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Katalin Deér fotografiert das Bergell fern der Postkartenidylle

Die St. Galler Künstlerin zeigt im Band «Verde» über 400 Bilder: Sie offenbaren einen liebevollen aber ungeschönten Blick auf die Architektur und Landschaft der Grenzregion.
Emaillierte Kupferplatten treten in den Dialog mit den Fotografien aus dem Bergell. (Bild: Katalin Deér)

Emaillierte Kupferplatten treten in den Dialog mit den Fotografien aus dem Bergell. (Bild: Katalin Deér)

Die Schieferplatten auf den Dächern sehen aus wie Rückenpanzer von Reptilien. Der Holzzaun durchzieht die Landschaft wie eine Zeichnung im Raum. Cascine, alte Kastaniendörrhäuser, schmiegen sich in die Landschaft. Der Erdrutsch von Bondo ist unaufgeregt dokumentiert, fern der reisserischen Nachrichtenbilder.

Katalin Deérs Fotografien zeigen ein Bergell jenseits der Postkartenidylle. Trotzdem ist es ein liebevoller Blick auf dessen Architektur und Landschaft. «Es ist ein Blick, der anerkennt, was ist», sagt die Künstlerin. Es gehe ihr immer auch um die skulpturale Präsenz der Bauten in der Landschaft: «Über die fotografische Annäherung entsteht eine skulpturale Arbeit.»

Prekäre Treppen

Die letzten zehn Jahre ist Katalin Deér immer wieder ins Bergell gereist. Zuerst für ihre Einzelausstellung in der Villa Garbald, dann für das Kunstprojekt Arte Castasegna. Immer hat sie fotografiert, zuerst ohne eine bestimmte Absicht, dann gezielt für das Kunstbuch «Verde» . Erschienen ist es beim jungen St. Galler Verlag «Jungle Books» (Preis: 32.– Fr.), am Donnerstag ist Vernissage.

Katalin Deér (Bild: Samuel Schalch, 20.8.2016)

Katalin Deér (Bild: Samuel Schalch, 20.8.2016)

Die Künstlerin erkundet ein Gebäude, tastet es mit der Kamera ab, umkreist es, fotografiert aus der Ferne, geht näher und nochmals näher heran. Will ihrer Faszination auf den Grund gehen. Das Staunen ist immer da: über einen aufgepfropften Balkon, prekäre Treppen, über die Fenster an einer Fassade, von denen keines dem andern gleicht. Nie schwingt dabei eine Wertung mit. Häuser bekannter Architekten, wie der Zollpavillon in Castasegna von Bruno Giacometti oder die pilzförmige Tankstelle Beppe Brivios, erhalten nicht mehr Gewicht als Gebäude Unbekannter.

Über 400 Bilder sind es insgesamt: Katalin Deér hat sie von Hand ausgelegt und eingescannt. Dazwischen finden sich Fundstücke, etwa Fotografien von Margherita und Andrea Garbald, mit deren Schaffen sich die Künstlerin intensiv beschäftigt hat. Die Art der Präsentation erinnert an ein analoges Fotoalbum, die Fotos treten selbst als Körper in Erscheinung. Emaillierte Kupferplatten, welche die Künstlerin ebenfalls direkt eingescannt hat, setzen Akzente und entwickeln einen Dialog mit den Fotografien.

Buchvernissage Donnerstag, 13.9.18, 18–22 Uhr im Verlag Jungle Books, Eisengasse 3, St. Gallen.

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