Steve Lee
Steve Lee plant Solo-Karriere

Der Frontmann der Rockband bastelt an einem Solo-Projekt. Zunächst erscheint aber das neue Gotthard-Album «Need to Believe». Am Open Air Huttwil präsentiert die Tessiner Rockband brandneue Songs.

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Gotthard Frontmann Steve Lee

Gotthard Frontmann Steve Lee

Keystone

Stefan Künzli

In den letzten Monaten hat die Rockband Gotthard intensiv an ihrem neuen Album «Need to Believe» gearbeitet. Am Samstag am Open Air in Huttwil ist es so weit: Die Tessiner Rocker lüften die ersten Song-Geheimnisse. «In Huttwil haben wir eine treue Fangemeinde», sagt Sänger Steve Lee der Mittelland Zeitung, «wir spielen jetzt schon zum sechsten oder siebten Mal dort. Wir möchten uns mit diesen Zückerchen bei den Fans bedanken und signalisieren, dass bei Gotthard eine neue Ära anbricht.» Gespielt wird sicher die rockige Power-Ballade «Need to Believe», die ab 14. Juli als erste Single in den Radios läuft, und vielleicht auch «Unconditional Faith», die als zweite Single vorgesehen ist. Die offizielle Tour für das neue Album beginnt aber erst im Oktober.

«Das neue Album ist moderner, frecher und erdiger, aber trotzdem typisch Gotthard», verrät Steve Lee. Die harten Elemente aus den Anfangszeiten der Band sind ebenso enthalten wie die ohrwurmartigen Melodien, Power-Balladen und mehrstimmigen Gesänge, die den Sound weicher machen. «Need to Believe» will in dieser Welt Hoffnung vermitteln. «Alle sprechen von Krisen, wir wollen positiv denken und nicht schwarzmalen», sagt Lee, «wenn man an etwas wirklich glaubt, kann man auch scheinbar Unmögliches erreichen.»

Mit dem kanadischen Produzenten Richard Chycki (Aerosmith, Rush) hat die Band ein gutes Los gezogen. Erste Kritiken zum Album sind gemäss Lee «begeistert ausgefallen». «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Album auch im Ausland einen grossen Schritt weiterkommen», sagt er. Gotthard will sich mit «Need to Believe» auf Länder wie Spanien oder Frankreich, aber auch auf den Markt in Südamerika konzentrieren, die in letzter Zeit etwas vernachlässigt wurden. «Dort haben sich jetzt einige Türen geöffnet, die vorher geschlossen waren», erzählt Lee. Eine weitere Chance bietet sich der Band mit dem Kinofilm von Regisseur Uwe Boll über die deutsche Box-Legende Max Schmeling, der im April nächsten Jahres ins Kino kommt. Gotthard steuert mit dem Song «Unconditional Faith» einen Teil zum Soundtrack bei und hat dazu in Kroatien zum Song «Unconditional Faith» bereits ein Video aufgenommen.

Gotthard sind nach bald zwanzig Jahren noch immer topmotiviert. «Wir wollen uns immer noch verbessern und glauben, dass wir noch viel erreichen können», sagt Steve Lee. Auch der Gitarrist Leo Leoni, der im letzten Jahr bei Lugano ein Grotto eröffnet hat, denkt noch lange nicht ans Aufhören. «Leo ist 24 Stunden am Tag bei Gotthard, mehr als alle anderen in der Band», sagt Lee, «er ist unser Motor. Das Gastgewerbe ist nur sein Hobby.» Es kämen Gotthard-Fans aus ganz Europa ins Grotthard und wenn sie Glück haben, treffen sie dort Leo Leoni oder jemand anderes aus der Band. «Wir sind alle öfter auch in Leos Grotto», sagt Lee.

Open Air Huttwil (3. - 5. Juli)

Das dreitägige Open Air Huttwil wird zum ersten Mal durchgeführt. Es baut auf die drei Schienen Comedy, Schweizer Pop/Rock und Schlager.

Comedy Night (Freitag)
Bagatello, Peach Weber, Oropax.

Swiss Pop & Rock (Samstag)
Gotthard, Bligg, Ritschi, Shakra, Gimma, Pegasus, China, Vivian.

Schlager-Sommer (Sonntag)
Hansi Hinterseer, DJ Ötzi und Band, Amigos, Nockalm-Quintett, Chue- Lee, Yasmine-Mélanie, Patricia, Vierstern- Ämmitaler.
Moderation: Sascha Ruefer

www.openairhuttwil.ch

Auch Steve Lee plant schon für die Zeit nach «Need to Believe». «Mir geht seit ein paar Jahren ein Solo-Projekt durch den Kopf», erzählt er, «und ich habe schon einige Ideen gesammelt.» Ideen, die musikalisch nicht ganz zu Gotthard passen würden. «Es macht keinen Sinn, eine Solo-Scheibe zu machen, die wie Gotthard tönt», sagt er. «Mein Herz schlägt für Classic Rock und Hardrock, Gotthard deckt aber nicht alles ab, was ich musikalisch ausprobieren möchte. Die Musik klinge «etwas poppiger, romantischer und weniger eckig» als bei Gotthard. Mehr Balladen und Chorgesang.

«Aber keine Angst, ich habe keine Absprungsgedanken», meint er, «ich bin mit meiner Rolle bei Gotthard immer noch sehr zufrieden.» Er habe einfach «Lust, etwas Neues auszuprobieren und einmal mit anderen Musikern zu arbeiten». «Ich lasse mir dazu aber Zeit», sagt er. Weil in der nächsten Zeit wieder Gotthard angesagt ist, wird es sicher noch ein Jahr dauern, bis das Solo-Projekt reif ist. «An meinen Freitagen arbeite ich aber schon jetzt in meinem kleinen Homestudio an diesem Solo-Projekt», erzählt er. 2010 könnte es so weit sein.

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