Das Zuger Rock The Docks verabschiedet die Festivalsaison mit einem Knall

Eigentlich denkt man bereits eher an die Wild- als an die Festival­saison. Aber das Rock the Docks serviert vom 6. bis 8. September 2019 noch einmal Musik unter freiem Himmel.

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Steff la Cheffe.

Steff la Cheffe.

Die Schlafsäcke sind wieder ausgelüftet, die Zelte verstaut, die Gummistiefel geputzt: Die Festivalsaison geht zu Ende. Mit dem Zürich Open Air ging die letzte der grossen Schweizer Freiluftmassenveranstaltungen am 24. August über die Bühne, und auch in der Region verabschieden sich die Festivals bald in den Herbst-Winter-Frühling-Schlaf. Die letzte grössere regionale Veranstaltung, die zu einem grossen Teil unter freiem Himmel stattfindet, ist das Zuger Festival Rock the Docks. Laura Hürlimann verantwortet beim Organisationsteam die Kommunikation und das Marketing. Wir haben mit ihr über den Festivalzeitpunkt, das unsichere Wetter und über mehr gesprochen.

Warum findet das Rock the Docks immer erst an der Grenze zwischen Sommer und Herbst statt?

Das hat sich so eingebürgert. Es ist ja mittlerweile unsere zwölfte Ausgabe. Die grossen Festivals sind alle durch, die Leute sind nicht mehr so übersättigt, und die Semesterferien sind auch vorbei. Das finden wir einen guten Zeitpunkt, um die Festivalsaison mit einem Knall zu verabschieden.

Aber dafür muss man wettertechnisch stets mit dem Schlimmsten rechnen?

Ja, das stimmt. Aber auch hier sind wir mittlerweile recht gut eingespielt und wissen, wie wir alles wetterfest machen müssen.

Aber eigentlich hofft man doch auf einen Spätsommertag.

Und dann ist es auch umso schöner, wenn es auch wirklich eintritt.

Regen kann einem aber schnell kräftig die Bilanz versauen. Auch beim Gratisfestival Rock the Docks?

Ja, nur weil der Eintritt frei ist, haben wir ja nicht weniger Auslagen. Wir sind auf die Bareinnahmen angewiesen. Und wenn da ein paar hundert Besucher weniger kommen, dann ist das ein ziemlich wichtiger Faktor. Gleichzeitig sind wir aber gut abgestützt durch die öffentliche Hand, Sponsoren und Gönner. Komplett «verhageln» könnte es uns wohl nicht.

Viele Festivals leiden unter den immer höheren Gagenforderungen seitens der Bands. Ist es für euch ein Vorteil, dass ihr das Festival so spät im Kalenderjahr durchführt?

Es ist ganz klar ein Trend zu erkennen, dass auch die Gagen der Schweizer Bands ab einem gewissen Bekanntheitsgrad schnell steigen. Unser Vorteil ist, dass wir nur Schweizer Bands buchen und somit zum Beispiel die Transport-, Backline- und auch die Unterkunftskosten gering halten können.

Dann könnte man das Rock the Docks ja locker auch etwas weiter nach vorne in den Sommer platzieren.

Diese Diskussionen gibt es immer mal wieder. Gerade weil ein früherer Zeitpunkt im Sommer mehr Wettersicherheit verspricht. Aber aus unserer Sicht muss ein Terminwechsel immer gut durchdacht sein.

Habt ihr dieses Jahr Rücksicht auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest nehmen müssen?

Das Rock the Docks wäre sonst eine Woche früher gewesen, das stimmt. Aber es haben alle Vereine und Veranstalter Rücksicht genommen. Schliesslich findet so ein Schwingfest nicht jedes Jahr statt.

Wie viele Besucher kamen in den letzten Jahren durchschnittlich?

Es kommen zirka 3000 über das ganze Festival verteilt.

Das sind viele Leute. Gerade für einen Platz wie Zug. Wie holt man die?

Ein Open Air braucht ein spannendes Line-up, und von diesem müssen die Besucher erfahren. Also machen auch wir auf verschiedenen Kanälen Werbung und sind daran, das ganze Jahr über präsent zu sein. Ebenfalls hat sich das Rock the Docks im Raum Zug etabliert.

Ihr braucht auch Publikum von ausserhalb der Kantonsgrenzen.

Das stimmt. Der Grossteil der Besucher kommt aus dem Kanton Zug, aber es kommen auch Luzerner und Zürcher. Wir sind bestrebt, die Reichweite auf die Nachbars- kantone auszuweiten. Acts wie Steff la Cheffe helfen uns dabei.

Die Zuger haben aber immer noch den Ruf, dass sie eher aus- serhalb von Zug in den Ausgang gehen. Ist das bei Ihnen auch so?

Fürs letzte Jahr stimmt das nicht mehr. Ich bleibe jetzt öfters auch am Wochenende in Zug. Aber diese Tendenz beobachten wir schon länger. Luzern und Zürich sind halt auch sehr nah, gut erreichbar und haben ein vielfältiges Angebot.

Mein Eindruck ist, dass in Zug in letzter Zeit wieder mehr Veranstaltungen für ein jüngeres Publikum stattfinden.

Ja, das sehe ich auch so. Die Konzertlokale haben ein attraktives Angebot. Den jungen Zugern und Zugerinnen müsste bewusst werden, dass man für kulturelle Erlebnisse und den Ausgang nicht immer den Kanton wechseln muss. Es lohnt sich, wieder mal bei den verschiedenen Veranstaltungen reinzuschnuppern.

Worauf freuen Sie sich besonders am diesjährigen Rock the Docks?

Ich freue mich immer auf das erste Konzert. Dann geht es los, und man kann zuschauen, wie das Publikum eintrudelt und gegen Abend das Gelände voll wird. Das ist schon imposant.

Und wenn es am schönsten ist, muss man in die Galvanik zügeln.

Am Samstag stimmt das. Und zwar mit Vollgas – das Fest geht ja weiter. Einfach an einem anderen Ort. Für das Team und mich ist das immer ein Moment, um gemeinsam auf das Festival anzustossen.Michael Graber