Lesetipps zum Landesstreik 1918

Im Landesmuseum in Zürich befasst sich eine Ausstellung mit den Auswirkungen des Landesstreiks 1918.

Rolf App
Drucken
Teilen

Die Revolution in den Köpfen

Die Historiker hätten den Landesstreik lange vernachlässigt, sagt Christian Koller, der die Ausstellung im Landesmuseum erarbeitet hat (siehe nebenstehenden Text). Augenzeugen sind verstorben, ohne dass sie noch ausführlich hatten befragt werden können. Trotzdem gibt es noch viele Geschichten zu erzählen und viele Themen aufzuarbeiten, wie dieser von Koller mitherausgegebene Band an Aufsätzen zeigt. Ein Beispiel daraus: Daniel Artho schildert, wie sich der Landesstreik als gescheiterter Revolutionsversuch in den Köpfen festgesetzt hat, obwohl es dafür kaum Belege gibt.

Roman Rossfeld/Christian Koller/Brigitte Studer: Der Landesstreik, Hier und Jetzt, 455 S., Fr. 56.–

Das Pionierwerk zum Landesstreik

Wer über den Landesstreik Bescheid wissen will, kommt an Willi Gautschis Standardwerk nicht vorbei. Es ist, obwohl vor fünfzig Jahren erschienen, noch immer die beste Darstellung der Vorgänge, die zum Landesstreik geführt haben. Gautschi ist gründlich und sachlich, und er schreibt spannend. Der Chronos-Verlag hat gut daran getan, seine Schilderung neu herauszubringen, und zwar mitsamt dem Band an Dokumenten zum Landesstreik, auf die er sich gestützt hat.

Willi Gautschi: Der Landesstreik 1918, Chronos, 438 S., Fr.49.–, Dokumentenband dazu Fr. 49.–

Eine Welle von Arbeiterkämpfen

Auch «Traverse», die Zeitschrift für Geschichte, widmet sich dem Landesstreik. Dabei geht der Blick auch über die Schweiz hinaus. Marcel van der Linden verfolgt Streikbewegungen in anderen Ländern und stellt fest, «dass in den Jahren 1917–1921 eine grosse Welle von Arbeiterkämpfen Europa überflutete». Eine Ausnahme war die Schweiz gleichwohl. Andernorts mussten Arbeiter um Rechte kämpfen, die ihnen seit 1848 zustanden.

Traverse: Der Landesstreik – Krisen, Konflikte, Kontroversen, Chronos, 328 S., Fr.32.–