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CANNES: Gesellschaftskritik und Startrubel am Filmfest in Cannes

"Bitte verlassen Sie das Gebäude, wir evakuieren." Die angespannte Sicherheitslage in Frankreich erfasst am Wochenende auch Festivalbesucher in Cannes. Schnell stellt sich aber heraus: Fehlalarm. Wie gut, denn dann können wieder die Filme und deren Stars im Mittelpunkt stehen.
Dustin Hoffman (rechts) und Emma Thompson (mitte) verlassen am Samstag mit Ben Stiller (links) den Saal nach der Premiere ihres Films. (Bild: EPA/Ian Langsdon)

Dustin Hoffman (rechts) und Emma Thompson (mitte) verlassen am Samstag mit Ben Stiller (links) den Saal nach der Premiere ihres Films. (Bild: EPA/Ian Langsdon)

Der Zeitpunkt der Evakuierung des Festivalpalastes am Samstagabend war heikel: Im benachbarten Premierensaal sassen gerade Tausende Gäste, auf der Croisette drängten sich unzählige Schaulustige. 20 Minuten später gab es dann aber schon Entwarnung. Man hatte einen "verdächtigen Gegenstand" gefunden, wie das Festival später mitteilte.

Die Aufregung brachte am Abend zwar den engen Zeitplan des betroffenen Kinos aus dem Takt, dauerte im Endeffekt aber nur kurz. Schliesslich waren bemerkenswert viele Stars nach Cannes gekommen, die für Zerstreuung sorgten: Clint Eastwood präsentierte eine Wiederaufführung seines Westerns "Erbarmungslos", kurz bevor "Twilight"-Darstellerin Kristen Stewart ihr Debüt als Regisseurin eines experimentellen Kurzfilms gab. Und in einer Nebenreihe waren Jeremy Renner, Nicole Kidman und Elle Fanning zu sehen.

Hochkarätig besetzte Netflix-Produktion

Besonders bemerkenswert aber war die Besetzung des Beitrags "The Meyerowitz Stories", der zweiten Netflix-Produktion im diesjährigen Wettbewerb. Dustin Hoffman, Adam Sandler, Emma Thompson und Ben Stiller spielen in dem Werk von Noah Baumbach die Mitglieder einer ziemlich kaputten Künstlerfamilie, die sich streiten und verletzen, dann aber teilweise langsam wieder zueinanderfinden.

Eigentlich habe er die Rolle des Vaters nicht annehmen wollen, scherzte der 79-jährige Hoffman am Sonntag in Cannes. "Ich wollte nicht den alten Mann spielen." Das tat der zweifache Oscar-Preisträger dann aber doch und verkörperte dieses Familienoberhaupt kraftvoll als eine Art verletzlichen Patriarchen, der sich und seine Kinder vor allem über ihre Erfolge definiert.

Hommage an Godard

Zwei weitere Beiträge fokussierten dagegen mehr auf gesellschaftliche Missstände: Der schwedische Regisseur Ruben Östlund stellte in der Satire "The Square" einen bigotten Museumskurator in den Mittelpunkt und entlarvte damit auch gleich Abgründe in der saturierten, bürgerlichen Schicht insgesamt.

Politischer wurde der Franzose Robin Campillo, der in "120 battements par minute" vom Kampf von Aids-Aktivisten Anfang der 90erJahre erzählt. Naturalistisch, fast dokumentarisch fängt er die verschiedenen Interessensgruppen ein, die sich gemeinsam für Akzeptanz in der Gesellschaft und Unterstützung durch die Regierung von Präsident François Mitterand einsetzen.

Und zurück zur Evakuierung: Die hatte die erste Vorführung des Films "Le Redoutable" von Oscar-Preisträger Michel Hazanavicius ("The Artist") getroffen. Mit viel Liebe zum Ausstattungsdetail, insgesamt aber etwas zu brav inszeniert er seine Hommage an die schweizerisch-französische Regielegende Jean-Luc Godard. Verkörpert wird der von Louis Garrel - eine starke Performance als talentierter Künstler auf der Suche nach dem eigenen Weg.

Von Aliki Nassoufis, dpa

Die australische Schauspielerin Nicole Kidman posiert auf dem roten Teppich in Cannes. Sie macht dort Werbung für ihren Film: "The Killing of a Sacred Deer". (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Sängerin Rihanna ist auf dem roten Teppich zu Hause. Dies beweist sie in Cannes ein weiteres Mal. (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Susan Sarandon lässt sich das 70. Cannes-Filmfestival nicht entgehen. (Bild: EPA/Guillaume Horcajuelo)
Die britische Schauspielerin Emma Thompson (in gelb) blödelt mit Schauspieler Dustin Hoffman (rechts) rum. (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Der amerikanische Schauspieler Jake Gyllenhaal (links), die britische Schauspielerin Lily Collins (mitte) und Schauspieler Paul Dano machen Werbung für ihren Film "Okja", der gleichzeitig mit dem Kinostart auf Netflix gestreamt wird. Während der Premiere in Cannes wurde der Film deshalb zunächst ausgebuht. (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Der US-Schauspieler Adam Sandler verlässt die Premiere von "The Meyerowitz Stories". (Bild: EPA/Julien Warnand)
Will Smith lässt sich das Filmfestival auch nicht entgehen. (Bild: EPA/Sebastian Nogier)
Die britische Schauspielerin Andie MacDowell auf dem roten Teppich. (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Halli Hallo: Die US-Schauspielerin Jessica Chastain sucht den Fotografen. (Bild: EPA/Julien Warnand)
Die französische Schauspielerin Laetitia Casta weiss wie man sich richtig in Szene setzt. (Bild: JULIEN WARNAND)
Nicole Kidman (links), Regisseur Cameron Mitchell und die Schauspielerin Elle Fanning haben ihren Spass. (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Michelle Williams (links) und Julianne Moore scheinen beste Freundinnen zu sein. (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Die Schauspielerin Kristen Stewart erscheint mit einer neuen Frisur auf dem roten Teppich. (Bild: EPA/Sebastian Nogier)
Die Schauspielerin Salma Hayek hat neustens auch die Haare blond. Ob sie das für eine Rolle getan hat? (Bild: EPA/Guillaume Horcajuelo)
Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen, ein Bond-Bösewicht, scheint in Cannes die Sonne genossen zu haben. (Bild: EPA/Guillaume Horcajuelo)
Der US-Schauspieler Giancarlo Esposito (links) und die britische Schauspielerin Tilda Swinton bei der Premiere für "Okja". (Bild: EPA/Ian Langsdon)
Auch Uma Thurman ist vor Ort. (Bild: EPA/Guillaume Horcajuelo)
Arnold Schwarzenegger (mitte), macht lieber Spaziergänge am Strand als auf dem roten Teppich. (Bild: EPA/Julien Warnand)
Das Model Kendall Jenner weht über den roten Teppich. (Bild: EPA/Sebastian Nogier)
19 Bilder

Die Stars am Filmfestival in Cannes

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