Performance zur Finissage im Kunstraum Hochdorf: Ein Abschied mit offenem Ausgang

Zwei weibliche und zwei männliche Kunstschaffende dekonstruieren eine Ausstellung. Und suchen dabei neue Denk- und Bildfelder.

Susanne Holz
Drucken
Teilen
Vergrösserte ALMA-Arbeit als «Bühnenbild». Der Bildteppich davor wird während der Performance dekonstruiert.

Vergrösserte ALMA-Arbeit als «Bühnenbild». Der Bildteppich davor wird während der Performance dekonstruiert.

Bild: Andri Stadler

Max M. Frei und Alf Hofstetter – Letzterer wohnt seit drei Jahren in Luzern – sind das Zürcher Künstlerduo ALMA. Für ihre aktuelle Ausstellung unter dem Titel «GrossArtig» im Kunstraum Hochdorf arbeiteten die beiden Künstler mit verschiedenen Aspekten der Vergrösserung, etwa der Ausweitung von Werken.

Galerist Henri Spaeti dazu: «Die aktuelle Ausstellung von ALMA ist auf Expansion angelegt. Das A6-Format wird als Reihe diskret an der Hauptwand präsentiert und erfährt durch den Bilderteppich am Boden eine provokative Erweiterung. Zu dieser Erweiterung gesellt sich eine überdimensionierte Wandmalerei in Grautönen, die den Raum noch mal vergrössert.» Spaeti findet: «ALMA fasziniert über die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen – von Malerei über Performance bis hin zum unterschiedlichen Lebensstil.» Am Sonntag beschliesst nun eine Doppelperformance diese Ausstellung: Das Doppelformat, grundlegendes Thema bei ALMA, wird ad absurdum geführt.

Und wie wird das geschehen? Der Galerist erklärt: «ALMA öffnet sich als männliches Künstlerpaar einem weiblichen Künstlerpaar und bringt in Zusammenspiel und Konkurrenz implizierte Ordnungen durcheinander. Chaos könnte entstehen oder auch ein Tanz.»

Das Denken öffnen und auch in Abgründe schauen

Das weibliche Künstlerpaar ist das Zürcher Performanceduo Ingrid Käser und Anne-Käthi Wehrli. Max M. Frei und Alf Hofstetter, die seit Beginn ihrer über 30-jährigen Zusammenarbeit immer wieder als Performancekünstler auftreten, möchten mit den zwei Zürcherinnen zur Finissage «das duale Handeln präzisieren», unter dem Titel «2*2*». Das macht neugierig.

Henri Spaeti findet an ALMA «den performativen Aspekt, das Suchen nach Selbstdarstellung», besonders spannend. Obwohl dieser Aspekt auch in der Malerei der beiden zum Tragen komme – die Nichtkommunikation in den Auftritten und deren Überwindung öffne Denk- und Bildfelder, auch Abgründe: «Es ist nicht falsch, hier an Godot zu denken.»

Performance mit Anne-Käthi Wehrli und Ingrid Käser am Sonntag, 12. Juli, um ca. 15 Uhr – anlässlich der Finissage der Ausstellung «GrossArtig» von ALMA. Die Performance findet statt im oder um den Kunstraum Hochdorf, Lavendelweg 8.