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Krimi-Tipp: Die Verlockung, gegen das Gesetz zu handeln

Lesbar Krimi
Frauke Kaberka/KarinPfister
Donna Leon EPA/ARNE DEDERT

Donna Leon EPA/ARNE DEDERT

Donna Leon: Heimliche ­Versuchung. Diogenes, 320 S., Fr. 30.–

Unfall oder Überfall? Der Gedanke beschäftigt Commissario Brunetti, als ein Mann nach einem Treppensturz bewusstlos ins Spital gebracht wird. «Heimliche Versuchung» heisst der 27.AABB22Roman der Reihe von Donna Leon. Auch dieser Fall ist in das politische Umfeld des heutigen Italien eingebettet, stellt aber auch eine brisante Frage: Darf man im Interesse des Guten gegen bestehende Gesetze verstossen? Eine Spur hat Brunetti: Der halbwüchsige Sohn des Gestürzten hat mit Drogen zu tun. Vielleicht geht es auch um verschreibungspflichtige Medikamente, ein riesiges Geschäft. Doch die Kanäle, durch die es fliesst, sind so dunkel wie jene Venedigs, konstatiert der Commissario desillusioniert. Und Donna Leon, die ein Grossteil ihres Lebens in Venedig verbrachte, wegen der Touristenströme aber heute vorwiegend in der Schweiz lebt, thematisiert die eigenwillige Einstellung der Italiener zu Recht und Unrecht. Wobei die Verlockung, am Gesetz vorbei zu agieren, gleich für mehrere Figuren stark ist.

Paul Lascaux: Die sieben Weisen von Bern. Gmeiner, 247 S., Fr. 20.–

Zum zehnten Mal lässt Paul Lascaux sein Ermittlerduo Heinrich Müller und Nicole Himmel in Bern nach Spuren suchen. Im ­Rosengarten, wo gern Japaner flanieren, liegt die Leiche einer Frau. Die Ermittler stossen bald auf die esoterische Gruppe «Die sieben Weisen von Bern», deren Mitglieder sich mit Planeten­namen ansprechen. Die Tote hiess «Venus». Kurz darauf erschiesst die Polizei einen Mann, der mit einer Dynamitstange auf dem Vordach des Münsters standAABB22– auch «Saturn» gehörte zu den «Sieben Weisen von Bern». Von «Sonne» erhält Heinrich Müller den Tipp, sich näher mit Jakob Neuhus zu befassen. Das Findelkind aus dem 18.AABB22Jahrhundert war offenbar mit «Venus» verwandt.

Müller und Himmel ermitteln nach Gefühl und tauchen ab in Berns Geschichte. Einmal zitiert Müller Friedrich Glauser: «Nicht der Kriminalfall an sich, nicht die Entlarvung des Täters und die Lösung ist Hauptthema, sondern die Menschen und besonders die Atmosphäre, in der sie sich be­wegen.» Dies gilt auch für Paul Lascaux. Der Autor heisst eigentlich Paul Ott, stammt vom Bodensee und wohnt seit Jahren in Bern.

Frauke Kaberka (DPA)

und Karin Pfister

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