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COMICBIOGRAFIE: Es geht um die Bilder hinter den Bildern

Der Zeichner Ricard Fernandez und der Autor Salva Rubio bringen Licht in das Leben des französischen Malers Claude Monet, den Begründer des Impressionismus.
Oliver Seifert
Ausschnitt aus dem «Monet»-Comic. (Bild: PD)

Ausschnitt aus dem «Monet»-Comic. (Bild: PD)

Als Claude Monet das erste Mal auftaucht, ist es schon fast wieder mit ihm zu Ende. Es ist das Jahr 1923, und nach einer Augenoperation lässt sich der angeschlagene Mann zurück in sein Haus in Giverny fahren und sinniert über die Vorstellung einer angeborenen Blindheit und eines erst irgendwann später einsetzenden Sehvermögens. «Ich hätte angefangen, das Licht und die Farben zu malen, ohne die vor mir befindlichen Objekte zu kennen», führt der Franzose aus und blickt dann, im Bett zur Ruhe kommend, auf seine bewegte Vergangenheit zurück.

Von der lebenslangen Suche nach dem Augenblick und seiner Atmosphäre, seinem Licht und seinen Farben lassen der Zeichner Ricard Fernandez und der Autor Salva Rubio den Maler Claude Monet (1840–1926) aus der Ich-Perspektive erzählen. Ihre grossformatige Comicbiografie spielt damit bewusst mit der Wirklichkeit, der Objektivität oder der Wahrnehmung, mit Eindrücken oder Stimmungen. Fer­nandez und Rubio haben im ­Sinne Monets nicht zum Ziel, einfach nur die Realität abzubilden oder die Fakten zu rekonstruieren. Es geht um die Verknüpfung von Imagination und Vision, um die Bilder hinter den Bildern. Ihre biografische Einführung als eine Übung im Sichtbarmachen von individuellen Beobachtungen und Empfindungen baut auf die Vielfalt der Perspektiven, Kunst wie Künstler gleichermassen betreffend.

Im Stile seines malenden Erzählers

Dabei verzichtet «Claude Monet – Auf den Spuren des Lichts» keineswegs auf relevante Daten und Personen. Die frühen Karikaturen und das nicht fertiggestellte Gemälde «Das Frühstück im Grünen». Der Pariser Salon, die Impressionisten-Ausstellungen, die erste Einzelausstellung. Die früh gestorbene Mutter, der skeptische Vater, die sich für ihn einsetzende Tante. Die befreun­deten Maler-Revoluzzer Pierre-­Auguste Renoir, Alfred Sisley, Frédéric Bazille. Doch nicht das Geschehen ist das eigentliche ­Ereignis, sondern seine Darstellung. Die Anlässe, die Motive treten wie bei Monets Malerei ab den 1860er-Jahren in den Hintergrund, im Vordergrund steht das Erspüren von Situationen und das Wiedergeben von Eindrücken. Diese Impressionen versucht der Comic im Stile seines malenden Erzählers festzuhalten. Fernandez arbeitet mit Lichtreflexen, Kontrasten, Spiegelungen, strahlendem Weiss und leuchtenden Komplementärfarben, zeigt hingetupfte Natur und die Konturen verlierende Menschen. Sooft es geht, werden der Meister und seine Bilder selbst herangezogen. Auch Werke anderer (Eugène Boudin, Vincent van Gogh oder Bazille) dienen als Vorlage.

Die letzten Eindrücke dieser überzeugenden Comicbiografie gehören dem aufwendig von Monet selbstgestalteten Garten mit dem Seerosenteich im bereits ­erwähnten Giverny.

Oliver Seifert

Ricard Fernandez, Salva Rubio: Claude Monet – Auf den Spuren des Lichts, Knesebeck-Verlag 112 S., Fr. 33.-

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