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Compagnie Buffpapier: «Jeder hat etwas Monströses und Dummes in sich»

Cabaret: Die Stücke der St. Galler Compagnie Buffpapier sind schrill und surrealistisch, rührend und charmant. Heute hat «The New Show» Premiere. Stéphane Fratini und Franziska Hoby erfinden leidenschaftlich gerne freakige Figuren.
Hansruedi Kugler
St. Gallen - Compagnie Buffpapier: Franziska Hoby und Stéphane Fratini in ihrem Proberaum in der Hauptpost St.Gallen. Bild: Ralph Ribi

St. Gallen - Compagnie Buffpapier: Franziska Hoby und Stéphane Fratini in ihrem Proberaum in der Hauptpost St.Gallen. Bild: Ralph Ribi

Aha, so sehen die zwei Buffpapiers also ohne Maske aus, ohne groteske Kostümierung. Auch wenn man sie schon oft auf der Bühne sah, auf der Strasse würde man sie nicht erkennen: «Ja, das ist tatsächlich angenehm», sagt Stéphane Fratini. Was für ein verblüffender Kontrast: Als Buffpapier starrt ihm jeweils ein unförmig gezacktes Gebiss aus seinem Mund, denn im «Cabaret Grotesque» spielt er die schrille, herrische Madame Jocaste mit Stummelbeinen und voluminösem Reifrock, die auch mal in einer grotesken Zirkusnummer einem Cervelat hinterher jagt – eine skurrile Hommage an die Kuriositäten-Varietés des 19. Jahrhunderts.

Das vergangene Programm der Buffpapiers: «Le petit Cabaret Grotesque».

Das vergangene Programm der Buffpapiers: «Le petit Cabaret Grotesque».

Hier im Proberaum in der St. Galler Hauptpost hingegen ist Fratini ein nachdenklicher, sanftmütiger Mittdreissiger, der in druckreifem Deutsch-Französisch das Selbstverständnis von Buffpapier erklärt: «Jeder hat doch etwas Monströses und Dummes in sich. Deshalb machen wir uns im neuen Programm auch nicht über Fernsehshows oder Varietés lustig. Wir sind keine moralische Anstalt. Es gibt genug zu lachen über uns selbst.» Ihre Methode: Mit Assoziationen, Träumen und Fantasien das Unbewusste erschliessen, und dann «farbig und positiv auf die Bühne bringen.»

Von Paris nach St.Gallen

Deshalb kann man ihre Figuren zwar satirisch empfinden, in erster Linie sind diese aber komisch-rührend, wie sie am Leistungsdruck scheitern. So wie die komplett unbeholfene Ansagerin Isabelle la Belle, die von Franziska Hoby gespielt wird. Wegen ihr ist Stéphane Fratini von seiner Heimat Paris nach St. Gallen gekommen – als Künstlergemeinschaft. Privat seien sie zwar kein Paar, aber auf der Bühne teilen sie die Liebe zum Surrealen, zum charmant Grotesken. Kennen gelernt haben sich Hoby und Fratini in der Mimenschule Lecoq in Paris und sind seit 17 Jahren, zusammen mit Manuel Gmür, als Compagnie Buffpapier unterwegs – mit Hauptsitz St. Gallen, und werden mit der Basisförderung des Lotteriefonds unterstützt.

St. Gallen - Kellerbühne: Aqua Freakshow von der Compagnie Buffpapier 2016.

St. Gallen - Kellerbühne: Aqua Freakshow von der Compagnie Buffpapier 2016.

Als nächstes kommt Flash Gordon auf die Bühne

Die gebürtige Flawilerin Franziska Hoby war schon als Kind im Verkleide-Modus: «Fasnacht war Highlife», sagt sie, lacht und fügt an: «Meine Berufswahl war deshalb einfach.» Hat der Zirkus Knie schon angefragt? «Wir würden nicht Nein sagen. Unter der Bedingung, dass wir machen können, was wir wollen.» Im Herbst bringen sie Flash Gordon auf die Bühne. «Der Held ohne Superkräfte», sagt Fratini und lacht: Flash Gordon, als Figur ein bisschen wie wir alle.

Hinweis

The New Show:
Heute Mi, sowie Fr, Sa, 20.30 Uhr, So 17.30 Uhr;
Gallusplatz, St. Gallen

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