Bach Ensemble: Chor und Harfe brillierten

Zwei Wochen nach dem Pfingstfest liess Franz Schaffner am Sonntag mit seinem Bach Ensemble Musik um den Heiligen Geist noch einmal klangvoll aufleben. Und nicht nur die Pfingst-Kantaten von G. Ph. Telemann und J. S. Bach, auch das Harfenkonzert von François-Adrien Boieldieu (1775–1834) schien vom Heiligen Geist inspiriert.

Gerda Neunhoeffer
Merken
Drucken
Teilen
Franz Schaffner und das Bach Ensemble bei einem früheren Konzert. (Bild: Pius Amrein, 18. Dezember 2016)

Franz Schaffner und das Bach Ensemble bei einem früheren Konzert. (Bild: Pius Amrein, 18. Dezember 2016)

Die vielen Zuhörenden in der Franziskanerkirche Luzern konnten die Texte dank deutlicher Aussprache von Chor und Solisten gut verfolgen. Dabei arbeitete Schaffner genau heraus, wie sowohl Telemann als auch Bach die Worte klangmalerisch auslegen. In Telemanns Kantate «Stehe auf, Nordwind» wurde der Wind von ruhigen Streicherbewegungen verdeutlicht, und mit lebhaften Koloraturen wurde die «Kraft aus der Höhe» ausgemalt.

Zuversichtliche Leichtigkeit

Bachs Kantate «Erwünschtes Freudenlicht» lebt von zuversichtlicher Leichtigkeit; Freude und Dankbarkeit wurden in feinen Trillern von Sopran und Alt (Olivia Allemann und Susanne Andres) und in Tongirlanden der beiden Flöten hörbar. Und der Schlusschor wurde von Chor und Orchester schwingend ausmusiziert. Wie in Telemanns Missa brevis «Komm, Heiliger Geist» dieser schlichte Choral immer wieder im «Gloria» aufscheint, das gestaltete Schaffner sehr bewusst und transparent, und in der Amen-Fuge konnte der Chor die Beweglichkeit besonders zeigen.

Im Zentrum aber stand das Harfenkonzert von Boieldieu. Sabine Moser, die in Luzern studiert hat, spielte den Solopart feinfühlig, trotz Hall blieben die Töne filigran. Nach dem spritzigen «Allegro brillante» führte das Largo mit dunklen Klängen in die Opernwelt des Komponisten, Orchester und Solistin malten die Melancholie, das Rondo reichte von romantischen Harmonien bis in sprudelnde Klangkaskaden. Wie sich ein Harfenkonzert in geistliche Werke einfügt, zeigte nach dem Konzert im März auch dieses eindrucksvoll.

Nächstes Konzert am 22. September mit dem Harfenkonzert von Dittersdorf.