, kennen wir als jemand ganz anderer: als George W. Bush (67), ehemaligen Präsidenten der USA.

Wie ein richtiger Rentner hat also auch er sich ein Hobby zugelegt. Wir gönnen es ihm.

Malen beruhigte schon Winston Churchill, Malen liebt Bob Dylan und Malen hat auch ein Schweizer Ex-Bundesrichter als Lebenssinn-stiftend erfahren.

Die Tatsache, dass George W. Busch malt, wurde schon länger herumgeboten. Ausgelöst hat den Gerüchte-Tsunami der Ex-Präsident selber, als er das Bildnis seines Hundes Barney postete. Das war endlich Futter für alle News- und People-Jäger, denn im Gegensatz zu seinen Ex-Amtskollegen tritt George W. Bush selten auf, profiliert sich weder mit Vorträgen noch mit Beratermandaten. Er lebt zurückgezogen. Hundebilder zu malen, rettete den einst Hochbeschäftigten und Mächtigen offenbar vor einem Hundeleben.

Ehrgeiz auch hier

Doch es würde schlecht zum ehrgeizigen Ex-Politiker passen, wenn er nicht auch hier Ambitionen hegte. Also liess er sich unterrichten. Seine Lehrerin Bonnie Flood, eine Künstlerin aus Georgia, erzählte dem Fernsehsender Fox 5 Atlanta, sie habe ihn einen Monat lang sechs Stunden am Tag unterrichtet. Sie habe ihn weg von den Hundebildern hin zu den Landschaften geführt. Und sie schwärmte von seinem Talent.

Noch offensiver postuliert der Maler selber seinen Ehrgeiz: Im Interview mit US-Talker Jay Leno (63) verkündete Bush, er habe seine malerische Laufbahn damit begonnen, seine Mallehrer aufzufordern: «Da versteckt sich ein Rembrandt in diesem Körper ... Ihre Aufgabe ist, ihn zu finden!»

Auch wir haben gesucht. Nicht den Rembrandt, aber Bilder des neuen Shootingstars. Im Internet kursieren Dutzende, die George W. Bush zugeschrieben werden – und noch viel mehr, die ihm untergejubelt werden. Welche Büsi-Bilder vor farbigem Hintergrund, welche Bäume, Landschaften sind echt, welche Quellen verlässlich? Die echten Bilder seien signiert, liest man. Nicht mit dem Namen, sondern mit 43, mit dem Kürzel für den 43. Präsidenten der USA. Noblesse oblige.

Bald wird es Sicherheit geben: Der Hobbymaler tritt an die Öffentlichkeit. Die Präsidentenbibliothek in Dallas hat gestern eine Ausstellung angekündigt mit dem Titel «Die Kunst der Führung: Die persönliche Diplomatie eines Präsidenten». Hunde- und Katzenbilder gebe es keine, hört man, dafür Porträts von Staatsmännern. Ob die sich freuen werden, wenn sie so gelingen wie Bushs Hund Barney?