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Cleveres Spiel mit Realitäten

«Tatort»
Bild: (WDR-Pressestelle/Fotoredaktion)

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«Meta», so der Titel des siebten Berliner «Tatorts» mit den Kommissaren Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker). Und der Name ist Programm: Hier wird derart massiv mit Ebenen gespielt, dass man schnell denken muss, um zusammen mit den Kommissaren in der Realität zu bleiben. Doch ist das Drehbuch (Erol Yesilkaya; Regie: Sebastian Marka) nicht nur raffiniert, sondern auch mit viel Liebe zum Detail geschrieben.

Passend zur aktuellen Berlinale geht es um einen Film im Film im Film. Gedreht wurde mit einer Sondergenehmigung – während der Berlinale 2017. Zur Handlung sei verraten: Karow und Rubin erhalten ein Päckchen, Inhalt: ein abgetrennter Finger. Der Finger führt sie zu einer in Formaldehyd eingelagerten Leiche einer 14-jährigen Prostituierten. Die Leiche wiederum führt sie zum Regisseur des Films «Meta», der gerade Premiere feiert und von zwei Kommissaren erzählt, die einen abgetrennten Finger zugeschickt bekommen ...

Was bemüht klingt, macht durchaus Spass, wenn man es anschaut. Bereits die Einstiegsszene begeistert mit Leichtigkeit: Man sieht den so konträren Charakteren Rubin und Karow beim Aufstehen zu – liebenswertes Chaos da, kühl-rationaler Perfektionismus hier. Was einen richtig freut: Wohl zum ersten Mal darf man Super-Unsympath Karow ansatzweise sympathisch finden. Mark Waschke spielt diesen Karow sensationell gut – der mal schlicht nachdenklich auf seinem Bett liegt und mal so einnehmend verrückt wie die CIA-Agentin Carrie Mathison in «Homeland» seine Gedanken per Zettel-Wand-Installation ordnet. Geschichtsfreunden sei gesagt: Auch die Organisation Gehlen, Vorläufer des BND, haben die Macher noch in diesen verrückten Krimi eingebaut, ohne ihn zu überfrachten.

Susanne Holz

Hinweis

«Tatort» aus Berlin: «Meta». ­Heute Sonntag, 20.05 Uhr, SRF 1.

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