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Der Sommer zieht ein in die Box des Luzerner Theaters

Wie letztes Jahr bespielt das Ensemble von Hotz über die Sommerwochen die Spielstätte «Box». Wer steckt eigentlich dahinter? Wir haben beim Ensemble-Gründer Oliver Lau (34) nachgefragt.
Die Sommerbox bei Nacht.Bilder: Philipp Klemm/PD

Die Sommerbox bei Nacht.Bilder: Philipp Klemm/PD

Oliver Lau, das Ensemble von Hotz soll 2013 im Hotzenwald im Südschwarzwald gegründet worden sein. In einem Video auf eurer Website sieht man junge Menschen, die mit grosser Anstrengung Holz zusammentragen. Wer hatte die zündende Idee für dieses Projekt?

Die Idee zur Ensemblegründung kam mir während meiner Schauspielausbildung. Da ich an mehreren Hochschulen, etwa in Graz und Zürich, studiert habe, besass ich schon früh ein grosses Netzwerk zu Kulturschaffenden im deutschsprachigen Raum. Mir schwebte die Gründung eines Ensembles vor, das länderübergreifend unterwegs ist und mit dem ich interdisziplinäre Formen der Theaterarbeit ausprobieren kann. Schon damals waren nicht nur Theaterschaffende, sondern auch viele Illustratoren und Autoren mit dabei.

Ein «Ensemble» im strengen Sinn seid ihr ja nicht. Als Organisatoren der Sommerbox nimmt man Sie vor allem als Kulturveranstalter wahr. Ist der Name ein Relikt aus der Gründungsphase?

Ja, tatsächlich ist unser erstes Theaterprojekt aufgrund der grossen geografischen Distanzen dann letztendlich gescheitert. Seitdem planen wir relativ lose interdisziplinäre Projekte. In der Schweiz funktioniert das besonders gut, weil die Leute häufig an mehreren Orten gleichzeitig engagiert sind. Das schafft Synergien.

Wie kam es dazu, dass das Ensemble von Hotz nun zum zweiten Mal die Box des Luzerner Theaters bespielt?

Ich war am Luzerner Theater in der letzten Spielzeit Regieassistent. Dass die Box im Sommer verwaist herumsteht, fand ich schade. Also habe ich dem Intendanten Benedikt von Peter den Vorschlag unterbreitet, die Box im Sommer für die Öffentlichkeit zu öffnen.

Die «Von Hotz: Sommerbox» kam letztes Jahr sehr gut bei den Luzernern an. Wird es Änderungen geben?

Wir werden unser Konzept grundsätzlich beibehalten. Es wird wieder viele Konzerte lokaler und internationaler Musiker geben, das bietet sich in diesem offenen Raum einfach an. Ausserdem wollen wir wie letztes Jahr gewisse Impro-Formate austesten. Etwa das «Kuhmagen-Prinzip».

Das müssen Sie erklären.

Wir haben das Konzept bereits bei unserer Gründung entwickelt. Es geht darum, eine Idee durch verschiedene Mägen wandern zu lassen. Was passiert, wenn eine Illustration von Autoren aufgegriffen wird und der daraus entstandene Text wiederum zu eigenständigen Songs inspiriert? Die Besucher können in der Box mitbekommen, wie da völlig neue Dinge entstehen. Improvisieren werden bei uns auch der Luzerner Schlagzeuger Mario Hänni und seine Kollegen Gerry Hemingway und Vincent Glanzmann. Die standen für ein Impro-Format kürzlich mehrmals in Bern auf der Bühne. Bei uns kommen am 27. Juli noch zwei Tänzer hinzu.

Wie handhaben Sie es mit der Fussball-WM? Wird es ein Public Viewing geben?

Die Viertelfinals werden wir bewusst mit eigenen Formaten bestreiten. Den Final hingegen werden wir auf Grossleinwand zeigen. Das Restaurant Pastarazzi serviert dazu ein Znacht. Christian Wandeler, Geschäftsführer der Fanarbeit Schweiz, und Samuel Konrad vom Radio 3fach werden das Spiel live kommentieren.

Welche Projekte treiben euch abseits des Luzerner Theaters sonst noch um?

