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«Das hat Europa unglaublich verändert»

Arnim Halter und Ruth Erat erinnern im St. Galler Kleintheater Parfin de Siècle an den Ersten Weltkrieg und die Weimarer Republik. Der Epochenbruch wird in zwei packenden Lesungen auch zum Mahnmal für heute.
Hansruedi Kugler
Deutsche Soldaten im Schützengraben 1917 an der Westfront in Frankreich. (Bild: Getty)

Deutsche Soldaten im Schützengraben 1917 an der Westfront in Frankreich. (Bild: Getty)

Es geht um nichts weniger als um das Schicksal unseres Kontinents, um die Versuche mit der Demokratie und die Zerreissprobe nach dem Ersten Weltkrieg. Arnim Halter, Co-Leiter des Theaters Parfin de Siècle, begründet die Dringlichkeit der Lesungen so: «Wir halten das Ende des Krieges, den Versailler Vertrag, die Abdankung des deutschen und österreichischen Kaisers, die Weimarer Republik, die aggressiven Kämpfe der politischen Rechten und Linken für zentral für das moderne Europa.» Die Historiker würden da vorbehaltlos zustimmen. Übermorgen Sonntag, am 11. November, jährt sich der Waffenstillstand an der Westfront zum hundertsten Mal. Am Samstag startet nun die Reihe mit Lesungen im Parfin de Siècle mit Teil 1: «Berichte von der Front», zusammengestellt von Arnim Halter. Am Sonntag dann Teil 2: «Die Weimarer Republik – das Projekt des Friedens», zusammengestellt von Ruth Erat.

Das Abschlachten und das Scheitern des Friedens

Historische Texte, Zahlenvergleiche und Auszüge aus Friedensverträgen werden in den Lesungen kombiniert mit literarischen Texten. Arnim Halter stützt sich neben historischen Quellen vor allem auf den deutschen Schriftsteller und Offizier Ernst Jünger, der mit seinen Tagebüchern und Romanen als einer der präzisesten Chronisten des Ersten Weltkriegs gilt. Der allerdings auch umstritten ist, weil er einen Hang zur Ästhetisierung hatte und die Politik ausblendete. Halter nutzt auch den Roman «Diese Geschichte» des italienischen Schriftstellers Alessandro Barrico über einen erschossenen Deserteur, um die Brutalität und Absurdität des Krieges in den italienischen Bergen anschaulich zu machen.

Ruth Erat ruft in ihrer Textauswahl das Friedensprojekt der Weimarer Republik wach – mit historischen Quellen und literarischen Texten, vor allem vom pazifistischen, anarchistischen Lyriker und Romancier Erich Mühsam. Das Scheitern der Weimarer Republik scheint heute wieder ein aktuelles Thema zu sein. Arnim Halter will das nicht mit dem Zeigefinger behaupten. Aber im Erstarken der politischen Extreme in wirtschaftlichen Krisenzeiten, im Aufbau von Feindbildern und im hartnäckigen Militarismus findet er durchaus Parallelen von damals zu heute. Wohl deshalb ist der tragisch gescheiterte, sozialdemokratische Reichspräsident Friedrich Ebert eine Hauptfigur dieser Lesung.

Vorstellungen

«Berichte von der Front», 10., 14., 23., 28. November.
«Weimarer Republik - das Projekt eines Friedens», 11., 17., 21., 30. November.
www.parfindesiecle.ch

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