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Wie es ein kleines Theater schafft, die ganz grossen Namen anzulocken

Das Theater am Kirchplatz in Schaan ist ein kleines Haus im kleinen Fürstentum. Trotzdem spielen dort Grössen wie Sol Gabetta, Konstantin Wecker oder das Burgtheater Wien. Wie macht das Intendant Thomas Spieckermann?
Julia Nehmiz
Thomas Spieckermann im Theater. (Bild: Urs Bucher (Schaan, 22.12.2015))

Thomas Spieckermann im Theater. (Bild: Urs Bucher (Schaan, 22.12.2015))

Sie können ihre Freude nicht­ ­verbergen, wollen das auch gar nicht. Thomas Spieckermann, Intendant des Theaters am Kirchplatz (TAK) in Schaan, Georg Biedermann, Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, und Jan Sellke, Leiter Dramaturgie und Kommunikation: Die drei stellen ihren neuen Spielplan vor. Die alte Saison ist noch nicht vorbei, da lockt die neue schon mit Programmhöhepunkten.

Chick Corea, Konstantin Wecker, Sol Gabetta

Pianist Chick Corea, der Superstar der Jazzwelt, spielt ein Konzert in Schaan. Stolz erzählt Spieckermann, dass Corea nur zehn Konzerte in Europa gebe – eines davon im November in Liechtenstein. Neben Chick Corea treten in Schaan auch auf der Klezmermusiker Giora Feidman, Liedermacher Konstantin Wecker, die Weltklasse-Cellistin Sol Gabetta oder der Ausnahme-Perkussionist Martin Grubinger.

Auch das Schauspielprogramm kann sich sehen lassen. Neben zwei ambitionierten TAK- Eigenproduktionen zeigen vier der grossen deutschsprachigen Theater ein Gastspiel in Schaan: Burgtheater Wien, Residenztheater München, Deutsches Theater Berlin und das Schauspielhaus Zürich.

Künstlerinnen und Künstler werden umsorgt

Warum kommen sie alle nach Liechtenstein? Zahlt das Theater einfach viel? Nein, sagt Thomas Spieckermann, das habe mehrere Gründe. Zum einen brauche es ein Netzwerk. Er reist an Künstlermessen, trifft Agenten und Intendanten, besucht Theateraufführungen, knüpft Kontakte.

Und dann habe sich sein Haus in den letzten 50 Jahren den Ruf erarbeitet, sich gut um die Künstlerinnen und Künstler zu kümmern. Die technische Mannschaft sei hilfsbereit, jeder Gast würde umsorgt. «Die Leute kommen gerne zu uns.» Spieckermann ist stolz, dass das Residenztheater München, das viele Anfragen erhält, aber nur wenige Gastspiele gibt, im Tak auftritt.

Das Publikum ist offen und neugierig

Trotzdem: Ein bisschen mutet es komisch an, dass sich das kleine Fürstentum so ein grosses Theater leistet; St. Gallen, Bregenz, Chur, Winterthur und Zürich sind nicht weit. Doch das TAK ist gut unterwegs, sagt Spieckermann. In der Saison 2016/2017 haben gut 29000 Zuschauerinnen und Zuschauer die rund 260 Veranstaltungen besucht. Die Besucherzahlen seien leicht steigend. Das Publikum kommt nicht nur aus Liechtenstein, sondern auch aus dem St. Galler Rheintal, Chur, Vorarlberg und dem Gebiet um den Walensee.

Und entgegen landläufigen Vorurteilen sei das Publikum sehr offen und neugierig, sagt Spieckermann. «Selbst wenn es auf der Bühne zu schwierigen Momenten kommt, ist das Publikum ­wachsam, aufmerksam bis zum Schluss.» Deswegen lädt er auch modernes Regietheater in sein Haus. Als das Theater Dortmund im Winter «Geächtet» spielte, ein sperriges Kammerspiel über Religion und ethnische Zugehörigkeit, sei das beim Publikum «top gelaufen».

Und während bald der Vorverkauf startet für die nächste Saison, ist Spieckermann schon daran, die übernächste vorzubereiten. Um die Wunschkünstler zu buchen, braucht es einen Vorlauf von ein bis zwei Jahren.

Hinweis
Spielplan 2018/2019 unter tak.li

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