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DESIGN: Sie erfinden den Stoff für die Zukunft

Die Luzerner Kunsthochschule ist Gast in der Kunsthalle Luzern. Die Textilabteilung präsentiert Spitzenarbeiten der letzen Jahre.
Kurt Beck
Stoffe zum Träumen: Tina Moor, Leiterin Textildesign an der Luzerner Hochschule, mit Stoffmuster. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Stoffe zum Träumen: Tina Moor, Leiterin Textildesign an der Luzerner Hochschule, mit Stoffmuster. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Joop, Saint Laurent, Lagerfeld – wenn es um Design und Textiles geht, denkt man sofort an die Stars der internationalen Modeszene und vergisst, dass die Stoffe, aus denen die Modeträume der Haute Couture geschnitten sind, nicht einfach so zur Hand sind, sondern von Textildesignern entworfen und oft auch entwickelt wurden. Deren Namen erscheinen jedoch nicht auf den Labels und sind meist nur Insidern und Experten bekannt. «Traditionellerweise stellen sich gestaltete Textilien in den Dienst ihrer Anwendungen. Ihre Autorinnen und Autoren bleiben im Hintergrund», erklärt Tina Moor, Leiterin Textildesign an der Luzerner Hochschule.

Mehr als Kleiderstoffe

Dies will die Ausstellung «Made by» in der Luzerner Kunsthalle korrigieren, wenn es auch nur ein Versuch in einem beschränkten Rahmen ist und sich vor allem auf die Studentinnen und Absolventinnen der Textilabteilung der Hochschule Luzern Design & Kunst bezieht. Siebzig Namen vereint die von der Textilabteilung konzipierte und in Zusammenarbeit mit dem Szenografen Bernhard Duss eingerichtete Ausstellung in der Kunsthalle. Hinter den Namen stecken Studierende, Forschende und Absolventen der Textilabteilung. Ihre Entwürfe, ausgearbeiteten Stoffe und Produkte bieten einen Einblick in die Vielseitigkeit des Textildesigns, das sich nicht auf die visuelle Gestaltung von Kleiderstoffen beschränkt.

Textilabteilung stellt aus

Sinnlich, farben- und lebensfreudig ist die Ausstellung, die mit ungewöhnlichen Projekten und verblüffenden Innovationen überrascht. Textildesigner sind Experten im Gestalten von endlosen Flächen. Die vielen Stoffmuster und die grossformatigen Entwürfe, welche die Ausstellung optisch prägen, demonstrieren den Ideenreichtum und die Kreativität der Designer. Doch das Textildesign hat viel mehr zu bieten. Selbst so textilfremde Materialien wie Stein, Glas, Kunststoff und Holz werden mit textilen Techniken bearbeitet. Verblüffend etwa das bestickte Holzpaneel, ein Forschungsprojekt der Abteilung, das für den Schweizer Design-Preis 2013 nominiert war. Eine neue Erfindung präsentiert Sabina Brägger. Ihre Musterstücke aus Schweizer Fischleder wurden im vergangene Jahr als beste Bachelor-Arbeit ausgezeichnet.

Futuristische Aussichten

In der Ausstellung dreht sich nicht alles um die besondere Form oder die attraktive Gestaltung der Oberfläche. In der Ausstellung werden auch gesellschaftspolitische und ökologische Fragen thematisiert. Auf anschauliche Weise zum Beispiel im Projekt von Rahel Tschofen, das den Stoffverbrauch bei der industriellen Herstellung hinterfragt und zeigt, wie Jacken ohne den Stoffabfall geschnitten werden können.

Die Textilabteilung bietet in der Ausstellung mehr als eine Leistungsschau der vergangenen Jahre, sie zeigt mit zwei Projekten, dass sie an der Zukunft mitgestaltet: «E-Broidery» bringt Vorhänge zum Leuchten, indem sie Elektronik und Textilien verbindet. Und «Optimum» bringt mittels Hologrammen Farbe auf die Stoffe. Zwei Beispiele für die leuchtende Zukunft des Textildesigns – und ein weiterer Schritt zu den sogenannten Smart-Clothes, den intelligenten Kleidern. Textildesigner werden uns wohl bald High-tech massgerecht und schön gemustert auf den Leib schneidern.

Hinweis

Kunsthalle Luzern, Löwenplatz 11 (Bourbaki), Luzern. Di, Mi, Fr, Sa, So 14–18, Do 14–20 Uhr. Bis 31. Mai. Do 15. und Di 27. 5., je 19 Uhr: Führung mit Tina Moor. «Made by», Publikation in der Ausstellung erhältlich.

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