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Kunsthoch: Die Galerien Luzerns hielten Hof

26 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in und um Luzern, diverse Aktionen und Performances. Die 11. Kunsthoch bot viel Buntes, Schönes und Freches fürs Auge – und ebenso Inspiration für den Geist.
Giulia Bernardi und Susanne Holz
Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, bei der es zur Sache geht - mit "Kulturkeulen". (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, bei der es zur Sache geht - mit "Kulturkeulen". (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, der Künstler in Aktion. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, der Künstler in Aktion. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, der Künstler hat es krachen lassen. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, der Künstler hat es krachen lassen. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, das Publikum schaut per Live-Übertragung zu. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Edizioni Galleria Periferia, Performance von Christoph Rütimann, das Publikum schaut per Live-Übertragung zu. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Vor der Galerie Vitrine, Performance names "Rabenmuttermilch", in Aktion ist Irène Geisseler. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Vor der Galerie Vitrine, Performance names "Rabenmuttermilch", in Aktion ist Irène Geisseler. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Vor der Galerie Vitrine, Performance, "Rabenmuttermilch". Irène Geisseler "füttert" das Publikum mit Baumnüssen. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Vor der Galerie Vitrine, Performance, "Rabenmuttermilch". Irène Geisseler "füttert" das Publikum mit Baumnüssen. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Vor der Galerie Vitrine, Performance, "Rabenmuttermilch". Irène Geisseler bringt das Publikum zum Schmunzeln. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Vor der Galerie Vitrine, Performance, "Rabenmuttermilch". Irène Geisseler bringt das Publikum zum Schmunzeln. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Alpineum Produzentengalerie, im Vordergrund ein Bild von Marcel Glanzmann.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Alpineum Produzentengalerie, im Vordergrund ein Bild von Marcel Glanzmann.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Alpineum Produzentengalerie, ein Bild von Lukas Hirschi.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Alpineum Produzentengalerie, ein Bild von Lukas Hirschi.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Vitrine, Fotografien von Enrique Rottenberg.
(Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Löwinnen Manifest von Brigitt Bürgi, Partizipative Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Löwinnen Manifest von Brigitt Bürgi, Partizipative Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Löwinnen Manifest von Brigitt Bürgi, Partizipative Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Löwinnen Manifest von Brigitt Bürgi, Partizipative Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Löwinnen Manifest von Brigitt Bürgi, Partizipative Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Löwinnen Manifest von Brigitt Bürgi, Partizipative Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Hilfiker Kunstprojekte, Bilder von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Urs Meile, Fragmente der Welten von Julia Steiner. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Urs Meile, Fragmente der Welten von Julia Steiner. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Urs Meile, Fragmente der Welten von Julia Steiner. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Urs Meile, Fragmente der Welten von Julia Steiner. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Galerie Urs Meile, Fragmente der Welten von Julia Steiner. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)Galerie Urs Meile, Fragmente der Welten von Julia Steiner. (Bild: Boris Bürgisser, 31. August 2019)
Der Raum für zeitgenössische Kunst Meggen zeigt das Ausstellungsprojekt Widerhall - Landschaften. Im Bild Fotografien von Christian Indergand mit dem Titel "Sagen aus Uri". (Bild: Dominik Wunderli, 30. August .2019)Der Raum für zeitgenössische Kunst Meggen zeigt das Ausstellungsprojekt Widerhall - Landschaften. Im Bild Fotografien von Christian Indergand mit dem Titel "Sagen aus Uri". (Bild: Dominik Wunderli, 30. August .2019)
Der Raum für zeitgenössische Kunst Meggen zeigt das Ausstellungsprojekt Widerhall - Landschaften. Im Bild eine Glasmalerei der Künstlerin Andrina Keller. (Bild: Dominik Wunderli, 30. August .2019)Der Raum für zeitgenössische Kunst Meggen zeigt das Ausstellungsprojekt Widerhall - Landschaften. Im Bild eine Glasmalerei der Künstlerin Andrina Keller. (Bild: Dominik Wunderli, 30. August .2019)
27 Bilder

