«Die Youtube-Pop-Oper ist mein Leben»

Der Zuger Nino Neschio schreibt eine Geschichte und erfindet gleich ein neues Format: Online-Pop-Oper. Muss er auch, denn für den ersten Song hat er ein Jahr gebraucht.

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Nino Neschio balanciert derzeit zwischen seinem Job als Musiklehrer und seiner Leidenschaft Filmemachen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Nino Neschio balanciert derzeit zwischen seinem Job als Musiklehrer und seiner Leidenschaft Filmemachen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Nino Neschio wirft die Haare nach hinten und trinkt einen Schluck Cappuccino, Grund zum Ausspannen hat er genug. Ein Jahr lang hat er an seinem Video gearbeitet, das erste Kapitel seiner Youtube-Pop-Oper oder Musical-online-Soap, wie auch immer man das Projekt nennen möchte. «Mending Stories» heisst das Ding, 200 Seiten Manuskript liegen in der Wohnung am Hönggerberg in Zürich, die noch vollgestopft ist mit den Requisiten zum ersten Filmdreh: Holzgerüste, Tonstudio, Musikinstrumente. Genau wie das Schlafzimmer, das im Video zum Hauptschauplatz wird. Über und über mit beschriebenen Blättern, romantischem Mobiliar und Gitarren beladen. Kaum Platz darin für die verschwindende Dame, um die es geht: «Mending Stories» dreht sich um eine unglückliche Liebe. «Auf humorvolle und liebevolle Weise», sagt Neschio, und mit einer guten Portion Kitsch, würde man vermuten, aber: «Natürlich ist es gefühlvoll, aber nicht kitschig. Kitsch ist eine Lüge, etwas, das nicht stimmt. Das Gefühl, um das es bei diesem Song geht, ist ein allgemeines: Jeder hat schon unglücklich geliebt.»

Falco Meyer