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Diese Graffiti-Künstler haben Farbe in die Zentralschweiz gebracht

Diese fünf Graffiti-Künstler haben in der Zentralschweiz ihre Spuren hinterlassen. Warum sie über Jahrzehnte ihrer Leidenschaft treu geblieben sind.
Julia Stephan
Adrian Gander vor einem seiner typografischen Experimente. (Bild: PD)

Adrian Gander vor einem seiner typografischen Experimente. (Bild: PD)

Adrian Gander (27) alias Anoy entdeckte die Spraydose, als er fünfzehn Jahre war. Seine ersten illegalen Sprühaktionen – legale Wände waren in seiner Jugend unauffindbar - unternahm er auf eigene Faust in seinem Heimatkanton Nidwalden. «Ich kannte zunächst niemanden», erzählt er. Bei der Arbeit an legalen Flächen schloss er dann erste Kontakte zur Szene. Das Interesse am Zeichnen und an kryptischer Typografie lässt den an der Luzerner Hochschule – Design und Kunst ausgebildeten Grafikdesigner bis heute nicht los. Von seiner Kunst kann er heute leben. Er tätigt Aufträge für Firmen und gestaltet Innenräume, etwa für Restaurantbetriebe. Für die Stanser Musiktage dekorierte Gander 2014 u. a. das Weltmusikzelt. Jedes Jahr hält sich der Künstler für einige Monate im Libanon auf, wo er eigene Projekte realisiert, an Schulen Workshops gibt und mit den lokalen Künstlern die vielen grauen Wände Beiruts bemalt, manchmal auf Einwilligung der Hausbesitzer sogar Privathäuser. 2016 hat er eine Publikation über seine Erfahrungen herausgegeben. «Ich geniesse die Inspiration auf Reisen in anderen Ländern. Das Gesehene und Erlebte beeinflusst meine visuelle Sprache stetig».

www.anoy.ch

Harun Dogan alias Shark. (Bild:PD)

Harun Dogan alias Shark. (Bild:PD)

Das Urgestein der Luzerner Hip-Hop- und Graffiti-Szene, Harun Dogan (46) alias Shark, ist inzwischen längst heimisch im urbanen Zürcher Pflaster, wo er mit seinem in der Graffiti-Szene gesammelten illustrativen und typografischen Erfahrungsschatz im Modedesign, im Innendesign und mit seiner Werbeagentur Rawcut das urbane Leben aus nächster Nähe beobachtet. Dogan war Mitbegründer der Zürcher Grafikmesse, die er phasenweise auch kuratorisch betreut hat. Der gebürtige Eschenbacher wurde als 13-Jähriger über amerikanische Hip-Hop-Filme mit dem Graffiti- und Breakdance-Fieber infiziert. Ab 1991 veröffentlichte er das erste farbige Graffiti-Magazin der Welt. In Luzern und Zug hat er eine Reihe von grossen Wandbildern gestaltet – «keine Ahnung, ob die noch existieren». Reine Graffiti-Kunst war nie sein Ding. Er sucht bis heute den Mix zwischen alten und neuen Stilelementen.

www.instagram.com/sharkoner

Ezra Pirk 2012 an der Baselstrasse. (Bild: PD)

Ezra Pirk 2012 an der Baselstrasse. (Bild: PD)

Der gebürtige Ebikoner Ezra Pirk (38) entdeckte als 15-Jähriger die Hip-Hop-Szene für sich. In der Region hat der Street-Art-Künstler in den letzten Jahren zahlreiche Wandbilder gestaltet. Pirk bedient sich Elementen aus dem Surrealismus, dem Comic und aus der Pop-Art. Viele seiner Arbeiten befinden sich an der Basel- und Neustadtstrasse in Luzern, in der Unterführung Risch in Ebikon sowie beim Ebikoner Spielplatz Spielhimmel sowie auf dem Areal der Firma Gloggner in Perlen, wo er bis Ende Juli an einem riesigen Wandbild zur Firmengeschichte arbeitet.

www.instagram.com/ezraone

QueenKong im Luzerner Club Uferlos. (Bild:PD)

QueenKong im Luzerner Club Uferlos. (Bild:PD)

Veronika (40) und Marco (37) Schmid – letzterer ein Urgestein Luzerner Sprayerszene - treten seit ihrem ersten gemeinsamen Wandbild im New Yorker Stadtteil Queens (2009) als Kollektiv QueenKong in Erscheinung. In der Zentralschweiz konnte das Paar mit seiner legendären Himmelrichdame auf der Fassade der inzwischen abgerissenen Luzerner «Himmelrich»-Siedlung viel Sympathien für die Kunstform Street Art gewinnen. An der still gelegten Kehrrichtanlage in Ibach gestalteten sie ebenso ein Wandbild wie am Bahnhof Stansstad oder dem Bahnhof Sursee, wo an einer Hauswand ein stolzer Schwan auf die Passanten blickt. Die beiden sind mehr der Street Art als der Graffiti-Kunst zuzurechnen und können von ihrer Arbeit heute vollumfänglich leben. Sie nutzen dabei unterschiedlichste Materialien wie Acryl oder Blattgold. Auch wenn sie sich mehr im Bereich Street Art bewegen, sind sie überzeugt: «Unsere Wurzeln liegen im Graffiti, das hat bis heute Einfluss auf unsere Arbeit."

www.queenkong.ch

Zora in jungen Jahren vor einem Wandbild in Baar. (Bild: PD)

Zora in jungen Jahren vor einem Wandbild in Baar. (Bild: PD)

Die Luzernerin Bianca Litscher (43) hat sich in den 1990er-Jahren als Graffitikünstlerin und Rapperin einen Namen gemacht. Sie war gerade mal 17 Jahre alt, als ihr ein Kollege aus der Hip Hop Szenedie Funktionsweise einer Sprühdose erklärte. Nach ersten Experimenten auf Papier wagte sie sich an ihre erste illegale Aktion an der Reuss. Der Name Zora ergab sich aus ihrer Liebe zum Buchstaben «Z». Es gab mal eine Zeit, da waren die Graffitis der Künstlerin europaweit anzutreffen. Mit Shark und dem Graffitikünstler Mate (Pius Portmann) war sie Teil der internationalen Graffiti-Crew Stick Up Kids, der auch der deutsche Graffitikünstler Daim angehörte. In der Region gestaltete Zora u. a. einen Teil der Fassade des ehemaligen Luzerner Jugendkulturzentrums Wärchhof und war mit Oliver Räke (MagicOne), Pius Portmann (Mate) und Harun Dogan (Shark) in die Fassadengestaltung der inzwischen abgerissenen Luzerner «Himmelrich»-Siedlung involviert. Erst nach ihrem Erfolg als Graffiti-Künstlerin absolvierte sie eine grafische Ausbildung. Heute gestaltet sie nach einem Abstecher nach Hamburg von Luzern aus unter dem Pseudonym Suki Bamboo Titelcovers und Illustrationen für verschiedene Magazine, darunter auch das Wirtschaftsmagazin Bilanz oder Nachrichtenmagazin Focus.

www.sukibamboo.com

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