Rock/Pop
Diese Musikclubs retten den Aargauer Konzertsommer

Vieles wäre wieder möglich. Doch statt die Türen zu öffnen, machen viele Clubs Sommerpause. Doch es gibt löbliche Ausnahmen.

Stefan Künzli
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Die marokkanisch-französische Band Bab L’Bluz spielt im Meck in Frick.

Die marokkanisch-französische Band Bab L’Bluz spielt im Meck in Frick.

Zvg / Aargauer Zeitung

Die Vorgaben für Konzerte und vor allem für Freiluft-Events wurden gelockert. Trotzdem ist im Aargau ein Grossteil der Open Airs abgesagt worden und die meisten Musikclubs haben sich in die Sommerpause verabschiedet. Paul Wetzel von der Wisa Bar in Lenzburg kann dieses Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen. «Denen sollte man das Geld, das sie während der Pandemie für die Ausfälle gekriegt haben, grad wieder wegnehmen», sagt er. Seit einigen Jahren organisiert er in seinem Restaurant auf dem Wisa-Gloria-Areal Konzerte – und die Nachfrage wird immer grösser. 30 bis 40 Konzerte sind es übers Jahr, immerhin 15 Konzerte in diesem Sommer mit Bands wie The Brees mit Peter Finc und Brige Geiser (17. Juli) oder die Philipp Bluedög Gerber Gang (14. Aug.). Wetzel profitiert davon, dass die Konzerte sowohl im Freien wie in der Bar stattfinden können und es im Lenzburger Industriequartier keine Lärmrestriktionen gibt.

«Wir machen’s, weil wir Bock drauf haben»

Auch der Musikclub Böröm in Oberentfelden hält nichts von einer Sommerpause. Im ersten Coronasommer 2020 haben die Veranstaltern auf dem Areal vor dem Club eine Sommerbühne mit Aussenbar und Grill eingerichtet und Gefallen daran gefunden. In zweiwöchigem Abstand treten heuer die Bluesaholics (17. Juli), Izamanya, Mojo i Mät und Gogo und die Gogogirls auf. «Wir machen’s, weil wir Bock drauf haben und das Geld brauchen», sagt Dominik Schibli vom Böröm. Immerhin: Dank eines Crowdfundings, das 24499 Franken einbrachte, ist die Clubmiete bis Ende dieses Jahres gesichert. Seit drei Jahren wird auch die Konzertreihe «Afterwork» im Club Joy des Casinos Baden in den Sommermonaten weitergeführt. Es ist das einzige Konzertangebot in Baden in diesem Sommer, wie Veranstalter und Musiker Nic Niedermann betont. Bei schönem Wetter ­findet die Reihe auf der Terrasse im Park statt. Niedermann schwärmt von der «herrlichen Stimmung» und vom «riesigen Bedürfnis der Leute». Jeweils am Donnerstag ab 18 Uhr treten Kleinformationen wie Soultraces oder Musiker wie Pezzo, Eric Lee oder Tcha Simmons auf.

Sommerburg: Neues Festival in Aarburg

Reaktiviert wurde in diesem Sommer auch die «MittwochsMusig» des Musikers und Veranstalters Robbie Caruso. Nach zehn erfolgreichen Jahren in der Badi Villnachern geht die Konzertreihe neu im Sommergarten der Kantine Wasserschloss in Vogelsang, direkt beim Limmatwehr, über die Bühne. Das nächste Konzert am 4. August bestreiten Caruso & Friends, gefolgt von Fusion Square Garden, Marius Bear, Andrea Bignasca und Pedestrians.

Längst Tradition sind die Open-Air-Konzerte im lauschigen Garten des Meck in Frick. Hier wird am 31. Juli ein besonderer musikalischer Leckerbissen serviert. Angesagt ist die marokkanisch-französische Formation Bab L’Bluz (das Tor zum Blues), die die internationale Weltmusikszene mit ihrem Albumdebüt in Aufruhr versetzt hat. Einen Monat später steht Soul und Funk mit der Band The Next Movement von J.J. Flueck auf dem Programm.

Ronny Url von der Musigburg in Aarburg war in dieser Pandemiezeit stets einer der aktivsten Veranstalter des Kantons und hat auch in diesem Jahr das erste Konzert im Aargau nach dem Lockdown organisiert. Seine Erfahrungen sind durchweg positiv. «Die Leute sind hungrig, sie wollen Livekonzerte erleben», sagt er.

Vorderhand setzt Url vor allem auf Konzerte im Freien, weil hier am meisten möglich ist. Innert zwei Monaten haben er und sein Team das Festival Sommerburg aus dem Boden gestampft. Vom 23. Juli bis 4. September ist der Stadtpark in Aarburg Herzstück und Begegnungsort des Festivals, grössere Veranstaltungen mit Bands wie Megawatt, Stubete Gäng, I Quattro, Shakra, Chlyklass oder Peach Weber werden an der Sommerburg-Stage an der Aare (12. bis 29. August) durchgeführt. Im Stadtpark liegt der Fokus auf jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern aus der Region, auf dem Programm stehen aber auch Lesungen, Theater oder Workshops.