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Kleintheater Luzern: Ein Abend für «Kassetten-Kinder» Mitte dreissig

Drei Männer stehen auf einer Bühne und erzählen eine Detektivgeschichte. Das Publikum hört gebannt zu. Ein Live-Hörspiel der «Drei Fragezeichen»hat den Zuhörern einen Nostalgie-Trip beschert.
Lena Berger
Das Signet einer legendären Buchreihe. (Bild: PD)

Das Signet einer legendären Buchreihe. (Bild: PD)

200 Bücher wurden über sie geschrieben, in bald 195 Hörspielen jagen sie Verbrecher. Die Detektivgeschichten der «Drei Fragezeichen» sind Kult – und sie haben auch 50 Jahre nach der ersten Veröffentlichung nichts von ihrer Faszination eingebüsst. Im Publikum des ausverkauften Kleintheaters in Luzern sitzen an diesem Montagabend diejenigen, die schon in den 80er-Jahren vor dem Schlafengehen die Hörspielkassetten eingelegt haben – und es zum Teil bis heute tun.

Die Originalsprecher der «Drei Fragezeichen» füllen riesige Konzerthallen. Ihre Zuschauer machen aus ihrem Fan-Sein keinen Hehl. Sie tragen T-Shirts in den Logo-Farben und zitieren ständig Sätze aus den Hörspielen.

Die «falschen Sprecher» sind im Nu vergessen

Im Kleintheater ist das anders. Hier gibt sich keiner voreilig als Fan zu erkennen. Die Zuhörer sind zwar dicht gedrängt gestanden vor dem Eingang und haben um einen guten Platz gekämpft. Gleichzeitig hat aber jeder versucht, so zu wirken, als wäre er nur zufällig da. Und sicher nicht, weil er mit Mitte dreissig noch gern Detektivgeschichten hört.

Doch als das Licht erlischt, löst sich die Anspannung. Man hört gebannt zu. Anfängliche Bedenken, weil es sich bei Hans-Caspar Gattiker, Patric Gehrig und Samuel Zumbühl nicht um die Sprecher aus den Hörspielen handelt, verfliegen. «Der lachende Schatten» ist eine der ganz frühen Folgen. Eine, die fast vergessen ist, die aber alles mitbringt, was zu einem Abenteuer von Justus, Peter und Bob gehört: Eine mysteriöse Erscheinung, ein fieser Verbrecher, und natürlich ein Schatz.

Die drei Sprecher sitzen auf der Bühne, abgesehen von ein paar Requisiten gibt es nichts zu sehen. Das Bühnenbild entsteht im Kopf. Was den Reiz des Live-Hörspiels ausmacht, ist die Interaktion mit dem Publikum. Und die Komik, die entsteht, wenn ein Sprecher innerhalb von Sekunden in eine neue Rolle schlüpfen muss, seine Stimme verstellt und sich einen anderen Hut aufsetzt. Schade ist, dass viele Geräusche nicht live produziert werden.

Die minimalistische Inszenierung aber funktioniert, es braucht bei diesem Publikum nicht mehr als drei Männer, die eine Detektivgeschichte erzählen. Alles andere – etwa ein eingeschobener Wettbewerb, wer am schnellsten die Stimme des Erzählers erkennt – lenkt nur ab. Die Zuhörer wollen in der Geschichte versinken. Die Spannung entsteht auch ohne Effekte. So mancher Zuhörer, der die «Drei Fragezeichen» sonst als Einschlafhilfe nutzt, dürfte die Folge zum ersten Mal seit langem zu Ende gehört haben.

Weitere Live-Hörspiele sind geplant, der nächste Termin am 15. Oktober ist aber ausverkauft.

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