Das war die «Kunsthoch»

Kunstraum Benzeholz, Meggen

Künstlerin Andrina Keller zeigt das Werk «Unstable Grounds I». (Bild: Dominik Wunderli, Meggen, 30. August 2019)

Künstlerin Andrina Keller zeigt das Werk «Unstable Grounds I». (Bild: Dominik Wunderli, Meggen, 30. August 2019)

«In Meggen sind Landschaften omnipräsent», sagt Annamira Jochim, Kuratorin von Benzeholz, Raum für zeitgenössische Kunst. Deshalb eröffne man alle zwei Jahre eine Ausstellung zum Thema Landschaft. Aktuell befasst man sich mit dem Widerhall, den Landschaften bei Menschen hinterlassen, und umgekehrt. Landschaften wecken Emotionen, und öfter mal zerstören Menschen Landschaften. Benzeholz lässt auf drei Etagen mehrere Künstler «zu Wort kommen» – alle mit Zentralschweizer Bezug. Im Erdgeschoss geht Caroline Bachmann mit Ölmalereien, die den Genfersee zeigen, und sich dennoch von der Realität distanzieren, das Thema romantisch an. Christian Indergand gibt mit der Serie «Sagen aus Uri» fotografische Rätsel auf. Im ersten Stock weist etwa Hansjörg Sahli mit seinen Fotografien auf das Schmelzen des Rhonegletschers hin.

«Die ausgewählten Werke werfen einen eigenen Blick auf Landschaften.»
(Annamira Jochim, Kuratorin Benzeholz)

«Widerhall-Landschaft». Do/Sa/So 14–18 Uhr. Bis 29.9. www.benzeholz.ch


Galerie Vitrine, Luzern

Das Bild «History of a kiss» von Enrique Rottenberg. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Das Bild «History of a kiss» von Enrique Rottenberg. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Was für ein Blickfang! Im Schaufenster der Galerie Vitrine zeigt eine grossflächige Fotokunst eine nackte Frau auf einem Stuhl, eine gepflegte ältere Dame mit Perlenkette und roten Lippen. Und mit würdevollem Blick. «Viele Leute stehen still vor diesem Bild und sagen: Wie schön und edel kann der Körper einer älteren Frau sein», erzählt Galeristin Evelyne Walker. Das Bild heisst «The Queen». Fotografiert hat diese Königin der israelisch-argentinische Fotokünstler Enrique Rottenberg. Der sagt von sich: «Ich bin ein Feminist. Ich mag Frauen.» Diese liebenswerte Eigenschaft wird auch auf einer weiteren, so ästhetischen wie witzigen Fotografie deutlich. «The roaring twenties» heisst sie und zeigt in einer Reihe die Nachbarinnen des Künstlers als sexy Tänzerinnen. So perfekt wie nicht perfekt.

«Diese Ausstellung bricht Tabus. Ihre Bilder berühren die Leute sehr.» (Evelyne Walker, Galeristin)

«Das Interesse an Bewegung zwischen dem Individuum und den Massen». Do/Fr 14–18.30 Uhr. Sa 12–14 Uhr. Bis 2.11. www.galerie-vitrine.ch


Galleria Edizioni Periferia, Luzern

Er lässt es krachen: Christoph Rütimann und seine Kulturkeulen. Performance in der Galleria Edizioni Periferia. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Er lässt es krachen: Christoph Rütimann und seine Kulturkeulen. Performance in der Galleria Edizioni Periferia. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Wie Bäume im Wald, so stehen die knolligen Stämme im Raum. Dutzende. Sie stammen aus der Obstkultur, ihre Verdickungen entstanden durch einen ­Veredelungsprozess, was ihnen ein keulenhaftes Aussehen verleiht. Kulturkeulen eben. Die Stämme sind unterschiedlich gross, dienen verschiedensten Zwecken, was Christoph Rütimann während seiner Performance am Samstag vorführt. Er schliesst sich in die Galerie ein, ein Kameramann filmt seine Aktionen, die für das Publikum nach draussen auf Leinwand übertragen werden. Es ist hör- und sehbar, wie Rütimann eine seiner Kulturkeulen als Stempel verwendet, auf den Tisch hämmert. Bam, bam, bam. Eine macht er zur Krücke, humpelt durch den Raum. Dann zur Waffe, mit der er die Leinwand durchbricht, um schwer atmend vor dem Publikum zu stehen.

