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Gianna Molinaris Roman gibt es bald auf Niederländisch

«Hier ist noch alles möglich», der Roman von Gianna Molinari, ist für den Schweizer Buchpreis nominiert. An der Frankfurter Buchmesse macht sie nun den Sprung in andere Sprachen.
Anne-Sophie Scholl
Die Autorin Gianna Molinari. (Bild: PD)

Die Autorin Gianna Molinari. (Bild: PD)

Da ist zum Beispiel der Spaten. Das Wort kommt in Gianna Molinaris Roman «Hier ist noch alles möglich» vor. Aber wie genau sieht dieses Werkzeug aus? Ist es rund, eckig, spitzförmig? Im Niederländischen gibt es dafür verschiedene Wörter. Deswegen fragt Gerrit Bussink bei Gianna Molinari nach. Er hat ihr Buch schon fast fertig übersetzt und gibt seiner Übersetzung den letzten Schliff. Weil beide an der Frankfurter Buchmesse sind, haben sie sich dort getroffen. «Wir haben uns zweimal zusammengesetzt und nah am Text gearbeitet», erzählt die Autorin. In einer Passage in Molinaris Buch kommt etwa das zackige Wort «Zaun» vor, das niederländische Wort für «Zaun» hat aber drei Silben. Würde Gerrit Bussink jedes Mal dieses dreisilbige Wort setzen, wäre das zu dominant und der Rhythmus der Sprache ein anderer.

Und dann sind dem Übersetzer zwei Lieblingswörter in Molinaris Text aufgefallen: «hier» und «vielleicht». Ist das eine bewusste Wahl? Die Wörter passen exakt zu den zentralen Themen des Buches: die verlassene Fabrik, wo die Geschichte spielt, und die Möglichkeitsräume, die Molinaris Erzählerin gedanklich erkundet. «Es ist wunderschön, dass jemand den Text so aufmerksam liest und sich so tief in die Sprache und in die Welt des Romans hinein begibt», sagt ­Gianna Molinari.

Verhandlungen im Halbstundentakt

Im Hintergrund läuft die zweite wichtige Schiene der Messe: der Rechtehandel. Molinaris Verlag will die Lizenzrechte ins Ausland verkaufen. Inka Ihmels ist Foreign Rights Managerin beim Aufbau Verlag. Während der Buchmesse trifft sie sich im Halbstundentakt mit ausländischen Verlegern, Lektoren und Agenten. Dabei geht es nicht nur um Gianna Molinaris Début. Von der Presse ist es sehr gut aufgenommen worden und bringt eine Reihe von Preisen mit. Zudem wird es von Pro Helvetia zur Übersetzung empfohlen. «In der Messearbeit ist es wichtig, den Autor schmackhaft zu machen», erklärt Inka Ihmels. Die Leute der Auslandverlage sprechen nicht unbedingt Deutsch. «Man muss erreichen, dass sie eine Erstinvestition tätigen und ein Gutachten in Auftrag geben.»

Für Gianna Molinari hat der Verlag eine englische Probeübersetzung anfertigen lassen. Wichtig ist aber nicht nur, die Übersetzungslizenz zu verkaufen, sondern einen Verlag zu finden, in dessen Profil das Buch passt und der sich für das Buch engagiert. «Ich kenne meine Pappenheimer», sagt Inka Ihmels – die richtigen Kontakte, das Netzwerk ist zentral. Die Lizenzrechte für die niederländische Über­setzung sind verkauft. Verleger Koen van Gulik besucht Anfang Jahr Verlage in Deutschland und Frankreich. Da sei es ruhiger als auf der Messe, sagt er. Ihm hat die Sprache sofort gefallen: «Sie ist kalt und warm, poetisch und faktisch zugleich», sagt er. Und der Roman gehe originell mit Fremdheit und Identität um und mit dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.

Auch eine zweite Lizenz wurde bereits vor Erscheinen des deutschen Originals vergeben. Dieser Abschluss kam über eine Agentur zu Stande, die in Frankreich die Rechte von Aufbau vertritt. Die englische Probeüber­setzung gab ihr einen Eindruck, dann bat sie die Übersetzerin Françoise Toraille um eine Einschätzung und erwarb die Rechte. Molinaris Roman hat Toraille gleich fasziniert. Sie steht noch am Anfang der Übersetzung. Später wird es ihr wichtig sein, die Autorin kennenzulernen und sich bei ihr bei einzelnen Passagen zu vergewissern. Und vielleicht wird sie Molinari dann auch fragen, wie genau der Spaten aussieht.

Dieser Text wurde von der SDA und der Gottlieb-und-Hans-Vogt-Stiftung für Medienförderung ermöglicht.

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