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Hörbar Pop: Zwei Altbekannte und ein Soloalbum

Während Get Well Soon auf seinem neuen Album den Horror verarbeitet und Danger Dan über Stationen seines Lebens rappt, servieren Chvrches eher leichte Kost
Michael Graber

Der Horror trippelt mit

Konstantin Gropper hat das Böse entdeckt. Auf «The Horror» verarbeitet Get Well Soon allerlei Angstszenarien. Vom Ersticken über unliebsame Einladungen bis zu Umweltkatastrophen. Er betont das Böse musikalisch aber nicht, sondern mischt es seinem typischen Pop-Wohlklang unter. Mal mit einigen schrägen Noten, mal mit einem brummenden Bass. Daraus entsteht in den gewohnt wunderschön pathetischen Melodien eine bedrohliche Grundstimmung. Es ist wie bei den Horrorfilmen: Das Böse, der Horror, schwingt immer mit, ­irgendwann wird etwas passieren. Das alles ergibt eine schaurig-schöne Pop-Platte. Irgendwie wünscht man sich, dass das Böse da und dort überhandgenommen hätte und die Bedrohung noch spürbarer geworden wäre. So ­lauert der Schrecken zwar überall, aber er greift nie an. Das macht ihn aber nicht weniger gruselig.

Get Well Soon: The Horror (Caroline/Universal)

Mit Ernsthaftigkeit
und Augenzwinkern

Danger Dan ist Teil der grossartigen Antilopen Gang («Beate Zschäpe hört U2»). Auf seinem Soloalbum ist er nun sehr autobiografisch und verarbeitet einige Stationen aus seinem Leben. Er tut dies mit der nötigen Ernsthaftigkeit und mit dem ebenso nötigen Augenzwinkern. Das ist Rap, der nicht auf dicke Hose, sondern auf grosses Hirn macht. Danger Dan liefert viele sehr kluge Denkansätze und mit «Die Prinzentragödie» (mit Sebastian Krumbiegel von den «Prinzen») eine schöne Hommage an eine gern geprügelte Band.

Danger Dan: Reflexionen aus dem beschönigten Leben (JKP/Warner)

Synthie-Pop mit einigen Spritzern Melancholie

Während obige beide Platten eher schwere Themen haben, ist bei Chvrches zumindest musikalisch alles leichter. Der im Albumtitel angedeutete Tod der Liebe ist nicht wirklich spürbar. Es ist bunter, auf grosse Hallen getrimmter Synthie-Pop, dem da und dort etwas gar zeitgeistig noch zwei Schüsse Melancholie verabreicht wurden. Langweilig? Eher ja. Tanzbar? Unbedingt!

Chvrches: Love Is Dead (Universal)

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