Die Sonne, die Liebe, der Tod

Rolf App
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Liebesdrama Die Hitze dieses Sommers ist schwer zu ertragen. Und auch die Beziehungen werden auf eine Probe gestellt. Da sind Sara und Jacques, Eltern eines Buben, zwischen denen Sprachlosigkeit herrscht. Da sind Ludi und Gina, die immerzu streiten. Da ist Diana, die Ungebundene. Und da ist dieser Fremde mit dem Motorboot, der sich der Gruppe Ferienreisender anschliesst und rasch ein Auge auf Sara wirft. Marguerite Duras richtet in «Die Pferdchen von Tarquinia» eine explosive Mischung an. Eine Explosion ist es auch, die am Berg einen Minensucher in Stücke gerissen hat. Jetzt sind seine Eltern da, hüten die Kiste mit den sterblichen Überresten – und weigern sich, eine Todeserklärung zu unterschreiben. Unbarmherzig steht die Sonne über allem und macht die Tage zur Qual. Nicht enden wollende Gespräche drehen sich um das Leben, die Liebe und den Tod. «Nichts sperrt einen so ein wie die Liebe», sagt Sara. «Und eingesperrt sein macht einen auf die Dauer böse.»

 

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Marguerite Duras: Die Pferdchen von Tarquinia. Suhrkamp