Chansonnier Charles Aznavour mit 94 Jahren gestorben

Einer der bekannten Musikstars Frankreichs ist nicht mehr: Charles Aznavours Stimme ist für immer verstummt. Seine Musik lebt weiter. Aznavour hatte einen speziellen Bezug zur Schweiz – und plante im Dezember ein Konzert im Hallenstadion Zürich.

Marc Benedetti
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Charles Aznavour auf einer Aufnahme von 2013. (Bild: Gaetan Bally)

Charles Aznavour auf einer Aufnahme von 2013. (Bild: Gaetan Bally)

Charles Aznavour ist Sonntagnacht im Alter von 94 Jahren in seinem Haus im südfranzösischen Alpilles gestorben. Das teilte seine Sprecherin in Paris mit.

Bis fast zuletzt stand der Altstar des französischen Chansons und Entertainer mit armenischen Wurzeln auf der Bühne. Im Juni dieses Jahres war der Star gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen. «Aufhören ist wie Sterben, dafür bin ich noch nicht bereit», sagte er zu Beginn seiner Europatournee in Wien. Wegen seines Unfalls hatte er Konzerte in Deutschland und Kroatien abgesagt.

Aznavour bleibt neben Maurice Chevalier, Edith Piaf und Charles Trenet einer der ganz wenigen französischen Chansonniers, die ein internationales Publikum gewinnen konnten.

In Großbritannien, Japan, Deutschland oder den USA wurde er genauso bejubelt wie daheim.  In der Schweiz wollte er im Dezember 2018 ein Konzert im Hallenstadion geben. 

Botschafter Armeniens in der Schweiz

Charles Aznavour war ein armenisch-französischer Chansonnier, Liedtexter, Komponist und Filmschauspieler. Der Sänger wurde mit Liedern wie «La Bohème» und «Emmenez-moi» berühmt. Als Schauspieler wirkte er in zahlreichen Filmen mit, darunter auch in «Die Blechtrommel» von Volker Schlöndorff von 1979.

Daneben war Aznavour amenischer Botschafter in der Schweiz und ständiger Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen in Genf. Der Sänger hat fast 200 Millionen Platten weltweit verkauft.