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CLASSICS: Nationale Ausstrahlung des KKL bestätigt

In dieser Saison gibt es fünf Migros-Konzerte im KKL – so viele wie nie zuvor. Das Wachstum ist auch Bernern und Baslern zu verdanken, welche die Klassik-Reihe lieber in Luzern als zu Hause hören.
Solist im Eröffnungskonzert im KKL: Cellist Truls Mork. pd

Solist im Eröffnungskonzert im KKL: Cellist Truls Mork. pd

Bern, Basel, Zürich: In allen drei Städten gibt es Konzertsäle aus der Zeit um 1900, und alle drei werden derzeit saniert oder umgebaut. Das bekommt auch die Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics zu spüren. Sie wurde vor bald 70 Jahren – damals unter dem Namen Klubhauskonzerte – von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler ins Leben gerufen.

Die Idee: Das breite Publikum soll grosse Orchester zu moderaten Preisen zu hören bekommen. In dieser Saison stehen etwa das Mariinsky-Orchestra und die Sächsische Staatskapelle Dresden bereit. Aber eben: Wegen der Sanierungswelle spielen sie diesmal unter etwas anderen Bedingungen.

Prominente Orchesterparade im KKL

In Zürich finden die Konzerte nicht in der Tonhalle, sondern im Ersatz-Konzertsaal, der Tonhalle Maag, statt. Das Berner Publikum wiederum darf ins KKL nach Luzern reisen, wobei Migros-Classics Extrazüge für Abonnenten organisiert und bezahlt. In der Folge finden im KKL insgesamt fünf Migros-Classics-Konzerte statt – so viele wie nie zuvor.

Nach dem Auftakt mit der Tschechischen Philharmonie morgen Sonntag treten hier vier weitere Top-Orchester auf: das Russische Nationalorchester unter Mikhail Pletnev (30. November), das Mahler Chamber Orchestra unter Daniele Gatti (23. Januar), das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev (6. Mai) und die Sächsische Staatskapelle Dresden (31. Mai).

Konzert im KKL Luzern ist «besonderes Erlebnis»

In Basel wurden die Classics-Konzerte 2013 sogar eingestellt, weil die meisten Abonnenten von der Möglichkeit Gebrauch machten, Classics-Konzerte im KKL Luzern zu besuchen, wie Intendant Mischa Damev im Gespräch erklärt. Hier spiele wohl der Konzertsaal eine entscheidende Rolle. «Ein Konzert im KKL ist für viele Leute ein besonderes Erlebnis», meint er.

Der Pianist Denis Matsuev, der Dirigent Valery Gergiev und andere Stars, die sonst beim Lucerne Festival auftreten, könne man auch in der Classics-Reihe hören – nur seien die Ticketpreise grundsätzlich tiefer, teilweise nur halb so hoch.

Die Berner votierten klar für Luzern

Er stelle fest, so Damev, dass die meisten Classics-Besucher im KKL nicht Einheimische seien, sondern Leute von auswärts. Bezeichnend dafür sei das Ergebnis einer Umfrage unter den 800 Berner Abonnenten. Diese wurden vor der Kulturcasino-Sanierung befragt, wo sie die Classics-Konzerte während der Bauzeit hören möchten: zu Hause in der Ausweich-Konzertstätte, im Berner Kursaal oder aber im KKL inklusive Gratiszugfahrt. «Die überwältigende Mehrheit entschied sich für Letzteres», so Mischa Damev.

Aus Berner, Basler und Zürcher Sicht ist das KKL Segen und Fluch zugleich. Segen deshalb, weil Klassikfans zu relativ günstigen Konditionen Konzerte in einem Top-Saal hören können. Fluch, weil diese Alternative die Position der eigenen Stadt im Klassikzirkus schwächt– je attraktiver das KKL, desto grösser die Kannibalismusgefahr. Zumindest der Niedergang der Basler Migros-Reihe lässt sich kaum ohne den Aufstieg in Luzern verstehen.

Bleibt abzuwarten, ob das Basler Beispiel Schule macht und wie das Berner Publikum reagiert: Gewöhnt es sich an die Classics im KKL, so wäre das schön für Luzern, aber schade für den Klassikstandort Bern, wo das Kulturcasino in zwei Jahren in neuem Glanz wiedereröffnet werden soll.

Simon Bordier

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Morgen Sonntag, 18.30 Uhr, Konzertsaal, KKL: Tschechische Philharmonie, Dvoráks Cello-Konzert (mit Truls Mork) und 8. Sinfonie.

Vorkonzert mit Migros-Kulturpreisträgern (Blockflötistin Laura Schmid & d’istinto): 17.30 Uhr.

www.migros-kulturprozent-classics.ch

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