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DESIGN: Farfalle aus Rindsleder

Ob Futterhäuschen für Vögel, Hängematten für Louis Vuitton oder Garderoben für Ikea, das Neuenburger Atelier Oï gehört zu den weltweit führenden Designbüros. Das umgebaute Museum für Gestaltung in Zürich widmet den drei Designern seine erste Ausstellung.
Edith Arnold
Breites Schaffen, goss inszeniert: Faltboot oder Hängematte aus Leder des Ateliers Oi. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 1. März 2018))

Breites Schaffen, goss inszeniert: Faltboot oder Hängematte aus Leder des Ateliers Oi. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 1. März 2018))

Interview: Edith Arnold

Patrick Reymond, in der Ausstellung fallen die ­zahlreichen Objekte für Louis Vuitton auf? Was verbindet Atelier Oï mit dem französischen Luxuslabel?

Wir wurden angefragt, ein «Objet Nomade» für das Label zu entwerfen.

Warum gerade Sie?

Man kannte bereits unseren Wanddiener für Ikea. Die Idee war ähnlich: Aus einem zweidimensionalen Material, ökonomisch eingesetzt, wird ein dreidimensionales Objekt. «Torslanda» ist ein Plastik mit Schlitzen. Wenn man daran zieht, wird die Funktionalität sichtbar.

Was hat es mit der berühmten Hängematte aus Leder auf sich?

Wir knüpften aus Lederbändern Sitzmöglichkeiten. Die Leute von Louis Vuitton fragten, wie man daraus Hängematten machen könnte? Es entstanden Proto­typen. Doch auf traditionelle Weise geknüpft, gestaltete sich die Lederfläche ziemlich unkomfortabel. Eines Tages erzählte Armand Louis, mein Design­partner, er habe Farfalle gekocht, und diese seien genau richtig weich gewesen. Die Seele des 25 000 Euro teuren «Hammocks» ist also eine Farfalla-Pasta.

Ihr Atelier liegt am Bielersee. Was bedeutet Ihnen der Ort?

Heimat und Inspiration. Aurel Aebi und ich studierten Architektur. Armand Louis lernte Bootsbauer. 1991 gründeten wir in La Neuveville das Atelier. Oï ist eine Anspielung an Troïka, das russische Dreigespann. Später bauten wir das Motel aus den Fünfziger­jahren zum Moïtel um.

Vom Konferenzraum sieht man direkt auf den See.

Ich mag diese Leere. Wenn es nichts gibt, ist alles möglich. Hier haben wir auch nicht das Gefühl, eine Vernissage oder einen Cocktail zu verpassen wie in einer Grossstadt. Wir können in Ruhe arbeiten.

Was bedeutet Luxus für Sie?

Die Zone im Untergrund unseres Ateliers, wo wir experimentieren und Prototypen bauen! Bei uns arbeiten 35 Architekten, Bootsbauer, Interior-Designer, Szenografen. Wir unterhalten ein ­Materialarchiv. Vielleicht ist es ein Luxus, auf diese Art in der Schweiz zu arbeiten?

Was sind weitere Vorzüge im Land?

Junge Designer wie Claudia ­Caviezel wollen und können den Weg von der Idee bis zur Pro­duktion verfolgen. Das ist in der Schweiz möglich. Gleichzeitig helfen wir mit, Skills zu schützen. Deswegen fasziniert uns auch Japan. Es gehört zur dortigen ­Kultur, Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben. So wird es geschützt und weiterentwickelt. In Fabriken arbeiten oft Siebzig- oder Achtzigjährige.

Patrick Reymond, Chef-Designer des Neuenburger Ateliers Oi. (Bild: PD)

Patrick Reymond, Chef-Designer des Neuenburger Ateliers Oi. (Bild: PD)

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