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Ein Geschichtenerzähler und ein Minimalist treffen in der Galerie Kirchgasse aufeinander

Die Galerie Kirchgasse in Steckborn zeigt ausgewählte Werke von Pierre Klossowski und Carl Andre. Sie sind vermutlich so noch nie nebeneinander ausgestellt worden.
Dieter Langhard
Zu Pierre Klossowskis Papierarbeiten gesellen sich zwei von Carl Andres «Philosophical Instruments» aus Eisen und Stahl. (Bild: PD)

Zu Pierre Klossowskis Papierarbeiten gesellen sich zwei von Carl Andres «Philosophical Instruments» aus Eisen und Stahl. (Bild: PD)

Was für ein Kontrast, was für eine Ergänzung auch in der Kirchgasse: Galerist Erich Hausammann stellt zum Geschichtenerzähler Pierre Klossowski den Minimalisten Carl Andre, zum französischen Philosophen und Romancier den nüchternen Amerikaner. «Für mich passt das», sagt er. Wie kommt er zu den fünf Carl Andres und drei Klossowskis? Hausammann hat sie von zwei Sammlern in Kommission genommen. «Diese Kombination ist, nach meinem Wissen, weltweit noch nie gezeigt worden.»

Der Titel der Ausstellung, «Ein Bodenstück fürs Schweigen», bezieht sich auf eine Skulptur Carl Andres. Die zwei Bodenplatten aus Stahl und Aluminium stehen exemplarisch für das bildhauerische Werk, mit dem er Mitte der 60er-Jahre zu einer der einflussreichsten Figuren der amerikanischen Minimal Art wurde. Weitaus weniger bekannt ist, dass Andre als Dichter begann. Zwischen 1960 und 1965 arbeitete er an einem umfassenden Werk visueller «konkreter» Poesie.

Die intensive Auseinandersetzung mit der zeichenhaften und materiellen Qualität von Buchstaben, Zahlen und Wörtern lässt sich in seiner Objektserie «Philosophical Objects (ABC)» und seinen Primzahl-Skulpturen nachvollziehen. Sein Umgang mit dem Material der Sprache, fern von Metaphorik und syntaktischen Konstruktionen, lässt sich verstehen als Vorgriff auf die Systematik seiner Setzungen und den Einsatz von unbearbeiteten Materialien. Für Carl Andre waren die skulpturale und die dichterische Arbeit gleichbedeutend.

Zwischen sexueller und spiritueller Ekstase

Pierre Klossowski (1905–2001) wurde in den 70er-Jahren als Philosoph, Übersetzer und Romanautor im Umfeld von André Gide und Georges Bataille bekannt. Daneben aber schuf er, weitgehend unbeachtet, ein aussergewöhnliches zeichnerisches Werk. Seine Papierarbeiten zeigen meist lebensgrosse erotische Szenen voller mythologischer, allegorischer und philosophischer Verweise. Mit seinen Figuren, Gesten und Haltungen zeigte Klossowski Erotik jenseits moralischer oder religiöser Dogmen, zwischen Reglementierung und Hemmungslosigkeit, sexueller und spiritueller Ekstase.

Die Galerie zeigt von Carl Andre neben einem «Steel/Aluminium Dipole» je drei «Philosophical Objects» und Primzahl-Skulpturen, von Pierrre Klossowski drei frühe grossformatige Blei- und Buntstiftzeichnungen.

Galerie Kirchgasse, Steckborn; bis 8.9. kirchgasse.com

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