Das Kleintheater Luzern präsentiert sein Programm für die Saison 2020/21

Die Verantwortlichen gehen mit Zuversicht in die kommende Spielzeit und stellen dabei auch ihr Schutzkonzept vor.

Stefan Welzel
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Es sind und bleiben schwierige Zeiten für Kulturbetriebe. Laufend werden aufgrund der Coronapandemie Auflagen und Bestimmungen durch Bund oder Kantone verschärft oder gelockert. Unter solchen Umständen ein Programm auf die Beine zu stellen, ist kein leichtes Unterfangen. Das betonte am Freitag an der Medienkonferenz des Luzerner Kleintheaters auch die Stiftungsratspräsidentin Lisa Bachmann. Und dennoch präsentierte sie Seite an Seite mit der Theater-Co-Leitung Sonja Eisl und Judith Rohrbach ein dichtes Programm für die kommende Saison 2020/21.

Das Kleintheater Luzern an der Hirschmattstrasse.

Das Kleintheater Luzern an der Hirschmattstrasse.

Bild: Pius Amrein (8. September 2017)

Nicht zuletzt der Lockdown im Frühling führt nun dazu, dass einige damals abgesagte Acts in diese Spielzeit übernommen werden. Auf mindestens 170 Veranstaltungen kann sich das Luzerner Publikum in der kommenden Spielzeit freuen. Dazu gehören viele altbekannte Gesichter, aber auch einige Neuheiten. Dies stets unter der Prämisse, dass die Entwicklung der Pandemie keinen Strich durch die Rechnung macht und das vom Haus vorgesehene Schutzkonzept funktioniert. Doch die Zuversicht in Reihen der Führungsriege ist gross, genauso die Vorfreude auf den Relaunch nach dem «zwangsverordneten Dornröschenschlaf», wie Sonja Eisl die Situation um den Lockdown beschreibt.

Saisoneröffnung mit Urban Priol

Den symbolträchtigen Auftakt macht am Samstag, 22. August, eine gemeinsame Aktion unter anderem mit dem Luzerner Theater, dem Theaterpavillon und dem Südpol. Unter dem Motto «Wir sind wieder da» wollen die Luzerner Bühnenhäuser mit einem Sternmarsch zum Theaterplatz einen Weckruf durch die Stadt erhallen lassen.

Am 9. September geht es dann im Kleintheater für die Kleinsten mit dem «Theater Tiger Kinderklub» los. Der Neuzugang im Programm wird seine Premiere mit einer Schnitzeljagd durch das ganze Haus begehen. Offizielle Saisoneröffnung ist am Samstag, 12. September mit dem Auftritt des bekannten deutschen Polit-Kabarettisten Urban Priol.

Der deutsche Kabarettist Urban Priol ist einer von vielen prominenten Gästen, die das Kleintheater in den nächsten Monaten begrüssen darf.

Der deutsche Kabarettist Urban Priol ist einer von vielen prominenten Gästen, die das Kleintheater in den nächsten Monaten begrüssen darf.

Bild: PD

Es folgen im Laufe des Herbstes einige grosse Namen wie Pedro Lenz (28. Oktober), Ohne Rolf mit einer einmaligen Schau ihres Gesamtwerkes (von 3. bis 6. November; im Frühling stellen sie dann ihr neues Programm vor), Helga Schneider (20. November), Michael Elsener (25. November) oder Renato Kaiser (27. November).

Als einen Höhepunkt der Saison bezeichnet Eisl die zweite Auflage des Unfrisiert-Festivals im Februar. Eine Woche lang werden Künstlerinnen und Künstler unter dem Motto «Begehren und Begehrlichkeiten» Themen rund um Körperlichkeit und Sexualität behandeln.

Eine aussergewöhnliche Neuheit wartet gegen Ende der Saison im Mai 2021. Der Luzerner Schauspieler Patric Gehrig wird mit Susanne Kunz eine Show mit dem Titel «Telecafe» auf die Bühne bringen. Es wartet eine Mischung aus verschiedensten Elementen längst vergessener sowie aktueller TV-Sendungen, interaktiven Formaten, Musik und Talk.

Kapazität von 220 auf 128 Zuschauer gesenkt

All dies wird aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen vor einem Zuschauerraum mit reduzierter Kapazität stattfinden. Anstatt 220 werden nur 128 Personen die Veranstaltungen besuchen können. In der Spielzeit 2020/21 sei der Betrieb aufgrund finanzieller Reserven gesichert, aber im Prinzip defizitär, wie Judith Rohrbach ausführt. Ein weiterer Lockdown wäre für das Haus «existenzbedrohend».

Auch deswegen hat man ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet. «Die verschiedenen Besuchergruppen werden durch freigelassene Sitze getrennt, im Foyer, auf den Toiletten und beim Einlass gilt Maskenpflicht», betont Lisa Bachmann. Während der Aufführung empfehle man das Tragen einer Maske. Auch ein früherer Einlass in den Saal, der Verzicht auf eine Garderobe und ein möglicher zweiter Ausgang sollen die Risiken minimieren. Der Barbetrieb soll dank eines speziell erarbeiteten Systems aufrechterhalten bleiben. Die Verantwortlichen bitten zudem eindringlich, Tickets möglichst online zu bestellen und auch zu bezahlen, um die Abendkasse weitestgehend zu entlasten.

Weitere Infos zum Programm: www.kleintheater.ch

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