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Art Neville, der Vater des Funk, ist gestorben

Art Neville, Bandleader der Neville Brothers und The Meters, starb in New Orleans 81-jährig. Er war ein Wegbereiter des Funk.
Stefan Künzli
Sie nannten ihn «Poppa Funk»: Art Neville hat Musikgeschichte geschrieben.

Sie nannten ihn «Poppa Funk»: Art Neville hat Musikgeschichte geschrieben.

Die Nevilles wurden als die «First Family of New Orleans Music» gefeiert, gepriesen von Superstars wie Mick Jagger, Rod Steward und Bette Midler. Weltweite Berühmtheit erlangte der Sänger und Keyboarder Art Neville aber erst 1977, als er sich mit seinen Brüdern Aaron, Charles und Cyril zu den Neville Brothers zusammen schloss. Markenzeichen der Combo war der magistrale, vierstimmige Gesang des Bruder-Clans. Die Alben «Yellow Moon» und «Brother’s Keeper» brachten weltweite Erfolge.

Ein Meister seiner Klasse

Keyboarder und Sänger Art Neville war zwar der Bandleader und bestimmende Figur, er stand aber in der Folge zunehmend im Schatten seines Bruders Aaron, dem Hünen mit der engelsgleichen Falsett-Stimme. Dabei verfügte auch Art Neville selbst über eine wunderbare wandelbare Stimme. Die «New York Times» bezeichnete Art Neville als «einen der letzten grossen schwarzen Balladenstilisten» und «Meister seiner Klasse», den man nur mit den ganz Grossen wie Sam Cooke vergleichen könne.

Zu jenem Zeitpunkt hatte der älteste der Neville-Brüder aber längst Musikgeschichte geschrieben. Denn als Bandleader der 1965 gegründeten Instrumentalband «The Meters» gilt er als Wegbereiter des Funk. Er hat mit der Band jenen stark synkopierten, funky Instrumentalsound geschaffen, der heute als Basis des typischen New Orleans Funk gilt. Es sind auch jene Grooves, die bis heute von Legionen von Hip-Hoppern gesampelt werden.

Art Neville war «Poppa Funk», der Vater des Funk. «The Meters» waren für die Entwicklung afro-amerikanischen Musik ab den 1960er-Jahren bedeutend, dem Quartett blieb aber der grosse Erfolg versagt. Als funkigste Viererbande ausserhalb von Memphis genoss sie aber Kultstatus und wurde in den 60er- und 70er-Jahren von Soul- und Popstars angeheuert.

Beeinflusst von Fats Domino, musizierte der 1937 geborene Art Neville schon in der Highschool mit seinen Brüdern und sang als 17-Jähriger den Hit «Mardi Gras Mambo».

New Orleans trauert

Die Neville Brothers nahmen 2004 ihr letztes Album auf und gaben 2015 ein Abschiedskonzert. Bruder Charles Neville starb vor zwei Jahren. Der zweifache Grammy-Gewinner Art Neville verkündete im letzten Dezember seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft und starb am Montagmorgen im Beisein seiner Frau. Nach Dr. John, der Anfang Juni verstarb, hat New Orleans mit Art Neville eine weitere zentrale Figur der Musikstadt verloren.

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