«Christoph Rütimann ist ein Hochseiltänzer. Ohne ein rettendes Netz.» (Gianni Paravicini, Inhaber Galerie)

«Kulturkeulen, ein Langzeitprojekt». Sa 12–17 Uhr. 7./14./21.9. www.periferia.ch


Alpineum Produzentengalerie, Luzern

Alpineum Produzentengalerie, im Vordergrund ein Bild von Marcel Glanzmann. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Alpineum Produzentengalerie, im Vordergrund ein Bild von Marcel Glanzmann. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

So wie die Welt für William Shakespeare, ist auch die Leinwand eine Bühne. Dort setzen Marcel Glanzmann, Lukas Hirschi und Frank Trankina ihre Gegenstände in Szene. Trankinas Objekte aus der amerikanischen Populärkultur sind hyperrealistisch gemalt, bedacht angeordnet, grell ausgeleuchtet. Die Malerei von Marcel Glanzmann ist ruhiger, weniger düster, wobei er, im Gegensatz zu Trankina, den Hintergrund weglässt, und seine Gegenstände zu schweben scheinen. Einige Darstellungen sind gespickt mit kunsthistorischen Referenzen: ein Buch über da Messina, eins über Picasso. Vielleicht als Erinnerung an die jahrhundertelange Tradition der Malerei, in der sich immer die Frage nach der Darstellung stellte. Und noch immer stellt – bis der Gegenstand endlich auf die Leinwand übertragen wird, bereit, seine Rolle zu spielen.

«Die Ausstellung bringt drei Künstler aus Chicago und Luzern zusammen.» (Jeroen Geel, Produzent)

«The Painting as a Stage». Do/Fr 16–19 Uhr, Sa 12–17 Uhr. Bis 12.10. www.alpineum.com


Löwendenkmal 21, Luzern

Sinnig. Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Sinnig. Performance beim Löwendenkmal. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Ein Hoch auf den Löwenmut der Frauen. Künstlerin Brigitt Bürgi lockt mit ihrer partizipativen Performance beim Löwendenkmal – unter dem schönen Titel: «Löwinnen Manifest» – Frauen wie Männer, Kinder wie Erwachsene, Touristen wie Luzerner an, mitzumachen beim Sprayen. Gesprayt wird mit weisser oder schwarzer Farbe, je nachdem, ob man «What to live for» oder «What to die for» denken will. Die Sätze zieren eine rote Stoffbahn zu Füssen des Löwen. «Eine Lebensader», findet Brigitt Bürgi. «Jeder nimmt seine Antwort im Kopf mit heim. Die Frage zu sprayen, ist der Akt.» «What to live for» wird öfter gesprayt – aber auch das Nachdenken darüber, was so kostbar sein könnte, sein Leben dafür zu opfern, hat ja letztlich was Lebensbejahendes.

