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Lo & Leduc bei den Proben im KKL: «Wir haben versucht, den Songs neue Gewänder anzuziehen»

Ab Mittwoch spielen Lo & Leduc dreimal mit dem 21st Century Orchestra im Luzerner KKL. Wir haben schon mal reingehört.
Michael Graber
Luc «Leduc» Oggier, Julia Portmann und Lorenz «Lo» Häberli (von links nach rechts) bei der Probe im KKL. Bild: Pius Amrein (Luzern, 18. September 2018)

Luc «Leduc» Oggier, Julia Portmann und Lorenz «Lo» Häberli (von links nach rechts) bei der Probe im KKL. Bild: Pius Amrein (Luzern, 18. September 2018)

Es gibt im KKL glamourösere Orte als den Proberaum im zweiten Untergeschoss. Er hat kein Tageslicht und den Charme einer Turnhalle. Zudem ist der Raum sehr gut gefüllt und sehr gut gefüllte Räume sind meistens warm – auch hier. Anwesend sind: Lo und Leduc, die Band der Berner, 21st Century Orchestra mitsamt Chor und Dirigent Ludwig Wicki. Sie proben für ihre drei gemeinsamen Konzerte (Mittwoch bis Freitag) im Rahmen der Radio Pilatus Music Night. Dann aber im durchaus glamouröseren Konzertsaal.

«Wir machen weiter bei Takt 73 von ‹Für Ingwer und Ewig›», sagt Ludwig Wicki. Es müsse da «Di-Ga-Ga-Ga-Ga» machen, sagt der Dirigent seinem Orchester. Immer wieder wird der verflixte 73. Takt wiederholt, bis Wicki zufrieden nickt. Es geht bei diesen Proben nicht mehr um Grundsätzliches, es geht um Achtel- und Sechzehntelpausen. Es geht um Betonungen, Einsätze und andere vermeintliche Kleinigkeiten. Wicki wird nicht müde, fordert Konzentration ein, verlangt von den Bläsern, es dürfe «schon noch mehr scheppern».

Durchaus eine gemeine Sache

Die beiden vermeintlichen Hauptprotagonisten Lo & Leduc sitzen etwas abseits neben Wicki, dazwischen noch Sängerin Julia Portmann. Auch hier: konzen­trierte Mienen, auch wenn die eigenen Einsätze eher selten sind. Die Korrekturen betreffen eher die Musik an diesem Dienstagmittag. Sie hätten «so intensiv wie noch nie geübt», sagt Luc «Leduc» Oggier, ein ganzes Bandwochenende hätten sie im Vorfeld geprobt, «fast wie ein Orchester», lächelt der Berner.

Im Gespräch spürt man eine Ehrfurcht. Er sei «schon ein bisschen nervös», sagt Leduc, obwohl er normalerweise kein grosses Lampenfieber mehr habe. «Da stehst du vorne allein und hinter dir sitzen 60 Chefs an ihren Instrumenten», sagt er.

In der gehörten Stunde Probe leitet Leduc ganz alleine «Stets i Truure» ein. Man hört den Respekt in den Tönen, einmal verliert er den Takt. Pop mit Orchester ist eine gemeine Sache – sie verzeiht fast keine Fehler. Oder wenn, dann nur solche, die man gut überschminken kann.

Lo & Leduc proben mit dem 21st Orchestra Luzern. Bild: Pius Amrein (Luzern, 18. September 2018)

Lo & Leduc proben mit dem 21st Orchestra Luzern. Bild: Pius Amrein (Luzern, 18. September 2018)

Orchester und Pop ist auch nicht eine sonderlich originelle Sache. Das gibt es mittlerweile dutzendweise. Spannend dieses Mal ist die Verbindung von Sprechgesang und klassischen Tönen. Davon gab es am Dienstag aber eher wenig zu hören – die Raps sitzen wohl einfach schon. Erfreulich originell waren einige der Einsätze des Chors, das machte Lust auf mehr.

Eine Scheibe Pathos mehr auf das Lied gestrichen

«Wir haben uns sehr auf diese Aufgabe gefreut», sagt Leduc, «das hätten wir nie gedacht, als wir angefangen haben, Liedli zu schreiben.» Mit «Liedli» meint er unter anderem «079», dem erfolgreichsten Song in der Schweiz seit Einführung der Hitparade. Ob der auch gespielt wird? Unter den fünf gehörten Stücken war er jedenfalls nicht – aber es wäre doch eine grosse Überraschungen, wenn nicht. Ebenfalls keine Überraschung ist, dass «Pluto» dabei ist. Diese berührend schöne Ballade, in der es um so viel mehr geht als um den einstigen Planeten. Der ist, im Gegensatz zu vielen Lo & Leduc-Songs, geradezu prädestiniert, mit Streichern verstärkt zu werden.

In diesem Offensichtlichen liegt aber auch eine Schwäche der Übungsanlage: Das Orchester streicht einfach eine Schicht Pathos mehr auf einen sonst schon pathetischen Song. Das ist in Dosen schmackhaft, wird aber auf Dauer ermüdend. «Wir haben versucht, den Songs neue Gewänder anzuziehen», sagt Leduc, ohne viel mehr verraten zu wollen.

Als Gegenbeispiel nennt er etwa den «Streifgänger», der für ihn ganz anders klinge mit Chor und Orchester. Stimmt – und trotzdem ist es unverkennbar ein Lo & Leduc-Song. Das sind jene Momente, in denen die Kombination richtig gut funktioniert.

Ebenfalls viel Spass macht es, wenn Orchester, Chor, Band zu grooven beginnen. Dann klingt das Orchester nicht mehr nach Orchester, sondern nach einer wuchtigen Band. Wenn noch all das Spontane, all der Schalk und der Charme von Lo & Leduc besser zum Tragen kommen, könnten das ganz gute Abende werden.

Konzerte: 19./20./21. September, jeweils 19.30, KKL. Restkarten sind für alle Abende erhältlich.

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