Die Schüür wird zum «Probenhaus» und hilft der Musikszene, dem Staat sowie sich selber

Bereits ab Montag steht das Konzerthaus und seine professionelle Infrastruktur für Bühnenproben und Workshops zur Verfügung.

Arno Renggli
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Die Bühne der Schüür steht ab sofort für professionell betreute Proben zur Verfügung. Im Bild der Luzerner Musiker Damian Lynn im Vorfeld eines Auftritts in der Schüür.

Die Bühne der Schüür steht ab sofort für professionell betreute Proben zur Verfügung. Im Bild der Luzerner Musiker Damian Lynn im Vorfeld eines Auftritts in der Schüür.

Pius Amrein (1. September 2020)

Am 19. Oktober musste die Schüür bereits zum zweiten Mal coronabedingt schliessen. In kürzester Zeit hat das Team um Leiter Marco Liembd nun eine Idee entwickelt und mit Hilfe der Albert-Koechlin-Stiftung gleich realisiert: Das Konzerthaus wird zum «Probenhaus» und soll Bands oder Einzelmusiker zur Verfügung stehen. Auf der Bühne können mit professionellem Equipment Auftritte vorbereitet werden. Zudem gibt es Workshops für Veranstalterinnen und Techniker. Und alles bereits ab nächstem Montag bis Ende März 2021. Im Detail:

Bühnenproben für Profis: Montag bis Mittwoch, 18–22 Uhr. Ziel: Verfeinerung von Sound und Performance. Die Kosten von Fr. 300.– für drei Tage sind inklusive Ton- und Lichtanlage sowie eine Person für Technik.

Bühnenproben für Newcomer: Donnerstag bis Freitag, 18–22 Uhr. Ziel: Ablauf und Effektivität eines guten Soundchecks. Kosten: Fr. 300.– für drei Tage (inkl. Tonanlage sowie eine Person für Technik). Sollte vor Ende März eine Teilöffnung der Schüür für den Konzertbetrieb wieder möglich sein, entfallen die Proben für Newcomer.

Workshops: jeweils ein Tag, Dienstag bis Freitag, 10–17 Uhr. Individuelle Inhalte zu Technik (Licht/Audio), Event-Marketing, Booking, Produktion – basierend auf dem Know-how der Schüür. (Kosten pro Workshop; unabhängig von Teilnehmerzahl: 250.–)

«Probenhaus Schüür»: Vorteile für alle

Diese Kosten entsprechen dem Aufwand für Personal und Infrastruktur nicht. Hier kommt die Albert-Koechlin-Stiftung ins Spiel und übernimmt die Differenz. Marco Liembd ist überzeugt, dass das Probenhaus Schüür viele Vorteile hat. «Den Musikerinnen und Musikern bieten wir eine Plattform, um sich unter Topbedingungen weiterentwickeln zu können. Unsere eigenen Mitarbeitenden können wir zumindest teilweise aus der Kurzarbeit holen, was auch die Staatskasse entlastet. Und nicht zuletzt wird das musikaffine Publikum profitieren, wenn Bands ihre Qualität verbessern.»

Angesprochen sind in erster Linie Bands und Musiker aus der Zentralschweiz oder solche, die sonst einen Bezug zur Schüür haben. Marco Liembd: «Von Hecht bis Schnellertollermeier: Musikerinnen und Musiker nutzten die Schüür-Bühne schon immer gerne, um an ihrem Programm zu feilen.» Das ist nun täglich möglich, melden kann man sich schon dieses Wochenende. «Ab Montag haben wir bereits eine Buchung», freut sich Liembd. «Wir haben extrem Bock auf diese Arbeit.» (are)

Wer sich für die Proben oder die Workshops interessiert meldet sich via: probenhaus@schuur.ch