Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Interview

Konflikt um 21st Century Orchestra: Jetzt spricht Dirigent Ludwig Wicki

Das Luzerner Filmmusik-Orchester startet mit einem neuen Partner eine eigene Reihe mit live begleiteten Filmen im KKL: Chefdirigent Ludwig Wicki äussert sich zur Lage nach der Trennung vom ehemaligen Produzenten.
Urs Mattenberger
Filmmusik ist eine seiner grossen Leidenschaften: Der Luzerner Musiker und Dirigent Ludwig Wicki. Bild: Pius Amrein

Filmmusik ist eine seiner grossen Leidenschaften: Der Luzerner Musiker und Dirigent Ludwig Wicki. Bild: Pius Amrein

Ludwig Wicki, Produzent Pirmin Zängerle hat seine «21st Century Concerts» im KKL in «City Light Concerts» umbenannt. Macht das den Weg frei für eine neuerliche Zusammenarbeit mit dem 21st Century Orchestra?

(macht eine abwägende Geste)

­Pirmin Zängerle hat bloss seiner Konzertreihe in Luzern einen neuen Namen gegeben. Seine Firma heisst weiterhin zum Verwechseln ähnlich wie das 21st Century Orchestra und ist damit einer unserer Forderungen nicht nachgekommen. Ich weiss etwa von meinen Kontakten in den USA, dass das bei vielen Partnern weiterhin für Verwirrung sorgt. Den Namen 21st Century Orchestra hat das Orchester rechtlich schützen lassen, weshalb es für uns stossend bleibt, dass unser ehemaliger Präsident und Produzent nach der Trennung die Marke «21st Century» ebenfalls verwendet.

Ein zweiter Knackpunkt sind die «21st»-Termine im KKL, von denen Zängerles «21st Century Concerts» vertraglich 30 zugesprochen erhielt, das 21st Century Orchestra als lokaler Verein dagegen bloss fünf für eigene Projekte. Die Umbenennung in «City Light Concerts» ändert daran also nichts?

Nein, der Vertrag zwischen dem KKL und Zängerle läuft bis 2019 mit einer Option auf Verlängerung. Aber es ist klar, dass wir mit unserem neuen Veranstalter ab dieser Saison bereits mehr Konzerte durchführen wollen. Entsprechende Gespräche führt unser neuer Veranstalter Alegria mit dem KKL.

Und wie ist der Stand der Verhandlungen?

Eine Schwierigkeit liegt darin, dass das KKL für Filmmusikprojekte eine Obergrenze von 35 Anlässen definiert hat. Persönlich finde ich das durchaus sinnvoll. Es verhindert, dass möglichst viel und auch Minderwertiges gemacht wird, was gegenwärtig von den Filmstudios angeboten wird, nur weil das Format boomt. Aber die Beschränkung führt eben dazu, dass es aus unserer Sicht einen neuen Verteilschlüssel des KKL braucht, der dem lokalen Orchester wieder mehr Auftrittsmöglichkeiten im KKL bietet.

Das 21st Century Orchestra trat am Lucerne Festival auf, spielt gegenwärtig am Luzerner Theater in einer Slapstick-Oper und tritt in dieser Saison erstmals mit einer eigenen Reihe als Filmorchester im KKL auf. Der Aufbruch hat also schon begonnen?

Die Auftritte am Lucerne Festival und im Theater sind natürlich eine schöne Anerkennung für die Qualität des Orchesters. Aber die zehn Termine, in denen ich es als Chefdirigent in dieser Saison im KKL dirigiere, sind viel zu wenig, um es qualitativ weiterzuentwickeln. Kommt hinzu, dass Pirmin Zängerle in seinem Vertrag mit dem KKL über eine Vetoklausel verfügt, was Projekte des Orchesters anbelangt.

Und diese Veto-Klausel kommt zur Anwendung?

Ja, so kann das Orchester in dieser Saison nicht – wie geplant – weitere Star-Wars- oder Harry-Potter-Filme zeigen. Dafür präsentieren wir den Winnetou-Film «Der Schatz im Silbersee» und das «Dschungelbuch». Weil wir beide in der deutschen Fassung zeigen, eignen sie sich auch für ein jüngeres Publikum und Familien. Und mit konzertanter Filmmusik von Hans Zimmer und John Williams machen wir das, was am Beginn des 21st Century Orchestra war: tolle Filmmusik spielen!

