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BUCH: Das älteste Werk der Weltliteratur neu übersetzt

Mit dem Trojanischen Krieg prägt einer der spektakulärsten Erzählstoffe das Epos «Ilias» des griechischen Dichters Homer. Der Reussbühler Kurt Steinmann hat es neu übersetzt. Und erntet begeisterte Kritiken.
Kurt Steinmann (72) in bibliophiler Umgebung bei sich zu Hause in Reussbühl. (Bild: Corinne Glanzmann (2. Dezember 2016))

Kurt Steinmann (72) in bibliophiler Umgebung bei sich zu Hause in Reussbühl. (Bild: Corinne Glanzmann (2. Dezember 2016))

Korrekterweise muss man sagen, dass nicht 100-prozentig geklärt ist, ob die «Ilias» wirklich von Homer ist. Ist ja auch schon ein Weilchen her, dass das wohl älteste Werk der Weltliteratur entstanden ist – man vermutet irgendwann zwischen 700 und 800 vor Christus. Die soge­nannte homerische Frage, die sich auch beim zweiten grossen Epos jener Zeit, der «Odyssee», stellt, zielt darauf ab, ob Homer wirklich der alleinige Verfasser ist und ob die Werke womöglich in Etappen entstanden sind. Zumal Homer als historische Figur auch nicht wirklich fassbar ist.

Unbezweifelbar aber ist die Autorenschaft der neusten Übersetzung der «Ilias:» Sie stammt vom bekannten Reussbühler Altphilologen Kurt Steinmann. Er hat schon zahlreiche antike Werke übersetzt. Mit «Die Perser» von Aischylos (Reclam-Verlag) hat er dieses Jahr das wohl älteste erhaltene Drama der Weltliteratur übertragen. Letztes Jahr sorgte er mit deutschen Fassungen der «Orestie» von Aischylos (Reclam) sowie der biblischen «Apokalypse» (Manesse-Verlag) für viel positive Resonanz.

«Von grosser Schönheit und psychologisch klug»

Dies gilt auch für die neue Version von «Ilias», die der Manesse-Verlag im aufwendigen Grossformat herausgegeben hat. Ge­rade in Deutschland mit einem proportional grösseren fachkundigen Publikum wird sie in höchsten Tönen gelobt: So würdigte vor wenigen Tagen Thea Dorn im «Literarischen Quartett» ein «so wunderbares Deutsch, dass ich mich reinlegen könnte». Die «Berliner Zeitung» meint: «Der Text hat seine Wucht, alle beunruhigende Dringlichkeit erhalten, und doch klingt er nie ältlich.» Der Radio-Sender WDR 3 meldete: «Eine Übersetzung von grosser Schönheit, geistreich und psychologisch klug.» Und in der Schweiz lobte etwa die «NZZ am Sonntag»: «Kurt Steinmann zeigt, warum es sich noch immer lohnt, das 2700 Jahre alte Epos zu lesen ... Fesselnde Geschichten, leuchtende Metaphern, ein dichtes Netz von Anspielungen und menschliche Abgründe: Mit der neuen Übersetzung kann sich jedenfalls keine der bisherigen Übertragungen messen.»

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Ilias. Manesse, 569 S. Fr. 125.–. Heute Abend wird das Buch in der TV-Sendung «lesenswert» (ab 23.15 Uhr, SWR) besprochen, im «Literaturclub» vom Dienstag gibt es einen Tipp dazu. Den Beitrag von Radio SWR 2 kann man via Mediathek von www.swr.de hören.

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