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COMICS: Höllischer Auftritt des Stargasts

Morgen wird das Fumetto 2016 eröffnet. Das 25. internationale Comix- Festival Luzern blickt in mehreren Ausstellungen auch auf die eigene Geschichte zurück.
Kurt Beck
Fabelwesen in finsteren Gefilden: Tuschzeichnung aus der Serie «Oltremai» von Lorenzo Mattotti. (Bild: PD)

Fabelwesen in finsteren Gefilden: Tuschzeichnung aus der Serie «Oltremai» von Lorenzo Mattotti. (Bild: PD)

Kurt Beck

Ein Wiedersehen zum Jubiläum. Der italienische Comic-Künstler Lorenzo Mattotti, der erste Stargast des Luzerner Comic-Festivals Fumetto, ist auch in diesem Jahr, dem 25. in der Erfolgsgeschichte von Fumetto, offizieller Stargast. Mattotti war zwar nicht bei der allerersten Ausgabe von Fumetto dabei, die 1992 im ehemaligen Jugendzentrum Wärchhof in Luzern stattfand, sondern erst 1994, als sich Fumetto von der lokalen Comic-Schau endgültig zum internationalen Festival entwickelte.

Lorenzo Mattotti, 1954 in Brescia geboren, ist ein sehr vielseitiger Künstler, der die Grenzen des Comics immer wieder erweitert hat und Elemente des Designs, der Architektur oder der Mode in seine Arbeit integriert. Mattotti ist auch ein erfolgreicher Grafiker, der nicht nur Werbekampagnen entworfen und für Magazine und Zeitungen wie «Le Monde» oder «The New Yorker» gearbeitet hat, sondern auch für den Musiker Lou Reed gezeichnet und an Filmen von Wong Kar-Wai, Antonioni und Soderbergh mitgewirkt hat.

Finstere Fabelwelt

Am Fumetto 2016 zeigt der Italiener seine jüngsten Arbeiten. Unter dem Titel «Oltremai» zeigt er eine Serie von über 50 grossformatigen schwarz-weissen Tuschzeichnungen im Luzerner Kunstmuseum. Es sind Bilder aus höllischen Welten, bewohnt von eigenartigen Tierwesen und Fabelfiguren. Die kleinen Menschenwesen befinden sich darin meist in höchst ungemütlichen Situationen. Die Bilderserie erzählt keine zusammenhängende Geschichte. Jedes Bild ist in sich abgeschlossen. Es ist am Betrachter, die Geschichte, die darin steckt, für sich selbst zu entschlüsseln. Märchen- und Fabelhaftes wuchert in den dicht gemalten Zeichnungen. Gespenstisches und Katastrophales sind in einzelnen Blättern zu Schreckensvisionen verdichtet. Es sind schaurige, aber faszinierende Bilderwelten, mit denen Ausstellungsbesucher konfrontiert werden.

Comic im Untergrund

Neben Lorenzo Mattotti kann man am Jubiläumsfumetto verschiedenen grossen Comic-Künstlern wiederbegegnen: Joe Sacco, Max oder auch Tom Gauld und Conradin Wahl waren schon in vergangenen Jahren in Luzern zu sehen. Von Joe Sacco sind Raritäten aus frühen Schaffensphasen der 1980er-Jahre zu sehen, die der US-amerikanische Zeichner in Underground-Magazinen veröffentlichte. Ergänzt wird die Retrospektive durch die neuste Underground-Arbeit «Bumpf», eine aktuelle Satire auf die Politik der USA. Die Sacco-Ausstellung findet sinnigerweise im Untergrund statt: in der Unterführung unter den Gleisen des Luzerner Bahnhofs.

Dass das Fumetto Luzern internationale Ausstrahlung und unter den Künstlern einen ausgezeichneten Ruf hat, zeigt sich auch daran, dass für das diesjährige Festival Joost Swarte als Artist in Residence gewonnen werden konnte. Der bekannte niederländische Zeichner arbeitet täglich zwei Stunden live im Hotel Schweizerhof vor interessiertem Publikum.

242 Künstler

Insgesamt präsentieren 242 Künstler ihre Arbeiten in den 11 Hauptausstellungen und den 55 Satellitenausstellungen, die in den Schaufenstern der ganzen Stadt stattfinden. Fumetto erschliesst sich immer wieder neue Ausstellungsorte. In diesem Jahr wird erstmals das Historische Museum Luzern mit den Comics von Tom Gauld bespielt, der die Evolutionsgeschichte des Roboters nachgezeichnet hat.

Wie jedes Jahr finden auch heuer zahlreiche Nebenveranstaltungen sowie zur Eröffnung und zum Abschluss des Festivals je eine Party statt.

Hinweis

Tickets und Infos: Festivalzentrum, Kornschütte, Luzern. 16.–24. April, 10–20 Uhr. www.fumetto.ch

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