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Die Festival Strings heben ab mit dem PC-24

Die Festival Strings Lucerne feiern den neuen Düsenjet der Pilatus-Werke: Stephan Hodels «Musikalischer Alpenflug» ist auch eine Art Vorkonzert zum ersten WM-Fussballspiel der Schweiz.

Schon vor Jahren schwärmte Daniel Dodds im Gespräch mit dieser Zeitung von der «Schubkraft», die er erlebt, wenn er in einem grossen Orchester wie dem Lucerne Festival Orchestra mitspielt. Das sei so, «als würde ein riesiges Flugzeug abheben zum grossen Transatlantikflug».

Später dann sah er auf Plakaten die Vision des «PC-24»-Düsenjets der Pilatuswerke in Stans. Und da kam ihm die Idee, seiner bis auf die Kindheit zurückgehenden Faszination für Flugzeuge musikalisch konkreter nachzuleben.

Mit dem Drive der brasilianischen Samba

«Ich war fasziniert von der Schönheit und Eleganz dieses Flugzeugs», erzählt der Konzertmeister der Festival Strings Lucerne. Und er suchte einen Komponisten, der diese Verbindung von Ästhetik und Technik musikalisch umsetzen würde. Im Auftrag der Strings schrieb schliesslich der aus London heimgekehrte, stilistisch breit tätige Luzerner Stephan Hodel sein Werk «PC-24, ein musikalischer Alpenflug», das am Sonntag im KKL uraufgeführt wird.

Hatte die Idee zum "PC-24"-Stück: Geiger Daniel Dodds.(Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Hatte die Idee zum "PC-24"-Stück: Geiger Daniel Dodds.
(Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Inspirationen für die Komposition holte sich Hodel bei einem Besuch bei den Pilatus-Werken. Da machte er sich mit den technischen Aspekten und Innovationen dieses ersten in der Schweiz entwickelten, nicht-militärischen Düsenjets vertraut. Wie schlägt sich das in der Komposition nieder, die in einer langen Tradition von Maschinenmusiken seit Honeggers «Pacific 231» steht? Stehen motorische Repetitionen für die Technik und gleitende Klangflächen für das Fliegen?

«Hodel setzt solche Elemente sehr differenziert ein», sagt Dodds: «Im ersten Teil etwa, wo das Flugzeug quasi produziert wird, steht der musikalische Drive für die Energie und den lang anhaltenden Schwung, den ein solches Projekt erfordert.» Hodel verwendet hier den brasilianischen Samba-Rhythmus, «der Freude verkörpert und im Prinzip immer weiter geht»: «Damit ist die Uraufführung quasi der Auftakt zum WM-Spiel Schweiz-Brasilien, das nach dem Konzert angepfiffen wird», lacht Dodds.

Beethoven mit einem grossen Captain an Bord

«Nicht zu überhören» ist im weiteren Verlauf der Moment des Abhebens – die nötige Schubkraft dafür gibt den Festival Strings die mittlere sinfonische Besetzung, in der sie vor und nach der Uraufführung auch das fünfte Klavierkonzert und die zweite Sinfonie von Beethoven spielen. Der eigentliche Alpenflug in Hodlers Werk ist zwar in der Grundhaltung romantisch, aber widerspiegelt mit weit gespannten Klängen auch die zerklüftete Bergwelt: «Trotzdem bleibt hier eine Art Wohlgefühl bestimmend, passend zum alten Menschheitstraum vom Fliegen».

Weil sich das alles beim Hören unmittelbar erschliesst, verzichtet das Orchester auf die ursprünglich geplanten Projektionen zur Uraufführung. Und wie passt diese ins Beethoven-Rahmenprogramm mit Rudolf Buchbinder am Flügel? «Musik hat, wenn sie gelingt, für mich viel mit dem Gefühl des Fliegens und Schwebens zu tun. Das kann natürlich auch mit Beethoven der Fall sein», sagt Dodds und fügt lachend hinzu: «Und umso mehr, wenn ein Captain wie Buchbinder im Cockpit sitzt.»

Konzert: Sonntag, 17. Juni, 18.30, KKL, Konzertsaal, Luzern. VV: Tel. 041 226 77 77

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