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Drogentrip mit steifer Oberlippe

«Sherlock»-Star Benedict Cumberbatch glänzt in der neuen britischen TV-Serie «Patrick Melrose» als heroinabhängiger Aristokrat.
Cornelia Wystrichowski
Benedict Cumberbatch brilliert als sarkastischer, drogenabhängiger Aristokrat. (Bild: ©2018 Showtime/Sky UK Ltd/Justin Downing)

Benedict Cumberbatch brilliert als sarkastischer, drogenabhängiger Aristokrat. (Bild: ©2018 Showtime/Sky UK Ltd/Justin Downing)

Der britische Schauspieler macht aus der Romanverfilmung eine One-Man-Show. Die vor allem wegen Cumberbatch bestechende Serienproduktion basiert auf den komisch-bösen Romanen von Edward St. Aubyn aus den 90er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Patrick Melrose, den der Zuschauer in der ersten Szene nicht von seiner besten Seite kennen lernt: Das Telefon klingelt, Melrose hebt ab und nimmt stöhnend die Nachricht vom Tod seines Vaters entgegen. Steht er unter Schock? Keineswegs, die Kamera zeigt die Wahrheit: Melrose hat sich gerade einen Schuss gesetzt, die Spritze ist zu Boden gefallen, und als sich ein Lächeln auf seinem Gesicht breitmacht, ist es zum einen die Wirkung des Heroins, zum anderen die Freude über das Ableben seines Erzeugers. Die Melrose-Romane führen um die halbe Welt: Es geht vom Südfrankreich der 60er-Jahre über das New York der 80er- bis ins Grossbritannien Anfang der frühen 2000er-Jahre.

Selbst im Delirium vergisst er nie die vornehmen Manieren

Die fünf Episoden laufen vom 29.5. an beim Bezahlsender Sky als deutsche TV-Premiere. Das Ganze ist komisch erzählt, dabei aber tragisch: Patrick wurde als Fünfjähriger von seinem sadistischen Vater sexuell missbraucht, seine Mutter sah lieber weg. Als Erwachsener flüchtet sich Patrick vor den Dämonen seiner Kindheit in den Rausch, vor allem aber in triefenden Sarkasmus – der von Benedict Cumberbatch mit aristokratischem Näseln vorgetragene Wortwitz ist grossartig, aber leider nur schwer ins Deutsche zu übertragen. Die erste Folge der Serie schildert Patricks skurrilen Trip nach New York, wo er die sterblichen Überreste seines Vaters David abholen soll. Die Reise wird für Patrick zu einem einzigen Rausch aus Alkohol und Drogen, und wie in Trance spielt Cumberbatch den Spross aus sogenanntem gutem Hause, der zwischen Nobelhotels und schmuddeligen Drogenhöhlen irrlichtert. Selbst im Delirium vergisst er nie die vornehmen Manieren eines echten Gentlemans und behält stets die berühmte britische «steife Oberlippe».

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