Wir werden in der Box auch unsere selbst produzierte Tanzproduktion «Person A» zeigen. Ausserdem probieren wir gerade ein Impro-Leseformat in verschiedenen Schweizer Städten aus – auch im Neubad Luzern. Dann veranstalten wir regelmässig den Clubabend «Von Hotz: Nacht», der auch in den Luzerner Clubs Uferlos und Kegelbahn zu Hause ist. Und für den hoffentlich auch in naher Zukunft noch existierenden Südpol planen wir gerade einen Jugendtheaterklub, der nicht nur von Theaterpädagogen, sondern auch von Illustratoren und Filmern begleitet werden soll. Keine direkte Konkurrenz zum Voralpentheater, sondern eine Alternative und eine neue Form des Jugendklubs.

Julia Stephan

So kann man sich in der «Von Hotz: Sommerbox» die Zeit vertreiben

Am 5. Juli entert das Ensemble von Hotz mit seinen regionalen Partnern endgültig die «Jedermann»-Bar in der Spielstätte «Box» des Luzerner Theaters und wird sie nach eigenem Gusto umgestalten. Der Theaterplatz wird von Donnerstag bis Sonntag (16 bis 22 Uhr) bis zum 29. Juli zu einem spannenden Sommertreffpunkt, wo Kulinarik, Musik, Literatur und Tanz gleichermassen zu Hause sein werden. Eröffnet wird die Sommerbox am 5. Juli, 19 Uhr. Das Programm kommt im Vergleich zu letztem Jahr etwas musiklastiger daher. Neben der Luzerner Band Yser (14. Juli) geben zahlreiche internationale Bands Gratiskonzerte (Kollekte). Der in London lebende Musiker und Biologe Kofi Holmes Attivor alias Mined macht Synth-Pop für warme Sommerabende (13. Juli). Die Hamburger Multi-Instrumentalisten Jakob Engel und Henrik Demcker alias Gabourey lassen sich von den Klängen Südafrikas inspirieren (21. Juli). Und die britische Musikerin, Dichterin und Politikjournalistin Annika Henderson alias Anika hat im Rahmen dieser Programmreihe ihre ersten Schweiz-Auftritte überhaupt (27. und 28. Juli). Die Esskultur mit anderen Subkulturen zu verbinden, ist ein bewährtes Rezept des Von-Hotz-Teams: Am 20. Juli serviert Zora Klipp von der Youtube-Kochsendung «Koch Ma!» in der Reihe «Dinner mit ...» Gaumenfreuden, während die Gitarristen David Koch, Anita Rufer und Martin Schenker Häppchen aus ihren Soloprojekten servieren. Dasselbe Format findet am 8. Juli mit den Literaten Anaïs Meier, Meral Kureyshi und Dominic Oppliger statt. Es servieren die Jazzkantine und die Meyer Kulturbeiz. Eine vorherige Reservation über sommerbox@vonhotz.ch ist erforderlich. Ebenso für die Kennenlern-Orgie «Dinner statt Tinder» (12. Juli), bei der man bei zehn Gängen zehn Bekanntschaften schliessen kann. Der WM-Final wird am 15. Juli mit Live-Kommentar übertragen (siehe Interview). Und der Luzerner Wein- und Plattenladen Setpember Vin & Vinyl lädt zum Degustieren ein (19. Juli). Tanzfreudige können am 22. Juli den Tango aufs Parkett legen. Am 26. verhandelt der schon im letzten Jahr im Programm aufgetretene polnisch-deutsche Tänzer Max Makowski mit Orla McCarthy im Tanzprojekt «Person A» die Existenz multipler Identitäten im digitalen Zeitalter. Einziger Wermutstropfen: Die ausgiebigen Brunch-Wochenenden von 2017 wird es nicht mehr geben. Die Luzerner Food-Bloggerin Coconouvelle und Gründerin des veganen Restaurants Karls Kraut ist dieses Jahr nicht dabei. Dafür springt das Restaurant Pastarazzi am 21. Juli für einen Brunch in die Bresche (Reservation). Das Abschlussfest folgt am 27. Juli im Luzerner Klub Kegelbahn. (jst)

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