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Das grösste kleinste Musikfestival

Das Kulturfestival St. Gallen besticht durch seine einmalige Atmosphäre und seinen intimen Charme. Auch in seiner 14. Ausgabe gibt es wieder hochkarätige Musik zu entdecken. Verschiedene internationale Künstlerinnen und Bands stehen im Juli auf dem Programm.
Philipp Bürkler
Lauschiges Ambiente für das Kulturfestival. (Foto: pd)

Lauschiges Ambiente für das Kulturfestival. (Foto: pd)

Weshalb im Sommer in die weite Welt reisen, wenn die halbe Welt nach St. Gallen kommt? Da unnötiges Fliegen in Zeiten von Klimakrise nicht mehr legitim ist, kann man den Sommer auch in der Ostschweiz verbringen. Als Belohnung gibt es zwei Wochen Musik der Extraklasse. Bekannte und weniger bekannte Musikerinnen und Bands. Musikalische Entdeckungen, die jeden Urlaubstrip alt aussehen lassen. Zwischen dem 2. und 20. Juli gibt es an insgesamt 15 Abenden Konzerte sowie an einem weiteren Abend ein Best of der Poetry-Slam-Szene. Aber der Reihe nach.

Das Kulturfestival ist mittlerweile bekannt für seine breite ­stilistische Vielfalt und die qualitativ hochkarätigen Acts. Das bunte Programm reicht von Singer/Songwriter, Electronic, Indie, Folk, World Music bis Soul und Balkan-Gipsy. Die meisten Bands, die Organisator Lukas Hofstetter jeweils für einen Auftritt verpflichten kann, sind noch eher unbekannt. Aber genau das sei der Reiz des Kulturfestivals. «Wir sind ein Entdecker-Festival für Leute, die im Sommer hier bleiben.»

Diese Künstler kann man noch zahlen

Eines der Highlights im diesjährigen Programm ist das 15-köpfige Moka Efti Orchestra aus Deutschland. Dabei handelt es sich um die Originalband der deutschen Kultserie Babylon Berlin, die im Berlin der 1920er-Jahre spielt. Das Intro der einzelnen Episoden «zu Asche, zu Staub», avancierte zu einem Ohrwurm. «Das Moka Efti Orchestra spielt bei uns das einzige Schweizer Konzert, in Deutschland ist ihre gesamte Tour ausverkauft», erklärt Hofstetter. Das Orchester spielt mit musikalischen Elementen des frühen 20. Jahrhunderts. Swing, Jazz, Tango und Blues. Das Berlin der 20er-Jahre kommt musikalisch 2019 nach St. Gallen. Hofstetter ist bekannt dafür, am Kulturfestival jährlich Acts zu verpflichten, die kurz vor ihrem Durchbruch stehen. In den vergangenen Jahren waren das beispielsweise Faber, Parov Stelar, José González, Xavier Rudd und einige mehr. Es sind Künstlerinnen und Künstler, die zum Zeitpunkt des Auftritts noch bezahlbare Gagen verlangten. «Heute könnten wir uns die nicht mehr leisten.» Und das in einem Business, in dem die Konzertgagen seit Jahren höher und höher werden, weil Künstler hauptsächlich mit Konzerten und nicht mehr mit Tonträgern Geld verdienen.

Intime Atmosphäre für Publikum und Künstler

Einer, dessen Gage in den kommenden Jahren steigen dürfte, ist im diesjährigen Programm der Franzose Tiwayo. Hofstetter bezeichnet ihn als «Manu Chao der Generation 2000». Tiwayo wird zurzeit in der internationalen Musikpresse wie dem «Rolling Stone»-Magazin gehypt. «Er kommt mit seiner kompletten Band, Bläsern und Backgroundsängerinnen», freut sich Hofstetter. Ein spezieller Abend verspricht der Auftritt der Hamburger Band Kettcar. Die Band steht nach fünf Jahren Pause wieder auf der Bühne. Fünf Jahre, eine lange Zeit. Begriffe wie «Lügenpresse», «Gutmensch» oder «alternative Fakten» standen damals noch in einem anderen Kontext. Man darf gespannt sein, wie diese gesellschaftlichen Veränderungen die politische Band beeinflusst haben. «Das wird ein sehr intimes Konzert.» Normalerweise würden Kettcar nur noch Konzerte vor einem Publikum ab 3000 Menschen geben, weiss Hofstetter. «Bei uns passen maximal 400 Personen rein, und die Band kommt trotzdem.»

Hofstetter und seine Crew verstehen sich als Gastgeber

Das Programm ist nicht nur musikalisch vielfältig, sondern auch geografisch. Mit Sahad and The Nataal Patchwork gibt es ­Afrobeat aus dem Senegal, mit La Yergos Electro aus Argentinien und mit RY X Alternative Rock aus Australien. Den Abschlussabend bestreitet der Wiener Klaus Waldeck mit Electro-Swing. Das Festival ist bekannt für die intime und persönliche Atmosphäre. «Bei uns kommt es vor, dass Künstler im Anschluss mit dem Publikum an der Bar noch ein Bier trinken.» Hofstetter und seine Crew verstehen sich als Gastgeber, nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Künstler und Musikerinnen. «Das bleibt den Leuten. Schon oft haben Bands unser Festival anderen Bands als Auftrittsmöglichkeit empfohlen.» Das Kulturfestival St. Gallen mit seinem bunten Programm spricht gegen Ferien im fernen Ausland. Auch diesen Sommer.

Hinweis
kulturfestival.ch

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