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Die Sehnsucht nach der Vollendung

120 Sängerinnen und Sänger plus Solisten: Das Chorkonzert in der Tonhalle St.Gallen brachte mit Herzblut geistliche Musik und Schubert-Lieder zur Aufführung.
Markus Wigert

Drei Chöre, fünf Solisten, ein Sinfonieorchester und ein unaufgeregter Dirigent, der sich ganz in den Dienst der vorwiegend geistlich geprägten Musik stellt: Das sind die Protagonisten des eindrücklichen Konzertes. Der Chorkreis St.Gallen, der Chor stimmmix ergänzt mit Projektsängern unter der Leitung des Hemberger Dirigenten Lukas Bolt, eines ausgewiesenen Kirchenmusikers, der in St.Gallen seine musikalischen Spuren auch als Interimsleiter des Domchores hinterlassen hat.

Dirigent Lukas Bolt. (Bild: PD)

Dirigent Lukas Bolt. (Bild: PD)

Insgesamt stehen an die 120 Sängerinnen und Sänger am vergangenen Samstag auf der Bühne, die mit Ergriffenheit und Herzblut der Sehnsucht der beiden Komponisten nach Vollendung Ausdruck verleihen, begleitet von einem intimen Sinfonieorchester, der Sinfonietta Vorarlberg. Die Berliner Sopranistin Anne Breitschneider gestaltet die vier Schubert-Lieder («Die junge Nonne», «Gretchen am Spinnrade», «Lied der Mignon», «Der Erlkönig») mit einem lyrischen und wohltuend warmen Timbre. Die Arrangements der vier Orchesterlieder stammen vom Klaviervirtuosen Franz Liszt (1811–1886).

Abstürze ins Bodenlose

Zerbrechlich und zerrissen wie ihr Schöpfer wirkt die siebte Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert (1797–1828), genannt «Die Unvollendete». Ein ständiges Wechselbad zwischen dem Wunsch nach Geborgenheit und dem Absturz ins Dämonische prägen das zweisätzige Werk, welches erst 40 Jahre nach dem Tod des Komponisten in der Wiener Hofburg uraufgeführt wurde und sofort seinen Platz in den Konzertsälen Europas erobert hatte. Wie aus einem Guss wirkt das aufwühlende Werk, kongenial interpretiert von der Sinfo­nietta Vorarlberg. Immer wieder endet die sich anbahnende Harmonie in abrupten Abbrüchen und Abstürzen ins Bodenlose, bis hin zu Aufschreien der nackten Verzweiflung.

Eine ganz andere Stimmung verbreitet sich im zweiten Teil des eindrücklichen Konzertes. Mit Mendelsohns Vertonungen des 42. und 43. Psalms kehrt der Seelenfrieden in die prallgefüllte Tonhalle zurück. Anbetung und Ehrfurcht prägen die beiden Werke «Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser» und «Richte mich Gott».

Dabei kommen auch die vier männlichen Solisten zum Einsatz: die beiden Tenöre Philippe Jacquiard und Benjamin Berweger sowie die Bässe Michael J. Schwendinger und Grégoire May, welche einen ausgewogenen Zusammenklang erreichen.

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