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ECHO-FESTIVAL: Instrumenten-Queen wird zum Chamäleon

Zum zweiten Mal nutzt Wolfgang Sieber die erweiterte Orgel der Hofkirche Luzern ­ für ein Festival. Und sagt, wieso «Orgel-Plus»-Programme mit Queen-Song oder Verdis Requiem Sinn machen.
Urs Mattenbergerurs.mattenberger@luzernerzeitung.ch
Wolfgang Sieber im Echowerk, das vor einem Jahr zur Gründung des Echo-Orgelfestivals führte (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 20. Oktober 2016))

Wolfgang Sieber im Echowerk, das vor einem Jahr zur Gründung des Echo-Orgelfestivals führte (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 20. Oktober 2016))

Urs Mattenberger

Zur Einweihung des neuen, grossteils aus alten Pfeifen gebauten Echowerks in der Hofkirche lancierte deren Organist Wolfgang Sieber vor einem Jahr das Echo-Festival. Die Zweitauflage ergänzt unter dem Motto Orgel Plus die Orgel konsequent mit anderen Instrumenten.

Wolfgang Sieber, genügt sich die Orgel trotz des vor einem Jahr eingebauten Echowerks selber nicht?

Der Beizug anderer Instrumentalgruppen hat damit nichts zu tun und ergibt sich aus dem Wunsch, ein breites Stilspektrum möglichst authentisch darzustellen. Wenn wir wie im Eröffnungskonzert Songs der Gruppe Queen interpretieren, gehört eine elektrische Gitarre einfach dazu.

Geprägt wurden diese Songs vom Sänger Freddy Mercury. Bleiben solche Adaptionen nicht zwangsläufig hinter dem Original zurück?

Klar besteht diese Gefahr. Aber Bearbeitungen haben eine lange Tradition und ihre eigene Legitimation. Franz Liszts Klavierbearbeitungen von Beethovens Sinfonien etwa bleiben natürlich hinter den Originalen zurück. Aber sie schufen die Möglichkeit, diese Meisterwerke ohne Orchester live zu erleben. Und dieser Live-Charakter ist für unser Festival zentral. Die Orgel bietet zudem für Bearbeitungen ausgezeichnete Möglichkeiten. Die räumliche Staffelung der Klänge, die durch das Echowerk erweitert wurde, ermöglicht ein Hörerlebnis, das auch keine Aufnahme bietet: Der Zuhörer hört nicht vorne ein Orchester, sondern ist in einer Art sinfonischem Kino mittendrin.

Und wie funktioniert das bei Songs einer Rockband?

Auch da stand am Anfang die für das Festival typische Idee, mit einheimischen Künstlern eigene Projekte zu realisieren, die dennoch möglichst authentisch wirken sollen. Für Ersteres steht Tiffany Limacher, eine Musical-Sängerin mit lupenreiner Stimme und natürlicher Ausstrahlung, die durch die Sendung «Die grössten Schweizer Talente» bekannt geworden ist und jetzt einen Studienplatz für Popgesang an der Musikhochschule in Zürich bekommen hat. Eine authentische Note bringen E-Guitarre, Schlagzeug und Piano ein, die sich nah an den Originalen orientieren.

Und was steuern Sie an der Orgel dazu bei?

Neben Hits wie «We Are The Champions» spielen wir auch lyrisch verhaltenere Titel, die die Orgel mit feinen Klängen grundieren kann. Eine orchestrale Rolle spielt sie im Eröffnungskonzert in Gershwins «Rhapsody In Blue».

Eine Art Minus-Programm ist die Aufführung von Verdis Requiem mit einem Chor­ensemble und dem Swiss Brass Consort. Bleibt da die Monumentalität nicht auf der Strecke?

Die Compagnia Rossini macht das sogar mit nur 20, allerdings professionellen Stimmen! Aber eine Idee des Echo-Festivals ist es auch, zu Allerheiligen ein Requiem aufzuführen. Und jenes von Verdi ist für mich das Requiem schlechthin. Vom Schmelz des «Lacrimosa» bis zum Heavy Metal des «Dies Irae» beinhaltet es alles, was in einem Herzen Platz hat. Entscheidend für unsere Aufführung ist, dass der Raum mitspielt und dem Chorklang das nötige Volumen gibt. Die Orgel ergänzt dabei ideal das Bläser­ensemble: Sie kann leiser spielen als eine Trompete und dynamische Spitzen beisteuern, die allein mit einem Brass-Ensemble aufdringlich wirken können.

So leise wie die Orgel können die Klarinetten spielen, mit denen Sie im Konzert «Pomp & Clarinets» auftreten. Gibt es da mehr Pomp oder einen Wettstreit um hauchzarte Pianissimo-Töne?

Beides! An der Klarinette liebe ich das breite Spektrum von der giftigen Es-Klarinette über den sinnlich-warmen Ton der A-Klarinette bis hinunter zu den Bass-Klarinetten. Mit 80 Profi- und Amateurklarinettisten werden wir ein breites Spektrum vom 18. Jahrhundert bis zu Elgars «Pomp And Circumstances» und Willi Valotti bieten. Auch da ist die Orgel eine Art Chamäleon, das den Wechsel unterschiedlicher Farben unterstützt.

Verlosung

Wir verlosen 3-mal 2 Tickets für «PopOrganRock» am Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr, in der Hofkirche Luzern. Wählen Sie heute Tel. 0901 83 30 25 (Fr. 1.50 pro Anruf), oder nehmen Sie unter www.luzernerzeitung.ch/wettbewerbe an der Verlosung teil.

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