«Heute ist der Tag der Löwinnen. Und die Löwin fragt: ‹What to live for.›» (Brigitt Bürgi, Künstlerin)

Kunstinterventionen Löwendenkmal: Lisa Bärtschi: Ham let it be; 4./7./13.9., 19.30 h. Lilian Frei: «In bocca al leone» – ohne Frauen kein Krieg!; 14.9., 19 h. www.loewendenkmal21.ch


Hilfiker Kunstprojekt, Luzern

Florale Pracht in Ölfarbe, von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Florale Pracht in Ölfarbe, von Irene Naef. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Betritt man aktuell die kleine und feine Galerie Hilfiker, badet man sofort in Farbe und fühlt sich positiv überwältigt von den vielen grossen und kleinen Ölmalereien der Luzerner Künstlerin Irene Naef. Hier blühen Blumen, Gräser, Sträucher – in voller Pracht und doch angenehm verfremdet und mit feinem Auge auf die Leinwand gebracht. Oft leuchten einem die hellen zarten Farben in wahren Reliefs entgegen – die Künstlerin hat hier weder mit Farbe noch mit Strahlkraft noch mit ihrer Freude an der puren Schönheit der Natur gespart. Sie habe ein halbes Jahr ohne Unterbruch an diesen Bildern gemalt, erzählt Galerist Markus Hilfiker. «Ein Malrausch», fügt er an, «nachdem sie zuvor mehrere Jahre nur fotografisch gearbeitet hat.» Hilfiker ist begeistert von der gleichzeitigen Poesie und Dynamik dieser Werke in ihrer ganzen ­floralen Herrlichkeit.

«Hier faszinieren die Farben. Und der Umgang der Künstlerin damit.» (Markus Hilfiker, Galerist)

«Einfach Farbe!». Mi–Sa 13–17 Uhr. Bis 5.10. www.hilfikerkunstprojekte.ch


Galerie Urs Meile, Luzern

Julia Steiners «Fragmente der Welten». (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Julia Steiners «Fragmente der Welten». (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. August 2019)

Wie oft hat uns die Armbanduhr, die wir tragen, an den Moment erinnert, in dem wir sie bekamen? An den Moment, als wir dachten, sie verloren zu haben, aber sie doch wiederfanden? Sie hütet unsere Geschichten, ruft sie uns in Erinnerung, sollten wir sie einmal vergessen haben – und erinnert uns daran, wie viel Zeit verflossen ist. Das Ding als Monument, als Beglaubigung unseres Daseins thematisiert Julia Steiner in «Fragmente der Welten», eine Sammlung aus 220 Objekten, entstanden über die letzten elf Jahre. Darunter befinden sich verbrauchte Pinsel. Haarsträhnen, die mal zum Körper gehörten. Die chronologisch nummerierten Objekte sind bei jeder Ausstellung anders im Raum ausgelegt, wandeln sich im Laufe der Zeit, vergilben, vergehen. So rufen sie je andere Assoziationen hervor – und lassen uns neue Welten entdecken.

«Julia Steiners Objekte lassen in ihr visuelles Vokabular blicken.» (Karin Seiz, Direktorin)

«Fragmente der Welten». Di/Mi/Do/Fr 10–17 Uhr. Bis 4.9. www.galerieursmeile.com


Kali Gallery, Luzern

Wann sind wir im Einklang mit der Natur, wann beuten wir sie aus? Welchen Raum fordert sie zurück? So wie wir ihre Schönheit verkennen, vergessen wir oft auch die beängstigende Gewalt, die unter der ruhigen Oberfläche schlummert. Andreas Senoner thematisiert die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur. Die Ausstellung «Nature doesn’t care» zeigt Plastiken und Objekte, geschaffen aus natürlichen Materialen: mit Federn überdeckte Männchen, eine Büste aus Holz, zerfressen von Termiten, eine weitere, von Moss überwuchert. Ergänzt wird die Ausstellung von Schwarz-Weiss-Fotografien aus dem Südtirol, wo Senoner aufwuchs. Die Bilder betten die menschenähnlichen Figuren in Landschaft ein – schmächtig und verloren stehen sie im Wald. Der Wald könnte sie verschlingen, sie sind ihm egal. So egal, wie er uns oft ist.

«Andreas Senoner entführt uns in das innere Selbst und in die Natur.» (Marketa Jachimova, Kuratorin)

«Nature doesn’t care». Do/Fr 17–19 Uhr, Sa 15–17 Uhr. Bis 27.9. www.kaligallery.com

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