Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Heimatloser auf der Suche nach Anerkennung: Nobelpreisträger V.S. Naipaul ist gestorben

Der Schriftsteller V. S. Naipaul gehörte zu den grössten seines Fachs. Nun ist der Nobelpreisträger und lebenslange Nörgler im Alter von 85 Jahren gestorben.
Der britisch-indische Autor V.S. Naipaul in Salisbury, England. (Chris Ison/PA via AP)

Der britisch-indische Autor V.S. Naipaul in Salisbury, England. (Chris Ison/PA via AP)

Sein Leben war wie eine grosse Reise. Als auf Trinidad geborener britischer Staatsbürger mit indischen Wurzeln war der Schriftsteller V. S. Naipaul nirgendwo ganz zu Hause. Jetzt ist er für immer verstummt. Die Erfahrung, verschiedenen Kulturen anzugehören und in keiner ganz zu Hause zu sein, prägte das Schaffen des Literaturnobelpreisträgers.

Zu seinen Werken zählen neben Erzählungen eine Reihe von Romanen, unter anderem «Ein Haus für Mr. Biswas», in dem Vidiadhar Surajprasad Naipaul, wie sein vollständiger Name lautet, das Leben auf Trinidad und seine Kindheit beschreibt.

Sein Schriftstellerkollege Salman Rushdie äusserste sich bestürzt zu Naipauls Tod:

«Wir waren uns Zeit unseres Leben uneinig, über Politik, über Literatur, und ich fühle mich so traurig, als hätte ich einen geliebten älteren Bruder verloren. Ruhe in Frieden, Vidia»

Die Schriftstellerin Merle Hodge aus Trinidad sagte:

«Ich glaube, Naipaul war eines der grossartigsten Geschenke an die Welt. Er ist ein Gigant – nicht nur in der karibischen Literatur, sondern in der Weltliteratur.»

Nach einigen Jahren als Journalist für britische Medien begann Naipaul Romane zu schreiben. Die ersten spielten noch auf Trinidad. Später erkundete er Afrika, Asien und Lateinamerika und verarbeitete seine Eindrücke in Romanen, Reportagen und Essays. In «Land der Finsternis» (1964, dt. 1997) analysierte er kritisch die Verhältnisse in Indien, dem Land seiner Vorfahren. In «Eine islamische Reise» (1981, dt. 1982) wurde er zum Islamkritiker. Der Roman «An der Biegung des grossen Flusses» (1979, dt. 1980) beschrieb Chaos und Gewaltherrschaft in den unabhängig gewordenen Staaten Afrikas.

Eine scharfzüngige Stimme, ein schwieriger Charakter

Naipauls Stärken waren seine klare, schnörkellose Sprache, sein Recherchefleiss und seine Fähigkeit, genau zu beobachten. Kritiker warfen V. S. Naipaul neben Arroganz und Ruppigkeit vor, die Welt vor allem aus dem Blickwinkel der Kolonialherren zu betrachten. «Naipaul hat seinen Stift und seine Zunge genutzt, um Menschen und Institutionen anzugreifen, die seiner Meinung nach nicht fortschrittlich genug waren.

Über die Jahre hinweg hat er eine Hassliebe zu Trinidad und Tobago entwickelt», sagte der Historiker Jerome Teelucksingh. Der weltberühmte Schriftsteller hinterlässt seine zweite Frau Nadira und eine Tochter. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.