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Eine Schötzerin sorgt in der
Musikszene für Aufsehen

Lea Maria Fries ist eine aufstrebende Sängerin zwischen Jazz, Electronica und Pop. Sie ist gleich mit drei Bandprojekten am Start. 2019 könnte ihr Jahr werden.
Stefan Künzli
Pendelt zwischen Berlin und Schötz: Lea Maria Fries (29). Bild: PD/Rowan Thornhill

Pendelt zwischen Berlin und Schötz: Lea Maria Fries (29). Bild: PD/Rowan Thornhill

«Eigentlich bin ich ja ein richtiges Landei», sagt Lea Maria Fries. Seit vier Jahren lebt die 29-jährige Sängerin in Berlin, doch wenn sie sich erholen und auftanken will, dann geht sie heim ins Luzerner Hinterland. Hier, in Schötz, ist sie in einem familiären Handwerksbetrieb aufgewachsen, mit einem grossen Garten und Pferden. «In Berlin habe ich mich ganz gut zurechtgefunden, aber ich brauche die Natur. Das ist mir gerade in der Grossstadt bewusst geworden», sagt sie.

Doch Erholung ist zurzeit gar nicht angesagt. Dieses Interview führen wir während einer intensiven Studiowoche in der Schweiz mit der neuen französisch-schweizerischen Band «For A Word» des hoch gehandelten Pariser Pianisten und Keyboarders Gauthier Toux. Ein groove-jazziges Projekt mit Elektro-Bass, Schlagzeug, E-Piano, Gesang und Spoken-Word-Elementen, das Ende Jahr im jazz-verrückten Paris schon für einiges Aufsehen gesorgt hat. «Das wird ziemlich abgehen», verspricht Fries begeistert.

Stimme mit Suchtpotenzial

Doch zunächst ist Lea Maria Fries noch mit ihrem Quartett 22° Halo am Festival Suisse Jazz Diagonales in der Schweiz unterwegs. 22° Halo ist ein freies, offenes Bandkonzept mit einer akustischen Band, in der die Improvisation eine wichtige Rolle spielt und die minimalistische, reduzierte Klangbilder entwickelt. Fries singt fragil, intim und verführerisch. Ihre wandelbare, emotionale Stimme hat Suchtpotenzial. Als neue Attraktion ist auch Gauthier Toux in der Band, und Fries ist überzeugt, dass die Band mit ihm extrovertierter, zupackender und grooviger wird. Im Februar geht’s ins Studio.

Lea Maria Fries wurde während der Kantonsschule in Willisau vom Jazz-Virus infiziert. Dabei spielte das dortige, berühmte Jazzfestival in der musikalischen Sozialisation eine zentrale Rolle. Sie studierte an der Jazzhochschule in Luzern bei Lauren Newton und in Zürich, spielte in den verschiedensten Bands, fühlte sich nach dem Studium aber «stilistisch zwischen Stuhl und Bank». «Ich wusste nicht, wer ich bin und was ich bin», sagt sie. Deshalb zog Fries nach Berlin, um «in einem grösseren Biotop den Kopf frei zu kriegen und sich selbst zu finden».

Improvisation vermisst

Die Popband Vsitor mit David Koch (Gitarre, Electronics) und Valentin Liechti (Schlagzeug) ist das erste Ergebnis dieses Findungsprozesses. Eine Band mit avantgardistischen und elektronischen Elementen, die faszinierende Stimmungen und technoide Sounds kreiert. Es sind sterbensschöne Popsongs mit einer fixen Struktur und Lyrics, die eine Geschichte erzählen. Das vielversprechende Debüt der Band ist bereits im Kasten und wird im Mai im Südpol Luzern getauft.

Berlin ist zwar eine Künstler- und Musikstadt, aber keine Stadt des Jazz. In der deutschen Metropole wurde Fries bewusst, wie sehr ihr die Improvisation fehlte. Insofern ist 22° Halo die Reaktion auf Berlin, die akustische, jazzige Antwort auf Vsitor. Lea Maria Fries gehört zu jener neuen, aufstrebenden Generation von Schweizer Musikern zwischen Jazz, Pop, Rock und Electronica. Erstklassig ausgebildet, hochtalentiert, ehrgeizig, offen und abenteuerlustig. Das Landei aus dem Luzerner Hinterland steht erst am Anfang ihrer Karriere, aber sie ist voller Tatendrang und hat in diesem Jahr gleich drei heisse Eisen im Feuer. Beste Voraussetzungen, um 2019 durchzustarten.

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