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Nordklang-Festival 2019: Die Wundertüte klingt nordisch

Unbekannte Acts, volles Haus: Das ist das Erfolgsrezept des Nordklang-Festivals. Zum 13. Mal gibt es an einem Wochenende im Februar in St. Gallen einen Hauch von nordischer Kultur. Dieses Jahr erstmals mit einem Podium.
Philipp Bürkler
Aufwärts: Die 21-jährige Norwegerin Amanda Tenfjord wird bereits mit Popgrössen wie Adele verglichen und ist eine der Entdeckungen. (Bild: PD)

Aufwärts: Die 21-jährige Norwegerin Amanda Tenfjord wird bereits mit Popgrössen wie Adele verglichen und ist eine der Entdeckungen. (Bild: PD)

Sagen Ihnen Namen wie Tallari, Small Feet, Heiðrik oder Árstíðir etwas? Nein? Da sind Sie nicht alleine. «90 Prozent unserer Besucherinnen und Besucher kennen keine einzige Band», sagt Sandro Büchler von der Nordklang-Festivalleitung. Dennoch stiessen die Veranstaltungen in den letzten zwölf Jahren beim Publikum stets auf offene Ohren. Besucherinnen und Besucher wissen zwar nicht, was sie in der Wundertüte finden, sie wissen aber, was sie finden, wird sie nicht enttäuschen. Andere Festivals können davon nur träumen.

Vielfalt, Breite und Experiment stehen auch 2019 im Zen­trum. Auf dem neuen Programm-Flyer gibt es Namen wie das ­experimentelle norwegische Frauen-Jazz-Trio Falkevik, die 21-jährige norwegische Newcomerin Amanda Tenfjord oder Agent Side Grinder, eine schwedische Industrialband. Dazu weitere Acts aus Finnland, den Färöer Inseln und Island.

Falkevik aus Norwegen bringen experimentellen Jazz nach St. Gallen. Foto: PD

Falkevik aus Norwegen bringen experimentellen Jazz nach St. Gallen. Foto: PD

Kollaboration zwischen Rentierhirt und Jodelgruppe

Im Line-up vom Samstag ist auch Ulf Fleischer zu finden. Sein Name tauchte bereits vergangenes Jahr im Programmheft auf, jedoch musste er damals krankheitsbedingt kurzfristig seinen Auftritt absagen. Dieses Jahr soll es nun klappen mit dem «Mani Matter aus Grönland», dessen Lieder dort bereits Kinder in der Grundschule singen. «Wir hoffen nun, dass wir mit ihm den insgesamt dritten grönländischen Act der Festivalgeschichte begrüssen dürfen», freut sich Larissa Bissegger, Präsidentin des Vereins Nordklang.

Ulf Fleischer holt 2019 seinen Auftritt von 2018 nach. Foto:PD

Ulf Fleischer holt 2019 seinen Auftritt von 2018 nach. Foto:PD

Ein Festival-Highlight dürfte die Kollaboration zwischen der Naturjodelgruppe aus dem appenzellischen Stein und dem Schweden Simon Issát Marainen in der Kirche St. Laurenzen sein. Obwohl das Appenzellerland und der Norden Schwedens, wo Marainen herkommt, knapp 3000 Kilometer auseinanderliegen, gibt es erstaunliche musikalische Gemeinsamkeiten. Während die Naturjodelgruppe naturgemäss jodelt und «zäuerlet», ist es beim schwedisch-samischen Dichter und Rentierhirten der Joik, ein dem Jodel verwandter, eintönig-gutturaler Gesang. «Simon Marainen wird am Dienstag vor dem Festival nach St. Gallen kommen und bis am Freitag mit der Naturjodelgruppe proben. Wir wissen also nicht, was uns genau erwartet», erklärt Bissegger.

Erstmaliges Forum für nordische Musik und Kultur

Ein Novum dieses Jahr ist ein Diskussionsforum, in dem es um die Faszination der nordischen Kultur sowie um die enorme musikalische Kreativität der skandinavischen Musikkultur geht. «Wir wollen bei diesem Podium der Frage nachgehen, was den Norden ausmacht», so Büchler. Darüber diskutieren am Samstagnachmittag im Textilmuseum St. Gallen die Künstlerinnen des Trios Falkevik mit Gunnard Madsen, dem Chef des Spot-Festivals, einem der bedeutendsten Musikanlässe Dänemarks. «Beim Spot-Festival gibt es eine enorm hohe Diskussionskultur mit Podien. Für uns ist diese Podiumsrunde ein Versuch», erklärt Bissegger. Die Organisatoren hoffen auf Publikum, das sich in die Diskussion einbringen wird.

Die Anzahl nordischer Künstlerinnen und Acts ist so immens, dass es sich die Festivalverantwortlichen leisten können, jedes Jahr Bands zu buchen, die noch nie in St. Gallen gespielt haben. Büchler hat eine Vermutung, weshalb die nordische Musikkultur so breit ist. «Musik wird in diesen Ländern staatlich besser gefördert, ausserdem ist die Experimentierfreude grösser als in der Schweiz.»

Nicht nur das: Skandinavische Künstlerinnen und Musiker arbeiten auch viel mehr grenz- und länderübergreifend zusammen, da sie Skandinavien als ­einen Lebensraum begreifen. «Auch für finnische Bands ist es völlig normal, sich mit baltischen Musikern zusammenzuschliessen», so Bissegger. Überhaupt scheint es, könnte die Schweiz noch einiges an kreativem Input von den Skandinaviern ertragen. «In Reykjavík gibt es überall Wohnzimmerkonzerte, da geht man einfach zu jemand nach Hause und hört Musik.» Das Nordklang-Festival bringt diese Kultur für ein Wochenende im Jahr nach St. Gallen.

Hinweis

Nordklang: 15. und 16. Februar in St. Gallen, Programm und Infos unter Nordklang.ch.

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