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Klingt wie immer – aber anders: Dada ante portas sind zurück

Auf dem neunten Album der Luzerner Band gibt es rockige Pop-Songs mit hymnischen Refrains.
Pirmin Bossart
Die Luzerner Dada ante portas melden sich mit ihrem neunten Album zurück. (Bild: PD)

Die Luzerner Dada ante portas melden sich mit ihrem neunten Album zurück. (Bild: PD)

Ob es sie noch gibt? Hat es sie schon mal nicht gegeben? So ist man versucht zu denken, wenn die neue Dada-Scheibe rotiert. Da klopfen Songs voran oder kriechen in die Ohren, die man sofort wiedererkennt, obwohl man sie noch gar nie gehört hat. Dada ante portas versuchen nicht, auf Trends aufzuspringen, sie machen einfach weiter.

Daran ändert auch nichts, dass die Band vor einem Jahr ihren Drummer verloren hat, der von Anfang an dabei war. Es sei schwierig gewesen, bestätigen Pee, der Sänger und Lukas, der Gitarrist. «Aber wir sind eher noch näher zusammengerückt, weil wir alle weiterhin hungrig sind, Musik zu machen.» Mit Timo Wild haben sie einen neuen Schlagzeuger. Im CD-Booklet wird er, wie Keyboarder Mischa Podstransky, als «additional musician» aufgeführt. Beide sind live dabei.

Koffer packen und auf Tour

Vor bald 25 Jahren waren sie die Agglo-Jungs mit Rockstar-Träumen, die – wie etwas später auch 7 Dollar Taxi – von Horw aus starteten, um die Indie-Szene zu erobern. Inzwischen haben sie längst ihre Jobs als Lehrer und sind Familienväter. Doch den Traum, als Band Songs zu schreiben und mit ihnen auf der Bühne ihrem treuen Publikum dankbar entgegen zu stürmen, träumen sie noch immer. «Hush» ist ihr neuntes Album. Nichts Neues unter der Sonne, aber überraschend frisch und hundert Prozent Dada.

«Die Koffer zu packen und in den Tourbus zu steigen, das ist für mich immer noch das gleiche geile Gefühl wie immer», gesteht Pee mit einem Lächeln. Es sei einfach grossartig, neben Familie und Job noch eine «Gang» zu haben. Lukas nickt. «Die Band ist ein Freiheitsgefühl.» Ihr früherer Schlachtruf vor einer Show – «Go out and kill them!» – klingt bis heute nach. «Vollgas geben und ein super Konzert hinlegen. Wir haben Freude, und das Publikum auch. So muss es doch sein!»

Elf Songs hat die Band auf ihre neue CD gepackt. Es war wieder eine Wahl der Qual, konnten sie doch aus über 40 Stücken auswählen. Die Songs stammen von Pee, Lukas und Luc, den drei verbliebenen Ur-Dadas. Es sei ein Glück, dass sie immer so viele Ideen hätten, sagt Lukas. «Wir inspirieren uns gegenseitig, jeder will etwas einbringen.»

Einprägsam und euphorisch

Die Band hat gelernt, ihr Songmaterial so aufzubereiten, dass die Mischung stimmt: Kracher und Balladen, Eingängiges und Euphorisches, Uptempo und Herzschmerz, mit Spielfreude und grossen Emotionen. Immer sehr hymnisch, melodiös und catchy. Jeder Song ist einprägsam, aber für Ohren, die ganz verschiedene Musik hören, auch die Wiederkehr des Ähnlichen. Wer es gerne hat, wird es erneut lieben.

Die Gitarren schwellen und schmeicheln, Sänger Pee weidet melodramatisch die Zeilen aus, Backing Vocals dekorieren, ein sanft elektronisch geblähter Soundteppich füllt und trägt die Songs. Als Novum beenden Dada ihre CD mit einem 13-minütigen Song, auf dem sie ausfahren und ihr Bandgefühl zelebrieren können.

So professionell frisch und souverän das Album klingen mag: Der euphorische Indie-Gitarren-Sound ist in die Jahre gekommen und meilenweit entfernt von der synthetischen Sexyness der heutigen Trendsetter. Die Band macht schlicht, was sie kann und was sie selber liebt. «Wir sind immer offen für Neues, aber wir kennen auch unsere Stärken», sagt Lukas und meint: «Gitarrenmusik ist eventuell nicht mehr so angesagt, aber vielleicht kehrt ja der Wind mal wieder.»

Neu auf einem Luzerner Label

2017 spielten Dada ante portas vier Abende mit dem 21st Century Orchestra im KKL Luzern, und viermal war die Show ausverkauft. Auch die Tour «An evening with Dada» durch kleinere Lokalitäten verlief erfolgreich. Enttäuschend verlief einzig ihre Zusammenarbeit mit dem Major-Label Universal auf der letzten Platte. «Es hat sich nicht so entwickelt, wie wir hofften», sagen die beiden. Mit «6003 Records» haben sie jetzt auf das neue Label des Luzerner Musikers und Promotors Cyril Montavon gesetzt.

«Cyril hat uns schon früher als Band gebucht. Er ist Feuer und Flamme. Mit solchen Leuten arbeiten wir sehr gerne zusammen», sagt Pee. Da sei die gleiche Leidenschaft spürbar, mit der auch sie Musik machten, sagt Lukas. Sowieso, grinsen sie: «Wir haben den Moment verpasst, um aufzuhören.» Wer will, kann sich also schon heute auf das zehnte Album freuen. Es wird klingen wie immer – aber lassen wir uns überraschen.

Hinweis: Dada ante portas: Hush!, 6003 Records, 2019

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