Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Oper: Der «Faust» hat ihn berühmt gemacht

Nur zwei seiner vielen Opern haben auf den Bühnen überlebt. Zum 200. Geburtstag bringt eine CD-Box noch mehr von Charles Gounod zum Klingen.
Rolf App
Charles Gounod (1818 bis 1893).

Charles Gounod (1818 bis 1893).

Die gute Gesellschaft ist hungrig nach Neuem, sie ist hungrig nach Musik und Gesang. Doch als am 19. März 1859 im Pariser Théâtre Lyrique die Oper «Faust» des gerade 40-jährigen Charles Gounod ihre Uraufführung erlebt, reagiert das Publikum freundlich, aber doch lau. Wenig lässt den Erfolg ahnen, den dem Werk bis heute zuteil wird, und der später Claude Debussy hat sagen lassen, seine Protagonisten, der liebes- und lebenshungrige Faust und sein teuflischer Gefährte Méphistophélès, seien Repräsentanten der «sensibilité française».

Der musikalische Schöpfer dieser Figuren ist vor 200 Jahren geboren worden, am 17. Juni 1818, und jetzt in einer 15 CDs umfassenden Box zu entdecken. Nicht nur mit dem «Faust» – als Ganzem auf Französisch, mit den Höhepunkten auch auf Deutsch – und mit «Roméo et Juliette», der zweiten Oper, die überlebt hat. Sondern auch mit «Mireille» nach einem Gedicht von Frédéric Mistral, mit den beiden Sinfonien, mit der «Messe solennelle de Sainte Cécile», der «Messe chorale», der geistlichen Trilogie «Mors et Vita» – und mit Liedern. Um die 150 Lieder hat Charles Gounod vertont. Er sei, hat Maurice Ravel erklärt, «der wahre Begründer der Liedkomposition in Frankreich».

«Zwei Sous, um eine Melodie zu hören»

Das ist kein Zufall. Gounods Schüler Henri Busser hat seinen Lehrmeister einmal nach dem Geheimnis seiner Kunst gefragt. Und zur Antwort bekommen: «Sieh mal, nur die Melodie zählt in der Musik. Kürzlich habe ich ein modernes Werk in einem grossen Konzert gehört, es enthielt viele Noten, und das Orchester erging sich in gewaltigen Klangfluten. Nun gut, ich hätte zwei Sous gegeben, um eine Melodie zu hören.»

The Gounod Edition, 15 CD, Warner Classics

The Gounod Edition, 15 CD, Warner Classics

Seine Zeit hat diese Liebe zur Melodie geteilt. In seiner Eleganz, Zärtlichkeit und einem leicht sentimentalen Einschlag repräsentiert sein Werk die Stimmung des Zweiten Kaiserreichs. Er ist kein Revolutionär gewesen wie Hector Berlioz (der ihn aber sehr schätzte), doch sind viele seiner rund tausend Werke noch immer hörens- und sehenswert. Vor allem natürlich der «Faust». Mit ihm «schuf er eine Liebesoper von romantischem Schmelz und suggestiver Überredungskunst», würdigt ihn Bernhard Rzehulka im «Opernführer» von Czampai/Holland. «In jedem Moment bleibt der grosse dramaturgische Atem spürbar.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.