Diese Idee haben Sie mit dem 21st Century Orchester begründet, Pirmin Zängerle hat als Produzent das Erfolgsformat der live begleiteten Filmvorführungen massgeblich mitgeprägt. Braucht es eine neuerliche Zusammenarbeit, um den Standort Luzern für weitere Weltpremieren zu erhalten?

Eine weitere Zusammenarbeit ist von Seiten des Orchesters nicht ausgeschlossen. Wichtig ist, dass es tatsächlich zu einer Neuverteilung der Termine durch das KKL kommt. Aber die Bedeutung des KKL als Hotspot für grosse Filmmusikpremieren sehe ich nicht gefährdet. Manche Filmmusikkomponisten wie Howard Shore («Lord Of The Rings») oder Michael Giacchino («Mission Impossible», «Star Trek») haben eine enge Beziehung zum 21st Century Orchestra und zu mir aufgebaut und wären bereit, die von ihnen vertonten Filme in Luzern und da nur mit dem 21st Century Orchester zu zeigen.

Sie machten dank Ihrer 21st-Pionierarbeit international Karriere als Filmmusikdirigent, dagegen dirigierten Sie Ihr Orchester in jüngster Zeit kaum mehr. Wie wichtig ist es für Sie noch?

Das Orchester ist für mich extrem wichtig, mein grösstes Anliegen ist es, ihm einen angemessenen Platz im KKL zu sichern. Und auch mit den vielen Musikern hier aus der Zentralschweiz sowie der gesamten Schweiz und dem Ausland weiter intensiv zu arbeiten und tolle Konzerte im KKL aufzuführen. Internationale Engagements als Dirigent habe ich zwar tatsächlich mehr als genug, weil ich mich quasi bei Komponisten und Filmstudios hochgearbeitet habe. Aber dieser Erfolg und diese Kontakte kommen auch Luzern zugute.

Neu arbeitet das 21st-Orchester mit dem Veranstalter Alegria aus München zusammen – unter anderem mit Auftritten im Hallenstadion Zürich. Ist das nicht auch eine Kommerzialisierung?

Nein, im Hallenstadion treten wir auch deshalb auf, weil uns in Luzern Termine fehlen und weil wir so ein weiteres Publikum für die tolle Filmmusik begeistern können. Und Alegria aus München ist ein hoch professioneller Veranstalter, der unter anderem die Waldbühne Berlin bespielt oder die Wiener Philharmoniker bei Konzerten in Deutschland betreut. In München ist er einer der grossen Klassik-Veranstalter. Er ist auch interessiert, mit uns reine Filmmusikprojekte zu machen. Als Veranstalter und Produzent betreut Alegria alle unsere Konzerte in Luzern, worüber wir uns sehr freuen.

www.21co.ch

Zwei Filmmusikreihen

Die erste eigene Filmmusikreihe des 21st Century Orchestra umfasst ein Konzert (Hans Zimmer und John Williams, 11./27. November), Filme («Der Schatz im Silbersee», 2./6. Januar, 15. März; «Das Dschungelbuch», 8.-9. März) und ein Jubiläumskonzert (24./26. Mai). Ebenfalls unter Ludwig Wicki tritt das Orchester im Hallenstadion Zürich («Star Wars», 27. Januar; «Harry Potter», 11. Mai) und bis zum 28. Oktober im Luzerner Theater in der Slapstick-Oper «Im Amt für Todesangelegenheiten» auf.

Am 12. Oktober startet die Filmmusikreihe «City Light Concerts» von Pirmin Zängerle. Dieser bestätigt, dass deren Rechtsträger nach wie vor die «21st Century Concerts GmbH» ist. Entscheidend für das Publikum sei, «welcher Name für die Vermarktung genutzt wird. Eine Verwechslung mit dem 21st Century Orchestra ist daher ausgeschlossen. Die Anpassung des Rechtsträgers hätte einen unverhältnismässigen administrativen Mehraufwand nach sich gezogen.» (mat)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.